72 Stunden Arbeit für Andere

Birgit Fritz

In wenigen Stunden startet die größte Sozialaktion Deutschlands: Ab 17.07 Uhr werden 100.000 Kinder und Jugendliche zwischen Nord- und Bodensee rund 7,2 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten. Auch in Südbaden sind mehrere Tausend Jugendliche in über 200 Gruppen bei der 72-Stunden-Aktion am Start.



Mit dabei sind viele Gruppen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), dem sieben katholische Kinder- und Jugendverbände der Erzdiözese Freiburg angehören, beispielsweise Kolping- oder Pfadfindergruppen. Aber auch zahlreiche Gemeinde- und Ministrantengruppen, einzelne Firmteams und Hauptschulklassen haben sich angemeldet.


Die  72-Stunden-Aktion bedeutet für die Kinder und Jugendlichen, in 4320 Minuten oder 259200 Sekunden eine soziale, ökologische, interkulturelle oder gemeinnützige Aufgabe in ihrer Umgebung zu meistern. Ob die Umgestaltung eines Gartens im Pflegeheim, die Sanierung eines Kindergartens oder Erstellung eines Dokumentarfilms über Armut, es gilt stets, etwas für andere zu tun. Deshalb lautet das Motto in diesem Jahr: Uns schickt der Himmel.



„72 Stunden sind genügend Zeit, um an vielen Orten vielen Menschen eine Freude zu machen, solidarisch zu sein mit Bedürftigen und andere zu motivieren, mitzumachen“, lobt Bundespräsident Horst Köhler in seinem Grußwort den Einsatz der Teilnehmenden. „Wenn an einem Ort der Anfang gemacht ist, kommen schnell weitere Helfer hinzu, machen mit und verhelfen damit einer guten Idee zum Erfolg.“

Schon bei der Aktion 2004 wurden die über 14000 Jugendlichen in der Erzdiözese Freiburg von 6000 erwachsenen Helfern unterstützt. Die sind auch bei der Neuauflage nötig. Denn viele Projekte sind so aufwendig, dass die Kinder und Jugendlichen sie nicht alleine lösen können. Beispielsweise das Pflastern eines Pausenhofs. Anpackende Hände sind hier ebenso gefragt wie materielle Unterstützung mit Pflastersteinen oder Maschinen.

Der BDKJ hat bereits zur Mithilfe aufgerufen. Die Gruppen selbst können ihre „Notrufe“ über das Aktionsradio oder per Internet senden. Auch auf unserer Internetseite werden wir ab heute Nachmittag Hilferufe der Gruppen aus dem Verbreitungsgebiet auflisten.



Bislang wissen die Kinder und Jugendlichen noch nicht, wie ihre Aufgaben lauten. Erst um 17:07 Uhr – wenn der Startschuss fällt – erfahren die Gruppen, welche Projekte sie innerhalb von 72 Stunden stemmen müssen. Für die Teams aus dem Stadtdekanat Freiburg gibt es ab 16 Uhr eine Auftaktveranstaltung bei der Seebühne im Seepark mit anschließender Übergabe der Aufgaben. Auch im Dekanat Lahr erhalten die Gruppen ihre Projektaufträge bei einer gemeinsamen Startveranstaltung. Nach dem Startschuss bietet die BZ im Internet auf einer Landkarte eine Übersicht aller Gruppen aus dem Verbreitungsgebiet und deren Aufgaben.

Mehr dazu:

Web: 72 Stunden

14 Bistümer in sieben Bundesländern beteiligen sich an der 72-Stunden-Aktion 2009. Dabei realisieren Katholische Jugendgruppen in 72 Stunden soziale, interkulturelle, politische oder ökologische Projekte. Die Aktion findet in Baden nach 2001 und 2004 zum dritten Mal statt. In der Erzdiözese Freiburg führen der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Jugendbüros der Dekanate die Aktion gemeinsam durch.

[Dieser Artikel ist ebenfalls auf BadischeZeitung.de erschienen.]