Abschalten! Abschalten! Freiburger demonstrieren gegen Atomenergie

Carolin Buchheim, Ruben Sakowsky & Janna Breitfeld

Rund 2000 Freiburgerinnen und Freiburger jeden Alters haben heute Abend am Bertoldsbrunnen lautstark für einen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Wir haben nachgefragt, warum sie heute auf die Straße gegangen sind:

"Fessenheim abschalten!" "Nai hämmer gsaid!" "Atomkraft ist doof" "Basler Erdbeben 1356  - Fessenheim??!" und immer wieder "Atomkraft, Nein Danke!" - das waren einige der Slogans, die auf den Fahnen und Plakaten der Freiburgerinnen und Freiburger zu lesen waren, die heute abend am Bertoldsbrunnen für einen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert haben.

"ABSCHALTEN!" - "JETZT!" und "Mappus raus" skandierten die friedlichen Demonstranten, die für rund eine dreiviertel Stunde den Straßenbahnverkehr in der Innenstadt blockierten, bevor einige der Demonstranten sich auf einen kurzen Zug durch die Innenstadt begaben.

Am Bertoldsbrunnen wurde dem Protest mit Samba-Trommeln auch rhythmisch Ausdruck verliehen.

Anti-Atom-Mahnwache in Freiburg

Quelle: Vimeo


 

Warum wir heute auf der Straße gegangen sind:

 

Sabrina, 16 & Andreas, 17 Andreas: "Wir wurden in der Schule über das Thema Atomkraft informiert und haben festgestellt, dass es zu wenige Informationen gibt, die wirklich bis zur Bevölkerung durchdringen."

Sabrina: "Neben Fukushima und Tschernobyl gab es auch zahlreiche Kleinunfälle, über die gar nicht berichtet wurde. Das sollte sich ändern."     Nadine, 32 & Noah, 4 "Ich bin hier, weil mir der Umgang mit der Atomkraft Angst macht, weil ich das Gefühl habe, dass wir unseren Planeten gegen eine Wand fahren und auf einer tickenden Zeitbombe sitzen. Und weil ich mir für mein Kind eine schöne Welt wünsche, mit guter, gesunder Luft."

        Sophie, 20
"Ich bin hier, um noch mehr Leute auf den Platz zu kriegen. Da ich selbst Naturwissenschaftlerin bin und mich mit Atomkraft beschäftige, sehe ich nicht nur das Schlechte darin, aber so wie es aktuell läuft, geht es nicht weiter. Die japanischen AKWs sind mit den deutschen vergleichbar. In der Forschung müsste viel mehr getan werden. Solange die Effizienz der Atomkraftwerke so niedrig ist und das Atommüllproblem nicht gelöst, kann es so nicht weitergehen."    

Roland, 29

"Der Vorfall in Japan hat mir den Anstoß gegeben, heute hier her zu kommen. Ich finde es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen. Sicher wird sich das auch auf die Wahlen auswirken, denn die Leute können langsam die Gefahr, die von der Atomkraft ausgeht, einschätzen."  

Alexandra, 39, Harald, 59, Brigitta 53 & Hilga, 60 Brigitta: "Wir arbeiten in der Schule, stehen also in engem Kontakt mit der Jugend und sind der Meinung, dass eine Zukunft ohne Atomkraft eine bessere wäre."

Hilga: "Wir erinnern uns noch daran, was Tschernobyl bereits für Auswirkungen hatte. Uns wurde geraten unsere Kinder nicht aus dem Haus zu lassen, keine Milch und keinen Salat zu uns zu nehmen."

Alexandra: "Auch die Tatsache, dass man ja zu Beginn gar nichts bemerkt, nichts riecht, nichts spürt, nichts sieht, dass die Gefahr nicht greifbar ist, macht es umso bedrohlicher. Die ungewissen Folgen machen Angst. Wir wollen den Druck auf die Politik verstärken, vor allem jetzt, wo die Wahlen anstehen."

Mehr dazu:

 

Foto-Galerie: Ruben Fees & Caro

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.