Affenbande: 5 Gründe, warum Volleyball unser Lieblingssport ist

Hannes Selz

Die FT-Volleyballer spielen am Samstag daheim gegen den SSC Karlsruhe. Wie wird man überhaupt Volleyballer und was ist das Tolle an dem Sport? fudder stellt fünf wichtige Spieler der Mannschaft vor.

Die Zweitligavolleyballer der FT 1844 Freiburg empfangen am Samstag, 20 Uhr, den SSC Karlsruhe in der heimischen Burdahalle zum Derby. Beim Tabellenfünften spielen unterschiedliche Charaktere mit verschiedenen sportlichen Werdegängen. Doch wie wird man überhaupt Volleyballer? Was macht den Reiz der Sportart aus? Fünf Spieler der FT, die sich selbst gern als Affenbande bezeichnet, stellen sich vor.

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Marc Zimmermann – Der Denker aus der Volleyballfamilie

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Der 29-jährige Zuspieler Marc Zimmermann kommt aus einer Volleyballfamilie. Während sein kleiner Bruder Jan für die deutsche Nationalmannschaft aufläuft und für die Berlin Recycling Volleys in der Ersten Bundesliga spielt, ist seine Mutter auch noch mit 60 Jahren als Volleyballerin aktiv. "Als ich klein war, haben meine Eltern in Rottenburg gespielt. Ich bin mit zu den Spielen und natürlich lagen dort dann auch Bälle am Spielfeldrand herum", beschreibt Zimmermann, der in Basel seinen Master im Bereich Wirtschaftswissenschaften macht, wie er zum Volleyball kam.

Durch einen Mitspieler seines Vaters, der als Jugendtrainer in Rottenburg anfing, kam Zimmermann in die Jugendmannschaft. Und der Volleyball wurde zu einem festen Bestandteil seines Alltags: "Als das Training vorbei war, haben mein Bruder und ich halt zu Hause weitergespielt." Die sich ständig ändernden Spielsituationen machen für Zimmermann den Reiz der Sportart aus, "es geht nicht wie im Speerwurf oder Turnen darum, einen sich immer wiederholenden Bewegungsablauf zu perfektionieren. Gerade als Zuspieler bist du flexibel und hast einen großen Anteil daran, wie sich ein Spiel entwickelt."

Oli Hein – Das Talent aus dem Internat

Olihein

Er brachte schon viele gegnerische Blocks mit seiner Wucht über die Außenbahn zur Verzweiflung: Oliver Hein. Der 21-Jährige begann als Zehnjähriger beim TV Denzlingen mit den ersten Pritsch- und Baggerübungen und wechselte 2013 für drei Jahre von der FT-Jugend an das Volleyballinternat in Friedrichshafen. "Als ich zum ersten Mal davon gehört habe, wollte ich es unbedingt machen", erzählt er. Als Jahre später dann tatsächlich das Angebot aus Friedrichshafen kam, musste er aber dennoch überlegen: "Es ist nicht so leicht, mit 16 Jahren von zu Hause wegzugehen. Aber damals hatte ich mein Leben bereits dem Volleyball verschrieben und deshalb war es dann doch relativ schnell klar, dass ich diesen Schritt gehe." Die Integration in Friedrichshafen verlief schneller als erwartet, "man lernt die Leute schnell kennen und ich hatte schon nach ein paar Wochen viele Freunde."

Für die FT wurde die Ausbildung Heins im Internat zu einem Glücksfall: Dem dualen Studenten im Bereich Steuern und Prüfungswesen zog es 2016 aufgrund seines Studiums zurück nach Freiburg. Seitdem schmettert er, auf hohem Volleyball-Niveau ausgebildet, wieder für die FT. Am Volleyball mag der Außenangreifer, der erst kürzlich von einem Auslandssemester in New York zurückkehrte, vor allem die Action und die Dynamik, die jeder Ballwechsel mit sich bringt. "Außerdem braucht man ein gewisses Köpfchen, um das Spiel zu verstehen. Ich bin eher ein taktischer Typ und Denker. Da viele sagen, Volleyball sei wie Schach mit Ball, ist dieser Sport für mich der richtige."

August Sigle – Der Spätzünder

August

Eine Art Gegenstück zu Oli Hein bildet der Mittelblocker August Sigle. Mit 14 Jahren, also in dem Alter, in dem Hein bereits mit diversen deutschen Jugendauswahlteams durch Deutschland tourte, fing Sigle mit dem Volleyball gerade erst an. "Ich habe bis zur D-Jugend Fußball gespielt. Durch meine Freunde vom Gymnasium in Rottweil bin ich dann aber zum Volleyball gekommen", erzählt der 30-Jährige, den es durch seinen Zivildienst nach Freiburg und dadurch auch zur FT zog. Dort spielte Sigle lange in der zweiten Mannschaft. Erst seit der vergangenen Saison greift er im Zweitligateam an, nachdem Manager Flo Schneider und Trainer Jakob Schönhagen "mich zum dritten Mal gefragt hatten, ob ich nicht vielleicht doch in der Ersten spielen wollte."

Sigle, der kürzlich sein Medizinstudium abschloss und seitdem an der Universitätsklinik Freiburg als Arzt arbeitet, hat nie die Technikschulung anderer erhalten, die wie Hein sämtliche Jugend- und Auswahlteams durchliefen. "Von der Förderung in der Jugend profitiert man logischerweise die ganze Volleyballkarriere lang. Ich denke, dass ich mein fehlendes Talent und diese Trainingslücken aber durch meine Körpergröße und meinen Ehrgeiz ganz gut wettmache", sagt der 1,95 Meter-Hüne.

Marcus Gensitz – Der ruhige Kapitän der wilden Affenbande

Marcus

Er ist ein Freiburger Urgestein: Bereits im Alter von neun Jahren zog es Marcus Gensitz zur FT 1844. Während er zunächst noch neben dem Volleyball mehrere andere Sportarten ausprobierte, hielt er lediglich dem Volleyball und vor allem auch der FT die Stange. Abgesehen eines einjährigen Intermezzos in der Saison 2007/2008, als er für den damaligen Hamburger Erstligisten Oststeinbeker SV auflief.

"Das Tempo und die Athletik und dass ohne Körperkontakt und daher eher psychisch gespielt wird, sind für mich die Vorzüge der Sportart", betont der 31-Jährige. Obwohl Gensitz ein Führungsspieler ist und im Team als Kapitän viel zu sagen hat, gehört er auf dem Platz zu den ruhigeren Spielern. "Ich bin einfach der Meinung, dass einer Ruhe ausstrahlen muss, wenn du auf dem Feld fünf emotionale Bolzen stehen hast", hebt der 1,95 Meter große Außenangreifer hervor. Er ist der Ruhepol der Affenbande. Dennoch brodele es manchmal durchaus auch in ihm: "Ich lasse schon auch mal einen Schrei fahren, wenn mir etwas nicht passt."

Paul Botho – Das talentierte Eigengewächs

Paul

Die FT kann stolz sein auf ihre Jugendarbeit. In den letzten anderthalb Jahren integrierten die Freiburger Volleyballer viele Eigengewächse in den Zweitliga-Kader. Und Spieler wie Paul Mauch, Tom Kaufhold, Luc Hartmann und Paul Botho übernehmen seit dieser Saison auch zunehmend Verantwortung. Die Erfahrung eines Marcus Gensitz besitzen die jungen Volleyballer zwar noch nicht, doch dafür bringen sie eine jugendliche Unbekümmertheit mit, die dem Spiel der FT guttut. Paul Botho gilt als einer der talentiertesten Diagonalangreifer der zweiten Bundesliga und schaffte mit seiner Schmettergewalt in dieser Saison den Durchbruch.

"Ich bin konstanter in meinem Spiel und selbstbewusster geworden", freut sich der 19-Jährige über seine Entwicklung. Während er sich in der vergangenen Saison von einem misslungenen Schmetterschlag noch ablenken und verunsichern ließ, sei dies in dieser Saison erheblich besser geworden. Zum Volleyball kam Botho zufällig: An der Staudinger Gesamtschule spielte er in einer AG Volleyball, bei "Jugend trainiert für Olympia", einem Turnier, bei dem mehrere Schulen gegeneinander spielen, wurde er schließlich von einem FT-Verantwortlichen gesichtet und davon überzeugt, es auch im Verein zu probieren. Für die FT ist Botho genauso ein Glücksgriff wie die anderen jungen Spieler. Die Entwicklungskurve zeigt nach oben- das Derby gegen den SSC Karlsruhe kann beginnen.



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