Das kotzt mich an

9 Dinge, die jeden Krankenpfleger in den Wahnsinn treiben

fudder-Redaktion

Der Pflegenotstand ist ein Problem in Deutschland: Trotz Versuchen der Politik werden die Arbeitsbedingungen nicht besser. fudder hat mit einem Krankenpfleger gesprochen und ihn gefragt, welche Dinge ihn in seinem Job in den Wahnsinn treiben.



1. Die Unterbesetzung

Wenn sich eine Pflegekraft allein um 39 Patienten kümmern muss, kann sie kaum auf die Bedürfnisse jedes einzelnen eingehen. Hinzu kommt noch ein massiver Zeitdruck. Dies führt dazu, dass das Pflegepersonal seiner eigentlichen Aufgabe, den Patienten mehr Lebensqualität zu verschaffen, nicht wirklich gerecht wird. Darunter leiden am Ende alle.

2. Die schlechte Bezahlung

Schaut man sich den Arbeitsaufwand, die Wochenstunden und die psychische Belastung der meisten Krankenpfleger an, würde man ein höheres Gehalt erwarten, als das, was der Großteil von ihnen tatsächlich bekommt. Pflegeberufe – sowie viele andere Jobs im sozialen Bereich auch – sind deutlich unterbezahlt.

3. Unfreundliche Patienten

Es gibt eine lustige und erstaunliche Faustregel: Entweder, der Patient ist äußerst nett und die Angehörigen dafür gar nicht, oder genau umgekehrt. Oft müssen sich Pflegekräfte Beleidigungen anhören oder ihre Arbeit wird bemängelt. Dabei haben die meisten Patienten und Angehörigen bestimmt schon einmal vom Pflegenotstand gehört und könnten deswegen ein bisschen Verständnis dafür aufbringen, dass die Pflegekraft ihnen notgedrungen nicht ihre ganze Zeit und Aufmerksamkeit schenken kann.

4. Die Hierarchie im Krankenhaus

Manchmal benehmen sich Ärzte und höhergestelltes Personal den Pflegekräften gegenüber sehr herablassend und unnötig herabwürdigend.

5. Dokumentationsarbeit

Ein nervenaufreibender Teil des Berufsalltags ist die Dokumentationsarbeit. Alles, was getan wird, muss akribisch eingetragen und dokumentiert werden. Dies wäre ja auch nicht so schlimm, wenn dadurch nicht wertvolle Zeit verloren gehen würde, die dem Patienten hätte gewidmet werden können. An manchen Tagen sind es sogar drei ganze Stunden. Wurde diese Arbeit nicht vor Ende der Schicht erledigt, ist man gezwungen, unbezahlte Überstunden zu machen, um alles noch einzutragen.

6. Die eigene Freizeit wird geopfert

Wegen unvorhergesehener Überstunden, zeitaufwendiger Dokumentationsarbeit und allgemeinem Personalmangel muss man als Pfleger ständig damit rechnen, die eigene Freizeit oder den Feierabend zum Wohl der Patienten zu opfern. Manchmal muss man sogar den ganzen Urlaub verschieben.

7. Burnout

Angesichts der Arbeitsstunden, des Zeitdrucks und der psychischen Belastung ist es nicht wunderlich, dass viele Pflegekräfte ausgebrannt sind. Viele wechseln nach ein paar Jahren den Beruf oder nehmen nur noch Teilzeitstellen an.

8. Mangelhafte Lösungsansätze seitens der Politik

Dass Deutschland unter einem Pflegenotstand leidet und dass viele Pflegekräfte überlastet sind, ist nun schon seit Jahren bekannt. Trotzdem wird das Problem von der Politik kaum oder nur sehr mangelhaft angegangen. So wird zwar zurzeit die Schaffung neuer Arbeitsplätze beabsichtigt, aber es scheint vergessen zu werden, dass es bereits viele Stellen gibt, die aber gerade deshalb unbesetzt bleiben, weil sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessern. Genau dort müsste eigentlich angepackt werden.

9. Man verliert die Freude an seiner Arbeit

Eigentlich würde der Job des Kranken- oder Altenpflegers sehr viel Spaß machen, denn man trifft auf Menschen unterschiedlichster Lebenshintergründe. Bedürftigen zu helfen und ihnen einen Teil ihrer Lebensqualität zurückzugeben, ist äußerst bereichernd. Allerdings verlieren viele Pflegekräfte ihren anfänglichen Enthusiasmus und ihre Motivation. Die schlechten Arbeitsbedingungen und die nur sehr langsam voranschreitenden Verbesserungsmaßnahmen sorgen dafür, dass einige sehr gute und ehrgeizige Pflegekräfte komplett die Freude und Begeisterung an ihrer Arbeit verlieren.




Mehr zum Thema: