Afghanisches Restaurant Sidi Bou schließt

Stephan Elsemann

Eine Institution wird Geschichte. Nach 23 Jahren schließt das Sidi Bou und wird am Donnerstag zum letzten Mal Kabuli Palau und Bolani servieren. Das Sidi Bou war Freiburgs erstes afghanisches Restaurant – und für viele auch das beste. Der Abschied ist nicht freiwillig. Der Hausbesitzer sähe lieber eine Spielhalle am gleichen Platze, darf sie aber nicht einrichten - zumindest jetzt noch nicht.



Freiburgs erstes afghanisches Restaurant öffnete 1988 seine Pforten. Pionier am Platz war die Familie Hares, die bereits zwei Jahre lang das beliebte Afghan-Eck am Siegesdenkmal betrieb. Zwölf Jahre lang blieb es dabei, bis es Mirzizullah Hares dann zu viel wurde mit zwei Betrieben. Er konzentrierte sich auf seinen Imbiss, den er in den folgenden Jahren ebenfalls zu einem richtigen Restaurant ausbaute.


Mehdi Seyed übernahm das Sidi-Bou im Jahr 2000 und führt den Laden bis heute. Bis dahin war der Laden gut gelaufen. Doch die Zeiten haben sich geändert und die Ausgehgewohnheiten der Gäste ebenfalls. So ist es mittlerweile schwer geworden, ein Restaurant zu betreiben, das keine Außenbewirtschaftung zulässt – wie es beim Sidi Bou nun mal nicht möglich ist.



Dazu kamen Probleme mit dem Vermieter, einem Unternehmer, der auch Sportparks in Emmendingen und Umkirch betreibt. Der verfolgte schon einiger Zeit die Absicht, das Restaurant in eine Spielhalle zu verwandeln und hatte zu diesem Zweck schon vor einem Jahr eine Nutzungsänderung bei der Stadt beantragt.

Im März wurde diesen Nutzungsänderungen durch den Gemeinderat ein Riegel vorgeschoben, um einen Wildwuchs von Spielbetrieben zu verhindern. Aus der Spielhalle im Sidi Bou wird also nichts, zumindest für's Erste. Doch ganz vom Tisch ist das nicht, denn eine grundsätzliche Position der Stadt zum Glückspielwesen will erst noch gefunden werden und das kann ja auch die Zulassung von Spielbetrieben bedeuten.

Für Mehdi Seyed ist in jedem Fall Ende dieser Woche Schluss und das erste afghanische Restaurant Freiburgs wird damit Geschichte. Mehdi Seyed ist bereits auf der Suche nach einer neuen Wirkungsstätte.