Alles, was Du über den CSD Freiburg am Samstag wissen musst

Gina Kutkat

Am Samstag wird in der Freiburger Innenstadt der Christopher-Street-Day gefeiert. Wo die bunte Parade langzieht und welche politische Botschaft es gibt? Ein Überblick.

Für Vielfalt und Akzeptanz – gegen Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung: Am Samstag findet der CSD Freiburg in kompakter Form statt. Kern der Polit-Veranstaltung, die an den Homosexuellenaufstand von 1969 in der New Yorker Christopher Street erinnert, ist die bunte LGBTQI-Parade durch die Stadt. Es gibt außerdem Kundgebungen, Infostände und Partys.


Das Timing könnte nicht besser sein: Sollte am Freitag der Bundestag über die Ehe für alle abstimmen, gibt es für die Teilnehmer des CSD am Samstag einen weiteren Grund zu feiern. "Wenn es wirklich passiert, ist es ein Schritt in die richtige Richtung, der uns sehr freuen wird. Wobei das Modell der Ehe unserer Meinung nach nicht zeitgemäß ist, es braucht neue Konzepte", sagt Ronny Pfreundschuh vom CSD-Verein.

Kampf dem gesellschaftlichen Rückschritt

Zusammen mit einem etwa zehnköpfigen Team hat er den CSD-Freiburg organisiert, der sich diesmal den Kampf gegen den gesellschaftlichen Rückschritt vorgenommen hat. "Es läuft grundsätzlich etwas schief", sagt Christian Kröper, ebenfalls im Organisationsteam. "Die gesellschaftliche Mitte befindet sich auf dem Rückzug in den Konservatismus." Und Marie Müller, zum zweiten Mal beim CSD-Freiburg dabei, sagt: "Es geht auch darum, sich selbst an die Nase zu fassen und sich auf nichts auszuruhen."



Unter dem Motto "Erfrischend un(d)beliebt" versammeln sich am Samstag Schwule, Lesben, Transgender und alle anderen Unterstützer zur CSD-Parade, um ein Fest für Gleichstellung und Akzeptanz zu feiern. Das Motto steht für neue, erfrischende Ideen – aber auch für den ambivalenten Ruf des CSD-Freiburg. "Bei manchen sind wir beliebt, bei manchen unbeliebt", sagt Pfreundschuh. So wurden die CSD-Organisatoren in der Vergangenheit beispielsweise dafür kritisiert, dass sie auf ihren Veranstaltungen ausschließlich veganes Essen verkaufen, um auf Tierrechte aufmerksam zu machen.

Bei gutem Wetter mehr als 5000 Leute

Los geht’s am Samstag um 15 Uhr in der Werthmannstraße: Etwa 15 Wagen und ebensoviele Fußgruppen werden beim Straßenumzug auf der rund 5 Kilometer langen Route starten. Die Drag-Queens Betty BBQ und Martha Magnum haben einen Truck, außerdem sind Partyveranstalter sowie queere, feministische und politische Gruppen dabei – plus Feiernde und Unterstützer.



"Wir rechnen bei gutem Wetter mit mehr als 5000 Leuten", sagt Kröper. Der Umzug führt über Holzmarkt zum Schlossbergring und dann denselben Weg wieder zurück in Richtung Stühlinger. "Mit der Route sind wir etwas unglücklich, aber wir werden das Beste draus machen", so Kröper. Die Parade endet auf dem Stühlinger Kirchplatz, wo es mit Kundgebungen, Bands und DJs weitergeht. Danach wird im Crash und der Mensabar gefeiert.

Zum ersten Mal findet der CSD nur an einem Tag statt, was vor allem an einer Terminkollision mit "Freiburg stimmt ein" liegt. "Außerdem können wir nicht mehr stemmen, weil wir ein kleines Team und nicht-kommerziell sind", so Pfreundschuh.

CSD 2017: Die Partys im Überblick
  • Was: CSD-Parade durch die Freiburger Innenstadt
  • Wann: Samstag, 1. Juli, ab 15 Uhr
  • Wo: Start in der Werthmannstraße, Ende auf dem Stühlinger Kirchplatz

  • Was: Programm auf dem Stühlinger Kirchplatz mit Kundgebungen, Janina Vagina, Alek et Les Japonaises und Käpt’n Dirt
  • Wann: Samstag, 1. Juli, ab 19 Uhr
  • Wo: Stühlinger Kirchplatz

  • Was: CSD Party im Crash mit den DJs: Ju’el, Gay Hoffmann, Goldfrettchen, JoanAss der Beserker, Annie O, Blindstep & Nil
  • Wann: Samstag, 1. Juli, 22 Uhr
  • Wo: Crash

  • Was: CSD Party in der Mensa mit den DJs: Robert Sun & Sanoj, Hurricane, Janina Vagina
  • Wann: Samstag, 1. Juli, 22 Uhr
  • Wo: MensaBar

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