5 Fragen an ... Frederik Reich, alias Aem16, der heute im Freizeichen auftritt

Laura Wolfert

Am Freitag findet im Freizeichen die dritte "Stabil – Wir schalten hoch" Party statt – unter anderem mit den "Jungs aus der Schaft". fudder hat mit Rapper Fredrik Reich alias Aem16 über die Party und sein neues Album gesprochen.

fudder: Am Freitag findet im Freizeichen die dritte "Stabil – Wir schalten hoch" Party von euch, den "Jungs aus Schaft", statt. Jungs aus der Schafft, wer seid ihr?

Frederik Reich: Wir sind im Endeffekt ein Freundeskreis aus circa sieben Leuten, der sich aus unterschiedlichen Produktionen – Video oder Musik – zusammengeschlossen hat. Mit dabei ist unsere Band "Aem16 und Apfel", die gerade ihre neue Platte "Schwarz / Wald" veröffentlicht haben.

Wir kennen uns ursprünglich aus Freiburg, unsere gemeinsame Arbeit hat aber erst in Berlin angefangen. Georg, Juraj und Sebastian haben das gegründet. Dazu haben wir noch jede Menge DJs im Programm, die immer mal wieder auf Partys auflegen. Genauso auch die Videoproduktion, für die Georg verantwortlich ist. Bei uns kommt ganz viel zusammen – im Endeffekt sind wir aber ein Musiklabel.

fudder: Auf Facebook steht, dass man keinen Eintritt zahlen muss, sollte man komplett im Lamborghini-Gelb gekleidet sein. Wirklich? Was erwartet uns noch bei eurer Veranstaltung?

Frederik: Apfel und ich fangen an zu rappen und wollen auch ein paar Leider unseres neuen Albums "Schwarz / Wald" spielen. Dann gibt es eine weitere halbe Stunde Live-Rap, danach folgen DJs.

Und ja, wir haben einen "Lamborghini-Bezug". Das ist aber nur ein kleiner Spaß. Die Stabil-Reihe hat mit einem Flyer im Stil von Louis Vuitton angefangen. Beim zweiten und auch jetzt beim dritten Mal haben wir eine bekannte Marke reingebracht. Das ist aber nur ein gewisser Trash-Faktor. Wer aber tatsächlich im Lamborghini-Gelb kommt, muss keinen Eintritt zahlen.



fudder: Warum habt ihr euer Album "Schwarz / Wald" nach eurer Heimat benannt, wenn ihr mittlerweile alle in Berlin wohnt?

Frederik: Es gibt ein altes Jazzlabel, das ebenso "Schwarzwald" heißt. Das hat "Apfel" vor längerer Zeit entdeckt. Dann kam die Idee, dass Label zu sampeln, sich daran orientiert, und ein Album zu machen. Weil wir alle hier alle für längere Zeit gelebt haben, oder geboren sind, ist der Schwarzwald-Heimat-Bezug sehr groß. Nach dem man sechs Jahren in Berlin hat man gemischte Gefühle für Freiburg. Man hat den Ort, wo man aufgewachsen ist, reflektiert.

So sind wir zurück in den Schwarzwald und haben das Thema umgesetzt: Dazu hat Album eine Entwicklung. Es geht sehr düster los – schwarz – und wird dann etwas fröhlicher – der Wald. Das sind unsere Gegenseite, die Platte hat auch zwei Seiten. Der Wald ist zusätzlich eine Metapher für den Kopf.

fudder: Ihr habt passend dazu die Platte in einem Bauernhaus im Schwarzwald aufgenommen. Inwiefern hört man das in den einzelnen Tracks raus?

Frederik: Wir waren zu dritt eine Woche in Falkau, einem rauen und düsteren Tal. Wir haben meist die Nacht zum Tag gemacht und sind wenig raus, weil es so viel geregnet hat. Dazu wurde viel gekocht: Das klassische Schwarzwaldleben. Es gibt einen Track, der "Wald" heißt. Der spiegelt die ganze Situation wieder.

Bevor wir zu dieser Hütte gefahren sind, habe ich den ersten Part geschrieben, wie ich es mir dort vorstelle: "Der Fernseher ist aus, der Kamin an. Der Kopf schweift", heißt eine Line. "Gerüche durch Küche, durch Tür in das Wohnzimmer". Und im Endeffekt war es genauso. Somit spiegelt sich die Stimmung, die in diesem Bauernhaus geherrscht hat, teilweise schon in unserem Album wieder.

fudder: Du sprichst von einer ganz gewissen Stimmung, Gerüchen und Gefühlen. Was fühlt man, wenn man das ganze Album "Schwarz / Wald" anhört?

Frederik: Im Idealfall ist es natürlich unterschiedlich. Jeder interpretiert das Album für sich anders. Ich wollte Ehrlichkeit ausdrücken – Ehrlichkeit im Bezug zu meiner Erfahrung mit meiner Heimat. Aber auch sehr viel Unsicherheit, die ich gerne preisgebe. Hinzu kommt sehr viel Wut, Ratlosigkeit, aber auch der Druck, dass es weitergehen muss. Bis dann wieder die schöne Phase im Leben kommt.

Vielleicht hört man eine gewisse Depression im Album raus, die sich dann aber auch wandelt. Dabei kommt der Schwarzwald wieder vor: als etwas Malerisches, Schönes, ein Rückzugsort.
Was: Stabil 3 - Wir schalten hoch
Wann: Freitag, 22.12.2017, 22 Uhr
Wo: Freizeichen, Artik Freiburg - ehemaliges

Schmitz Katze
Web: Facebook-Veranstaltung
Eintritt: 7 Euro

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