4 Tipps zum sicheren Grillen

Andreas Braun

Der Sommer steht vor der Tür und der Grill damit wieder im Garten. Jedes Jahr kommt es dabei aber auch zu vielen Verletzungen. fudder hat mit zwei Experten Tipps zum Grillen zusammengestellt – etwa wie ihr mit Brandverletzungen umgeht.

Spätestens jetzt, zu Beginn der Pfingstferien, sind die Badeseen im Breisgau und das Dreisamufer wieder voll mit feiernden Grillmeistern. Doch das Grillvergnügen kann schnell vorbei sein, wenn es zu Verletzungen kommt. "Bislang blieben Verbrennungen und Verbrühungen durch Grills noch aus", so der Leitende Notarzt Frank Koberne, "doch die kommen leider noch". Wir haben mit ihm und seinem Kollegen Ralf Götz, Rettungsdienstleiter beim DRK, über sicheres Grillen gesprochen.


1. Leichte Brandverletzungen vorsichtig kühlen und trocken verbinden

Die wohl häufigste Folge von Grillunfällen sind Verbrennungen. Ausversehen an den Grillrost oder die glühende Kohle gefasst, schon ist die Haut rot und schmerzt. "Solange es weh tut, ist es gut", meint Frank Koberne aus medizinischer Sicht. "Bei Hautrötungen hilft es, 10-20 Minuten lang die betroffenen Stellen mit lauwarmem Wasser zu kühlen und dann trocken zu verbinden." Zudem gebe es auch Brandwundenpflaster in der Apotheke.

Kritischer wird es bei schwereren Verbrennungen, wenn auch tiefer liegende Hautschichten verbrannt sind. Neben Blasenbildungen kann es im schlimmsten Fall auch zum Verkohlen und damit zum Absterben der Haut kommen.

"Starke Schmerzen oder auch Blasenbildungen nach großflächigen Verbrennungen sind ein Grund, den Rettungsdienst zu rufen", stellt Ralf Götz klar. Da helfe nur die schnellstmögliche Weiterbehandlung in der Klinik.

2. Auf keinen Fall flüssige Brandbeschleuniger verwenden

Das Grillen mit einem Kohlegrill ist nur dann eine Gefahr, wenn Regeln nicht beachtet werden. "Auf keinen Fall sollte mit flüssigen Grillanzündern wie Spiritus gearbeitet werden", warnt Frank Koberne, "glüht die Kohle bereits, kann es durch die Gase sofort zu einer Stichflamme und dadurch zu Verletzungen im Gesicht und Lungenschäden kommen".

Deshalb sollte auch stets ein Eimer Wasser oder eine Löschdecke bereitstehen, denn brennt die Kleidung, besteht die akute Gefahr, dass der Stoff mit der Haut verklebt. Besonders für Kinder sind schwere Brandverletzungen schnell lebensgefährlich, da sie eine dünnere Haut und eine kleine Körperoberfläche haben.

3. Niemals in geschlossenen Räumen grillen – Kohlenmonoxidgefahr

Bei schlechtem Wetter möchten viele nicht auf ihr gegrilltes Steak verzichten. Doch beim Grillen mit Kohlegrills entsteht Kohlenmonoxid, ein farb- und geruchloses Gas, das sich in geschlossenen Räumen schnell verbreitet und tödlich ist. "Die Betroffenen merken gar nicht, dass sie sich in akuter Lebensgefahr befinden. Auch in Shisha Bars oder durch defekte Gasthermen kann es zu Kohlenmonoxid Vergiftungen kommen", sagt Notarzt Frank Koberne.

4. Die gefährliche Kombination Grillen, Alkohol und Badengehen vermeiden

Ein besonderes Anliegen ist es Ralf Götz und Dr. Frank Koberne auf die Gefahr von Grillen, viel Alkohol und Baggerseen hinzuweisen. Frank Koberne erklärt den Zusammenhang: "Jedes Jahr passiert es auch in Freiburg, dass die Menschen grillen, dabei Alkohol trinken und dann zum Schwimmen in den See gehen. Die Folgen davon sind dann Selbstüberschätzung und tragische Badeunfälle."
Ralf Götz ist Rettungsdienstleiter des DRK Rettungsdienstes Freiburg, zu dem die Rettungswachen in Freiburg, Breisach und Kirchzarten gehören. Zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst führt das DRK die Notfallrettung in Freiburg durch. Dr. Frank Koberne ist Anästhesist, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes und Leitender Notarzt in Freiburg.

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