8. März 2019

13 (un)konventionelle Ideen, wie Du den Weltfrauentag zelebrieren kannst

Gina Kutkat & Anika Maldacker

Am Freitag ist Weltfrauentag. Ein Grund, ein Zeichen zu setzen, aktiv zu werden oder gar aufmüpfig. fudder hilft dir dabei: Mit diesen 13 Tipps kannst Du Deinen Weltfrauentag sinnvoll gestalten.

Breitbeinig in die Bahn oder den Bus setzen!

Zugegeben, wir fordern weiterhin, dass Männer eben nicht breitbeinig in der Bahn oder im Bus sitzen und ihrer Sitznachbarin oder ihren Sitznachbar dazu zwingen, sich zusammenzukauern. Manspreading geht gar nicht! Aber am Weltfrauentag kann man die Verhältnisse auch mal umdrehen. Frauen, setzt euch breitbeinig in die Bahn, in den Bus oder an sonstige öffentliche Orte. Und beobachtet doch mal, wie euer Sitznachbar reagiert. Vielleicht ergibt sich ein konstruktives Gespräch.



In einer feministischen Organisation engagieren!

Engagement in einer feministische Gruppe bringt nicht nur der Organisation und den Teilnehmern etwas, sondern auch Dir selbst. Bei Tritta, einem Verein für feministische Mädchenarbeit, lernen die Teilnehmerinnen, wie sie sich durchsetzen und verteidigen können.
Im fz, dem feministischen Zentrum Freiburgs, engagieren sich Frauen, Lesben, Trans und Inter für ein feministisches Freiburg. Verschiedene Gruppen treffen sich dort für Workshops, Lesungen, Filmabende oder Yoga.
Beim Verein Feministische Geschichtswerkstatt können sich alle Frauen bei einem Frauencafé treffen, sich austauschen, außerdem hat es sich zum Ziel gesetzt, die Frauengeschichte vor Ort zu erörtern. Anlässlich des Jubiläums des Frauenwahlrechts gibt es am 13. März einen frauengeschichtlichen Stadtrundgang durch Freiburg.
  • Feministische Geschichtswerkstatt: Website
Beim feministischen DJ-Kollektiv FemBPM setzen sich Frauen für andere Frauen hinten den Decks ein.
Demonstrieren gehen!

In Freiburg präsentieren sich am 8. März von 11 bis 15 Uhr Frauenverbände mit Infoständen auf dem Rathausplatz, um 13 Uhr findet eine Kundgebung statt. Um fünf vor 12 ruft der Feministische Frauenstreik Freiburg alle Frauen und Queers dazu auf, sich mit einem Stuhl in den öffentlichen Raum zusetzen. An den Stühlen sollen Plakate befestigt werden mit der Aufschrift "ich streike" oder "ich streike, weil....". Die Aktion kann dezentral stattfinden: vor dem Arbeitsplatz, vor der Haustür oder auf dem Rathausplatz. Alle, die mitmachen, können ein Foto unter dem #ichstreike8M posten oder an ichstreike8m@riseup.net senden.

Patriarchy Chicken spielen!

Die Idee stammt von der britischen Historikerin Charlotte Riley. Sie pendelt täglich von Ost-London nach Southampton und dabei fiel ihr vor allem eins auf: Sie wich Männern aus – beim Laufen, Treppe steigen und so weiter. Weil sie darauf keine Lust mehr hat, entwickelte sie das Spiel "Patriarchy Chicken": Männern nicht ausweichen und dabei lächeln. Klingt einfach? Ist es aber nicht! Denn man muss seinen sozialen Instinkt, ausweichen zu wollen, überlisten. Kollision mit Männern vorprogrammiert!

Die Menstruation enttabuisieren!

Menstruation ist so natürlich wie Sex – und trotzdem wird viel zu wenig darüber gesprochen. Außerdem klaffen riesige Lücken, was das Wissen um die Regel angeht. Ändern kann man das nur, in dem man darüber spricht und die Menstruation als das sieht was sie ist: Eines der vielen Wunder des weiblichen Körpers. Also: Verliebe dich in deine Menstruation und sei stolz darauf.

Einen feministischen Porno unterstützen!

Das Freiburger Porno-Start-Up Feuerzeug hat seinen ersten Sexfilm produziert. Er wurde unter fairen Bedingungen realisiert, inhaltlich unterscheidet er sich stark von Mainstream-Pornos à la Youporn und Pornhub. Die Frau wird nicht zum Sexobjekt degradiert und ihr Vergnügen ist mindestens genausowichtig wie das des Mannes. Unbedingt anschauen!
Konsumstreik: Keine Frauenprodukte kaufen!

Frauen zahlen für Drogerieartikel wie Rasierer, Cremes und Körperlotions oft mehr als Männer. Schuld daran ist die "Pink Tax": Hersteller verlangen für "weibliche" Produkte oft mehr Geld – auch wenn sie sich nicht von den männlichen Produkten unterscheiden. Mache in Deinem Umfeld deutlich, welche Marken eine Pink Tax erheben und konsumiere sie nicht mehr.

Geschlechter – und Schönheitsnormen infrage stellen!

Warum schminkst Du Dich morgens? Weil Du Dich schöner fühlen oder den gesellschaftlichen Normvorstellungen entsprechen möchtest? Make-up oder nicht – das ist eine groß diskutierte Frage unter Feministinnen. Die einen sehen es als patriarchalen Zwang, die anderen als Instrument der Ästhetik. Wie stehst Du dazu? Mache Dir bewusst, was Schminken oder auch Anziehen für Dich bedeuten.



Feministische Bücher Lesen!

Lesen ist immer das beste Mittel, um sich weiterzubilden. Passend zum Weltfrauentag empfehlen wir euch folgende Bücher von Autorinnen, die mit klugen Gedanken und Einstellungen beeindrucken:
Andere Frauen stärken!

Es ist nicht einfach nur ein platter Spruch: Frauen müssen zusammenhalten! Noch viel zu oft gibt es Missgunst oder gar Niedertracht zwischen Frauen. Das muss aufhören. Wir müssen uns untereinander stärken, egal aus welcher Kultur wir kommen, welche Hautfarbe wir haben und was wir können.



Einen Film schauen, der den Bechdel-Test besteht!

Der Bechdel-Test ist benannt nach seiner Erfinderin, der amerikanischen Comic-Zeichnerin Alison Bechdel. Der Test bewertet nicht die Qualität eines Films, sondern stellt die Frage, ob eigenständige weibliche Figuren vorkommen. Hintergrund ist die Tatsache, dass Frauen in Spielfilmen immer noch unterrepräsentiert sind. Beantwortet ein Film folgende drei Fragen mit ’Ja’, ist der Test bestanden:
  • 1. Kommen mindestens zwei namentlich bekannte Frauen vor?
  • 2. Wenn ja, reden diese Frauen miteinander?
  • 3. Und zwar über etwas anderes als Männer?
In Freiburg laufen zum Beispiel gerade ’The Favourite’, ’Roma’, ’Beale Street’ und ’The Hate U Give’ – sie alle haben den Test bestanden.

Gebrauch vom Entgelttransparenzgesetz machen!

Hinter diesem sperrigen Namen verbirgt sich das Recht einer Arbeitnehmerin oder eines Arbeitsnehmers, das Gehalt seiner Kollegen zu erfahren. In der Realität ist das seit Anfang 2018 geltende Gesetz ein Witz.Es gilt nur bei Betrieben mit einer bestimmten Größe und nur bei Kolleginnen oder Kollegen, die eine ähnliche Tätigkeit wie man selbst ausübt. Aber hey, es geht darum, ein Zeichen zu setzen.

Nicht unsichtbar sein wollen!

Zu oft tun wir Frauen es, vor allem in großen (Männer-)Runden: Unsichtbar sein wollen. Schluss damit! Wir müssen uns nicht verstecken. Auch wenn unsere Stimme piepst, wir leiser sprechen und es nicht lieben, unsere Erfolge permanent runterzuleiern. Trotzdem sind wir wer und trotzdem kann man uns zuhören.



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