5 Fragen an ... Christina Lux, die in der Passage46 ihr neues Album vorstellt

Simona Eftimova

Die Sängerin Christina Lux stellt im März ihr neues Album "Leise Bilder" in der Passage 46 vor. Das Besondere: Zum ersten Mal singt Christina Lux komplett in ihrer Muttersprache. fudder hat mit ihr über die neue CD und ihre Karriere gesprochen.

Christina, in deinem Lied "Uhr" singst du "Ich muss nichts mehr sein, weil ich längst bin". Was oder wer bist du?

Christina Lux: Ich hoffe, dass ich inzwischen so viel Christina Lux wie irgendwie möglich bin. Gelandet in einem guten Gefühl mit dem, was ich bin. Wenn man jung ist, sucht man oft nach Orientierung, nach dem was stimmt. Jetzt breitet sich mehr und mehr ein gutes Gefühl aus, im Moment zu sein und einfach das zu machen, was ich liebe. Es ist schön, mich immer weniger zu fragen, ob ich es Anderen recht mache, sondern einfach zu tun, was mir gut tut.

Du stehst fast 30 Jahre auf der Bühne. Wenn du deinen langen Weg nur mit drei Wörtern beschreiben würdest, welche wären sie?

Beharrlichkeit, Hingabe und Suche. Aufzuhören, zu meinen, ich müsste jemand sein. Und hineinzufallen in das, was ist und es echt zu mögen. Es gibt immer Punkte, an denen man verunsichert wird, ob das, was man macht oder wie man es macht, so ok ist. Aber am Ende gibt es niemanden außer Dir selbst, der das entscheidet und dran bleibt.



Dein neues Album "Leise Bilder" kommt am 23. März. Was ist das Besondere an ihm? Erzählt es etwas mehr als die anderen?

Ja, es ist anders, weil ich jetzt den ganzen Weg in meine Muttersprache gegangen bin. Ich habe in den letzten 20 Jahren überwiegend englische Texte gemacht und dann immer mehr mit deutschen Texten gemischt. 2006 erschien der erste deutschsprachige Titel auf dem Album "Coming Home at Last". Ich musste meine Sprache und die ihr innewohnende Poesie für meine Musik erst entdecken, Stück für Stück. Ich fand es total spannend beim Schreiben zu merken, dass ich noch näher rankomme an die Themen. Die Musik ist weiter gewachsen damit. Die Zeit war reif für mich dieses Album ganz in deutscher Sprache zu machen.

Was steckt hinter dem Namen "Leise Bilder"?

Leise Bilder ist ein Wortspiel. Ich dachte über dunkle und helle Bilder nach, die in einem hochkommen, wenn man sich erinnert. Und dann kamen leise Bilder. Sie sind erst mal leise die Dinge, die sich vorsichtig zeigen, und wenn du die nicht laut stellst, gehen sie unter Umständen an dir vorbei. Auch das ist ein Teil von diesem ganzen Weg. Den Dingen nicht mehr auszuweichen, die sich zeigen. Nur wenn du dich richtig gut kennst, deine Untiefen und Merkwürdigkeiten, dann kapierst du auch, was mit dir los ist und mit anderen. Wir leben in einer Zeit, in der Empathie an Wert verliert und ich versuche da etwas entgegen zu setzen. Für mich war Musik immer das Werkzeug, um den Zugang zu dieser Verbindung zu finden. So ist ein leises Bild eine schöne schwingende Metapher für mich.



Was erwartet die Zuschauer in der Passage 46?

Ich werde mit Oliver George an Schlagzeug, Gitarre und Gesang im Duo spielen. Wir spielen natürlich die Songs des neuen Albums und haben auch noch einige meiner englischsprachigen Songs dabei, die ich nach wie vor sehr gern spiele. Es wird ein lebendiges feines Programm.
Christina Lux, geboren 1965 in Karlsruhe, ist eine deutsche Musikerin, Sängerin, Gitarristin und Komponistin. Seit 1983 ist sie als Musikerin zuerst in lokalen Rockbands und später in Jazz-Formationen aktiv. 1999 erschien ihr Debüt-Album "Little Luxuries" und danach folgten noch sieben weiteren CDs. Ihre Texte, vorwiegend in englischer Sprache geschrieben, sind eine Mischung aus Funk-Folk, Soul und Pop. Am 23.März kommt das neue Album "Leise Bilder", das Erste in ihrer Muttersprache.

Was: Christina Lux Duo
Wann: 18. März 2018, um 20 Uhr
Wo: Passage 46, Bertoldstraße 46