69 Momente, die nur Dorfkinder kennen

Marius Buhl

Milch holen beim Bauern, draußen rumrennen bis Mama zum Essen ruft, auf Dorffesten "Wonderwall" grölen – eine Jugend im Dorf ist perfekt. Wir haben zusammen mit unseren Facebook-Fans 69 Momente gesammelt, die nur Dorfkinder kennen:



1.
Großraum-Disko? Zum ersten Mal Party gemacht hast Du in einer Waldhütte.

2. Als Du bei Deiner ersten Fahrstunde mit 70 vom Parkplatz gebrettert bist, hat Dein Fahrlehrer nur wissend genickt: „Dorfkind, ne?“


3. Du hast einen Spitznamen, den in der Stadt niemand verstehen würde. Du weißt ja selbst nicht mal mehr, wie er entstanden ist.

4. Nach jeder Party gab es eine After Hour mit Speckeiern. (Lisa Trahasch)

5. Über die Wiesen rennen und diese kleinen Pilze zertreten, die dann so schön rauchen. Das war das Glück!

6. Wasser trinkst Du noch heute  am liebsten aus dem Bergbach. Eiskalt.

7. Wenn es nach Gülle riecht, dann ist Frühling!

8. Wenn man seinem Vater von seiner neuen Freundin erzählt –  und er nur fragt: „Hän sie Räbä?“ (Hubi Klimmek)

9. Du mochtest die Leute aus dem Nachbardorf nicht. Nein im Ernst, die waren wirklich komisch.

10. An der Bushaltestelle musstest Du im Winter zwanzig Minuten warten, ob der Bus noch kommt. Tat er das nicht, durftest Du heimgehen.

11. Du hattest mit 17 den Führerschein.

12. Die Mutprobe, wenn der Weidezaun unter Strom stand und man ein Feigling war, wenn man ihn nicht angefasst hat. (Heidi Lorenz)

13. Dein bester Kumpel hatte einen Partykeller. Ihr habt Mäxle gespielt und „Wonderwall“ gegrölt.

14. Im Kindergarten hast Du mit Deiner Nachbarin geknutscht. Heute wohnt sie in einer anderen Stadt.

15. Du kanntest die Kühe auf der Weide hinterm Haus beim Namen. Mona, Erika, Wanda.

16. Dorffest? Bestes Wochenende im Jahr!

17. Es gab sogar eine Cocktail-Bar.

18. Am nächsten Morgen war Dein Alkoholpegel allerdings schon Thema an der Bäckertheke, als Du noch nicht einmal aufgestanden warst. (Julia Eff)

19. Milch aus dem Supermarkt? Die hast du in einer Milchkanne geholt –  direkt beim Bauern.

20. Ihr habt nie einen Handwerker bestellt. Das hat der Nachbar gemacht, er ist nicht umsonst Elektriker.

21. Im Winter musstest Du Dich mit Freunden nicht extra verabreden. Du wusstest eh, wo sie sind: am Skilift.

22. Hausaufgaben hast Du im Schulbus gemacht. Ging sowieso 40 Minuten.

23. Einmal warst Du der einzige Mitfahrer im Bus. Du hast dann dem Fahrer erzählt, was es zu Mittag gab.

Bier öffnen, Schiebe schlage, Backstube

24. Bis heute hast Du eine Bierflasche nicht mit einem Öffner aufgemacht. Aber mit Zollstock, Feuerzeug, Tischkante – oder den Zähnen.

25. Du kanntest jeden Busfahrer mit Vornamen.

26. Federball auf der Straße spielen. Bis einer 21 Punkte hat. Ohne, dass ein einziges Auto das Match stört. (Juli Gold)

27. Die erste Band, zu der Du getanzt hast, hieß Wilde Engel oder Lancelot und hat AC/DC gecovert.

28. Schiebi, schiebo, wem soll die Schiebe go? Diesen Spruch versteht niemand aus der Stadt. (Renana Furtwängler)

29.
Du weißt bis heute, wie Spitzwegerich aussieht.

30. Mit nagelneuen Gummistiefeln in einen riesigen Mistfladen springen. Kein Stadtkind kapiert, wie geil das ist.



31. Wenn die Polizei durchs Dorf fuhr, drückten alle ihre Nasen an die Scheiben und guckten, wo sie hinfuhr.

32. Es gab da diese Nacht, in der Du und die Jungs den Bagger auf der Baustelle geknackt haben.

33. Dein erstes Bier hast du mit 14 getrunken. Papa hat’s eingeschenkt.

34. Schon früh hast Du Dich mit tiefgründigen Problematiken beschäftigt –  wie den kulturellen Unterschieden zwischen Ober- und Unterdörflern. (Jana Mack)  

35. Einmal bist Du nachts mit dem Auto über die Wiese gebrettert.

36. Einmal habt ihr euch zu neunt in einen Kleinwagen gequetscht.

37. Am Muttertag bist Du morgens früher aufgestanden und hast hinterm Haus noch Blumen gepflückt. Mutti war stolz.

38. Nach drei Tagen Großstadt fühlst Du dich noch heute unwohl. Du sehnst Dich dann nach Ruhe, guter Luft – und alten Freunden.

39. Wenn Du vom Feiern kamst, bist Du immer noch schnell zum Bäcker. In der Backstube hast Du gefrühstückt.

40. Im Urlaub hast Du das dutzende Kilometer entfernte Freiburg oder den Europa-Park nennen müssen, damit dein Gegenüber wusste, wo Du ungefähr wohnst. (Marie Fischer)

41. Sommer im Dorf. Dieses Gefühl macht Dir noch heute Herzklopfen.

42. Du weißt, dass Du ein Dorfkind bist, wenn der nächste Bus „schon“ in zwanzig Minuten kommt –  und nicht „erst“ in zwanzig Minuten.  (Mareike Bergmann)

43. Wenn Du als kleines Kind in den Dir unbekannten Dorfteil gelaufen bist –   und ein Dorfbewohner erstaunt gefragt hat: „Wemm ghersch Du?“ (Frank Winkeler)

44. Du hast Pfifferlinge gesammelt – mit Opa.

45. Du kennst einen Promilleweg.

46. Mit 18 hattest Du drei Autos angemeldet. Und das Moped.

Asbach-Cola, Heidelbeerkuchen, Bundestagswahl


47.
Wenn man solange mit den Nachbarskindern spielt, bis das erste zum Essen rein gerufen wird. (Lisa Ries)

48. Sommer, Sonne, Badesee.

49. Deine Mitschüler aus der Stadt fanden den See aber immer zu eklig.

50. Du warst bei den Ministranten, obwohl Du nie richtig an Gott geglaubt hast.

51. Als das vorbei war, bist Du der Jugendfeuerwehr beigetreten.

52. Auf deinen Geburtstagseinladungen an Deine Mitschüler stand: „Da, wo sich Fuchs und Hase ’Gute Nacht’ sagen“.

53. Füchse sahst Du jeden Abend.

54. In der Dorfkneipe hast Du die Spezi nicht bezahlt. Du hast anschreiben lassen.

55.
Wenn du im Winter anstatt auf einem Schlitten auf einem Traktorreifen den Berg runter gerodelt bist. (Lydia Knrl)

56. Hättest Du in der Schule so geredet wie daheim mit deinen Eltern, hätte Dich „kei’ Sau  verschdande’“.

57. Du weißt, wie man eine Laterne austritt.

58. Manchmal standest Du im Stau – weil Kühe über die Straße liefen.

59. Ein lustiger Spaß: Fremde, die nach dem Weg fragten, in die falsche Richtung schicken.

60. Niemand backt besseren Heidelbeer-Kuchen als Deine Oma. Schon gar nicht Starbucks.

61. In der Dorfkneipe hast Du Gerichte bestellt, die gar nicht auf der Karte standen. Wurde trotzdem für Dich gemacht.

62. Wenn Dorffest ist – und die einzige Straße gesperrt wird, sodass nichts mehr geht. (Flo Ge)

63. Selbst wenn Du zehn Jahre in Australien leben würdest –  die Leute aus Deinem Dorf vergessen dich nie.

64. Irgendwann hast Du festgestellt, dass Du mit deinem besten Kumpel  eben doch verwandt bist.

65. Asbach-Cola? Her damit!

66. Wenn Du ein Radler bestellt hast, haben die Jungs Dich angestarrt, bis Du zur Kellnerin sagtest: „Na gut, ein richtiges Bier.“ Erleichterung.

67. Wenn ein fremdes Auto durchs Dorf fuhr, fragte Deine Mutter: „Wer war denn das?“

68. Aus dem Kindergarten wurdest Du nicht abgeholt – sondern bist nach Hause gelaufen. (Marc Winkler)

69. Nach der Bundestagswahl wusstest Du genau, wer wen gewählt hat.

Eure Ideen

Auf Facebook pflegen Seiten wie "Dorfkindmomente" oder "Dorfkind-Erlebnisse" die Dorf-Nostalgie. Auch die Fudder-Facebook-User haben dutzende Dorfkind-Momente gesammelt: Außerdem erreichten uns etliche Dorfkind-Momente per Mail - ein Auszug:

1. Wenn die Großeltern nicht zuhause waren, mit 14 den Bulldog geschnappt und mit den Freunden den Rebberg unsicher gemacht.

2. Mit 10 den erste Schluck Schorli vom Opa getrunken - und sich dann so betrunken gefühlt.

3. Die Farbe des Nummernschildes gewählt (natürlich abgelaufen), welches man für dieses Jahr beim Mofa brauchte. Und damit, natürlich mit 13 Jahren, in den Reben und im Dorf rumgegurgt.

4. Zu fünft einen riesen Maibaum von Ihringen nach Merdingen für die Angebetete getragen, mit 15 hatte man schließlich keinen Traktor Führerschein.

5. Im Hochsommer den warmen Teer aus den geflickten Stellen der Straße puhlen.

6. Die schwarzen Füße im feuchten Gras abputzen,  dabei auf Nacktschnecken treten.

7. Weder Abhänge noch Tümpel scheuen, abends die Mückenstiche zählen.

8. Und natürlich Scheiben schlagen im Winter und die Weinlese im Herbst.

9. Der Moment, als das gehäckselte Stroh - das in der heißen Sommerluft flirrte -
dir am ganzen Körper klebte und juckte während du auf dem obersten Strohballen des Wagens
glücklich mit nach Hause fahren durftest.

Mehr dazu:

[Fotos: Cydonna/Photocase.de; Kaesler Medien/fotolia.com]