Akkord-Zirkel - ein geniales Musiker-Werkzeug

Christoph Müller-Stoffels

Eigentlich beschäftigen wir uns auf fudder für gewöhnlich mit den allerallerneusten, zumindest aber mit den allerneusten Trends. Manchmal aber, ganz selten, lassen wir das Neue neu sein und widmen uns Dingen, die älter sind. Älter, und trotzdem gut. Wie zum Beispiel der Akkord-Zirkel®, den zwei Schweizer Musiker erfunden haben. Der ist richtig gut.



Unscheinbar kommt er daher. Der Akkord-Zirkel®, das ist eigentlich nur eine Doppeldrehscheibe aus Karton, die nach dem Prinzip "Drehen und Ablesen" funktioniert. Der Name lässt bereits vermuten, dass es um Harmonielehre geht. Auf engstem Raum ist geballte Information versammelt. Die vier farblich gestalteten Ringe sollen den Umgang mit vier verschiedenen Fragestellungen im musikalischen Alltag erleichtern: Transponieren, Akkordaufbau, Dur- und Moll-Akkordstufen und Dur- und Moll-Parallelen. Auch kann er als Kompositionshilfe dienen.


Erfunden hat den Akkord-Zirkel® der Amateurmusiker Ueli Eigenmann bereits vor 30 Jahren "aus einer Mischung von musiktheoretischem Nichtwissen und Faulheit heraus. Ich habe es "Transponierscheibe" genannt und in der eindrücklichen Auflage von fünf Exemplaren handproduziert." Vor fünf Jahren stellte er es dann seinem Kollegen, dem Berufsmusiker Jürgen Heib vor. Der war begeistert, die zwei äußeren Ringe kamen dazu. Nachdem etliche weitere Experten den Akkord-Zirkel® auf Herz und Nieren prüfen durften, wurde die Scheibe professionell produziert und die Vermarktung gestartet.

Dass der Akkord-Zirkel® funktioniert, hat sich bereits vielfach bewiesen. So spricht sich der auch der Profigitarrist und Gitarrenlehrer Uwe Naboreit, Absolvent des Guitar Institute of Technology, lobend für die Pappscheibe aus. "Er ist äußerst hilfreich, um schnell die Informationen abzurufen ohne selbst zu knobeln, welche Akkorde in der Tonart sind, welcher Akkord steht etwa auf der vierten Stufe von D-Dur." Auch seinen eigenen Schülern würde er es empfehlen. "Das erspart ihnen allerdings nicht, Harmonielehre zu lernen", setzt er grinsend hinzu.

Der einzige Kritikpunkt an dem übergroßen Bierdeckel ist der Preis, denn 21,30 Euro scheinen bei allem Respekt für die erfinderische Leistung doch etwas hoch gegriffen. Aber wer hat’s erfunden? Richtig, die Schweizer! Und bei unseren südlichen Nachbarn ist schließlich alles etwas teurer.

Mehr dazu:

Bestellen kann man den Akkord-Zirkel® unter: akkord-zirkel.ch

Jürgen Heib vertreibt ihn auch in seinem Geschäft "Muisigdeesli" in Stans bei Luzern.