Nahverkehr

1500 neue Radparkplätze für Freiburgs Zentrum

Simone Höhl

Stadt und Universität legen ein Konzept mit mehr Stellplätzen als erwartet vor, das sie dieses Jahr umsetzen wollen – und das auch auf Schrotträder und Dauerparker zielt.

Um sein Konzept durchziehen zu können, braucht das Garten- und Tiefbauamt grünes Licht vom Gemeinderat. "Wenn’s einfach wäre, hätten wir es längst gemacht", meint Amtsleiter Frank Uekermann.


Rund 500 Radabstellplätze sollen jeweils entlang der Rottecktram-Strecke, an der Uni und im übrigen Zentrum entstehen. Das geht aus einem Konzept hervor, das der Gemeinderat am 24. April beschließen soll und der BZ vorliegt. Seit Jahren mangelt es an Radbügeln, das Garten- und Tiefbauamt (GuT) kündigte an, verstärkt Standorte zu suchen. Doch GuT und Uni kamen nicht voran, zuletzt scheiterte die Idee mit dem Tangobrunnen und Ende 2018 fallen massig Radbügel weg, die übergangsweise auf den Gleisen vor der UB geparkt sind. Aber jetzt wird geliefert.

Platz der Alten Synagoge soll frei bleiben

An der Rottecklinie verdoppelt das GuT "durch erhebliche Anstrengungen" die Radparkplätze auf fast 1000. "Nachher haben wir mehr als vorher", sagt Amtschef Uekermann. Die meisten werden am Siegesdenkmal, am Fahnenbergplatz und zwischen Eisenbahn- und Bertoldstraße stehen. Der Platz der Alten Synagoge soll frei bleiben.

Am Platzrand stellt das Landesamt Vermögen und Bau Radbügel auf. Es ist für die Uni zuständig und Amtsleiter Karl-Heinz Bühler hatte bis zu 300 neue Plätze in Aussicht gestellt. Nun steigt die Zahl von 1100 auf 1600 – an Kollegiengebäuden, Unibibliothek, Rempartstraße und Uni-Innenhof. "Da hat die Feuerwehr das letzte Wort", sagt Jürgen Steck vom Arbeitskreis Nachhaltige Universität: Ob alle Plätze während der KG-II-Sanierung bestehen bleiben, sei noch unklar. Der Arbeitskreis arbeitet an weiteren Vorschlägen, zum Beispiel für UB und Institutsviertel, wo Räder oft im Fluchtweg stehen. Am Chemiehochhaus markieren die ersten Piktogramme Radparkverbote.

"Die Räder stehen jetzt auch da, nur ungeordnet." Frank Uekermann
Weil die Not groß ist, nahm das GuT die ganze Innenstadt unter die Lupe, auch bereits verworfene Flächen. Private und optische Gründe kommen künftig auf den Prüfstand. Das Amt schlägt zur näheren Untersuchung 27 Standorte in und am Rand des Zentrums vor, zum Beispiel unter der Stühlinger Brücke und auf Autoparkplätzen am Theater. Vieles birgt Konfliktpotenzial, etwa Bügel in Oberlinden und vor Schaufenstern der Schwarzwaldcity. "Aber die Räder stehen jetzt auch da, nur ungeordnet", so Uekermann. Mehr Platz verspricht er sich auch durch ein Ideenpaket zu Rädern, die Stellplätze blockieren. Die Stadt darf nur Schrott entfernen oder Abstellanlagen zum Sanieren und Warten leeren lassen – vergessene Räder werden so aussortiert. Das GuT will nun den Parkplatz am Hauptbahnhof und die 60 "Bike & Ride" regelmäßig räumen, reinigen und reparieren – bis zu zwölf Anlagen zweimal im Jahr. Das Ankündigen, Sperren und Räder Lagern soll ein Dienstleister für etwa 70 000 Euro im Jahr übernehmen. Der könnte auch intensiver Schrotträder suchen.

Die Uni darf auf ihrem Gelände vergessene Drahtesel einfach entfernen. Das will sie verstärkt tun, fragliche Räder eine Zeit lang mit Banderolen versehen, die bei Bewegung reißen. So macht das auch die Uni Tübingen, erklärt Steck: "Wir erfinden das Rad nicht neu."

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