Das kotzt mich an

9 Dinge, die jeden Zugbegleiter in den Wahnsinn treiben

Thomas Kubina

Die Bahn hat Verspätung. Und wer ist schuld? Bestimmt nicht die Zugbegleiter. Trotzdem bekommen sie oft den ganzen Hass der Fahrgäste ab. Fudder hat neun Dinge gesammelt, mit denen Du jede Zugbegleiterin und jeden Zugbegleiter nervst.



1. Bekommt zu schnell Panik

Wir kennen es. Die Bahn hat Verspätung. Natürlich wollt ihr dann wissen, ob ihr den Anschluss für euren Regionalzug noch bekommen könnt. Aber bitte fragt nicht gefühlt fünf Stunden vorher nach, wie die Lage am Zielbahnhof aussieht. In der Zeit kann noch so viel passieren. Wir Zugbegleiter sind ja keine Hellseher und auch keine Garantie für eure Weiterreise.

2. Bringt eure Finger ins Spiel

Der Zug ist abfahrbereit. Eine Schlüsselumdrehung und die Türen schließen sich automatisch – wenn da nicht noch jemand auf die Idee kommt, sich zwischen die Tür zu klemmen. Dem Einklemmschutz sei Dank, dass sich die Tür nochmals für euch öffnet. Bitte kommt einfach etwas pünktlicher, dann lassen sich durch solche Aktionen auch Verspätungen vermeiden.

3. Habt noch nie was von Fluchtwegen gehört

Ja, ihr lest richtig. Auch in Zügen gibt es Fluchtwege und Sicherheitsvorschriften. Ihr dürft nur einen Koffer und ein Handgepäck mit euch führen. In der Praxis natürlich wirklichkeitsfremd. Nun könntet ihr ja eure zehn Koffer einfach mal an den vorgesehenen Stellen deponieren und nicht immer da, wo man darüber stolpern kann. Zugbegleiter sind keine Akrobaten, sondern Kontrolleure.

4. Erwartet Multitasking

Nein, das Gerät in unserer Hand ist nicht für eure Kaffeebestellungen zuständig. Es kann Fahrscheine kontrollieren und scannen, mehr aber nicht. Wenn wir nun unserer Arbeit nachgehen, können wir nicht gleichzeitig euren Kaffee servieren und nebenbei noch die Welt retten. Unser aufmerksames Servicepersonal läuft gerne durch den Zug und bietet euch Kaffee an, einfach höflich winken.

5. Vergesst, dass ihr nicht alleine im Zug seid

Gute Laune zu haben ist an für sich was Gutes. Sie mit anderen Menschen zu teilen, eigentlich auch. Nur solltet ihr auf eure gute Laune nicht mit zu lauter Musik aufmerksam machen. Im Zug sollte, so gut es geht, Ruhe herrschen. Wir haben nichts gegen Partycrews, aber etwas Anstand gegenüber den anderen Passagieren wäre uns allen angenehm. Und da wären wir beim nächsten Punkt.

6. Seid nicht wirklich zu Hause

Wir wollen natürlich, dass ihr euch im Zug wie zu Hause fühlt. Manchmal hoffen wir aber, dass es bei euch zu Hause nicht immer so aussieht wie im Zug. Stellt ihr etwa eure Schuhe auch auf das weiße Ledersofa? Dann solltet ihr sie auch nicht auf die Zugsitze ablegen. Wenn wir in dieser Logik bleiben, dann werft ihr hoffentlich eure Lebensmittelreste auch nicht einfach neben den Mülleimer. Denkt nachhaltig!

7. Personalisiert eure Tickets nicht

Manchmal gibt es vergünstigte Tickets durch Drittanbieter. Wenn ihr aufmerksam seid, dann könnt ihr damit viel Geld sparen. Es gibt aber auch dreiste Sparfüchse, die das Ticket mehrmals benutzen. Personalisiert heißt nunmal personalisiert. Wie oft müssen wir Zugbegleiter euch nochmal zur Kasse bitten, weil ihr einfach nicht euren Namen und eure Unterschrift drunter setzten könnt. Geiz ist nicht immer geil.

8. Denkt, dass wir lebende Stressbälle sind

Bei aller Liebe. Wir hören uns gerne eure Probleme an, helfen euch weiterzukommen und geben euch Rat. Das macht ein gesundes Menschenverhalten aus. Aber: Bitte denkt, dass wir nicht für alle Probleme der Welt verantwortlich sind. Wir sind auch nicht ein Ventil für euren angestauten Stress, den ihr entweder schon mitgebracht oder erst im Zug entwickelt habt. Wir beißen nicht, oder doch? Testet es nicht aus.

9. Habt manchmal Hummeln im Hintern

Im Zug gibt es einige Sitzplätze. Nicht immer ist was frei. Doch manchmal müsst ihr wohl eure Mindestanzahl an Schritten am Tag auf der Zugfahrt aufholen. Das ist uns Zugbegleitern ein Dorn im Auge, aber nicht vermeidbar. Wenn ihr also euren Spaziergang durch den Zug macht, achtet bitte darauf, dass es eine zweite wie erste Klasse gibt. Wenn ihr in der zweiten Klasse seid, dann bleibt doch bitte da. Dort ist es auch schön.



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