Freiburg

Ärger vor Derby: Polizei lässt 48 SC-Ultras nicht ins Stadion

Joachim Röderer

Im Vorfeld des Bundesligaspiels am Samstag hat es erneut Stress zwischen Freiburger und Hoffenheimer Ultras gegeben. 48 Freiburger und zwei Hoffenheimer bekamen von Polizei und SC ein Ein-Tages-Stadionverbot.

Vor dem Spiel der beiden badischen Bundesligaclubs SC Freiburg und TSG Hoffenheim hat es erneut Spannungen zwischen rivalisierenden Ultra-Gruppierungen gegeben. Das berichtete am Montag die Freiburger Polizei. Diese musste nach eigenen Angaben mehrfach einschreiten, um tätliche Auseinandersetzungen zu verhindern.


Bereits ab 10 Uhr sollen Teile der Freiburger Ultraszene auf der Suche nach Hoffenheimern durch die Freiburger Innenstadt gestreift sein. Gegen 12 Uhr kamen bis zu 80 Hoffenheimer Ultras mit einer Zugverbindung am Hauptbahnhof an – zeitlich getrennt von den übrigen rund 500 Hoffenheimer Fans, die ebenfalls mit der Bahn fuhren.

Nur durch Platzverweise an die ebenfalls etwa 80 Freiburger Ultras konnte ein Aufeinandertreffen der Gruppen im Bahnhofsbereich verhindert werden. Nachdem die Freiburger Ultras sich daraufhin im Umfeld des Bahnhofs bewegten, wurde wiederum den Hoffenheimern ein geplanter Aufenthalt in der Innenstadt untersagt. Die Nordbadener nahmen daraufhin die Höllentalbahn zum Bahnhof Littenweiler, begleitet von der Polizei.

Polizei stellt Pyrotechnik sicher

Dort angekommen verzögerten die Hoffenheimer Ultras ihren Fanmarsch zum nahegelegenen Stadion so lange, bis die Freiburger Ultras mit der Straßenbahn im Freiburger Osten nachgezogen hatten. Auf Intervention der Polizei fuhr die Straßenbahn mit den Freiburger Ultras nur bis zum Römerhof und nicht bis zur Endhaltestelle Laßbergstraße. Die Freiburger Ultras rannten dann in Richtung der Hoffenheimer Gruppe.

Nachdem sich ein großer Teil der Freiburger Ultras vermummte und den Hoffenheimern kurz vor dem Gästebereich des Stadions an der Schwarzwaldstraße den Weg versperren wollte, setzte die Polizei die vermummten Ultras fest. In diesem Zusammenhang soll ein Freiburger Ultra versucht haben, einen zivil eingesetzten Polizeibeamten zu treten.


Die Polizei kontrollierte daraufhin die Freiburger Ultras und erhob von 48 von ihnen die Personalien. Es sei eine große Anzahl an Vermummungsbekleidung sowie Handschuhe, Mundschutz und Pyrotechnik sichergestellt worden, vermeldet der Polizeibericht. Die Betroffenen erhielten ein weiträumiges Aufenthaltsverbot für das Umfeld und den Aufzugsweg der Hoffenheimer Ultras sowie in Absprache mit dem SC Freiburg ein Tageshausverbot für das Schwarzwaldstadion. Weiterhin erfolgen Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot bei Veranstaltungen nach dem Versammlungsgesetz.

Auch beim Hinspiel gab es Ärger

Damit noch nicht genug: Nur mit großen Schwierigkeiten und Zeitverzögerungen konnten die Hoffenheimer Ultras von der Polizei dazu bewegt werden, ihren Weg zum Stadion fortzusetzen. In diesem Zusammenhang wurden auch von zwei Hoffenheimern die Personalien wegen Beleidigung von Polizeibeamten erhoben und in Absprache mit dem SC Freiburg zwei Stadionverbote für diesen Tag ausgesprochen.

Bereits beim Hinspiel im Oktober hatte es am Vormittag des Spieltags einen Zwischenfall in einer Gaststätte in der Fußgängerzone von Sinsheim gegeben. 30 bis 40 Freiburger Ultras waren einer gleich großen Zahl von Hoffenheimern gegenübergestanden. Auch die Freiburger Gruppe war damals getrennt von den übrigen Ultras angereist. Und auch damals musste die Polizei einschreiten. Laut Polizeibericht hatten einzelne Freiburger die Polizeiabsperrung, die beide Lager trennte, umgehen wollte.

Es kam zu tätlichen Auseinandersetzungen, bei der die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzte. Dabei wurden insgesamt zehn Freiburger Fans verletzt, neun davon durch Pfefferspray. Zwei Fans, darunter einer mit einer Kopfplatzwunde, mussten ins Krankenhaus. Sechs Fans wurden später am Stadion medizinisch versorgt. Auch zwei Polizisten waren verletzt worden. Vier Fans waren zudem vorläufig festgenommen worden.

Mehr zum Thema: