10 Tipps: So wird Dein Zivildienst super

Frederik Baumann

Von 2011 an dauert der Zivildienst nicht mehr neun, sondern nur noch sechs Monate. Das hat das Bundeskabinett in dieser Woche beschlossen. Du wurdest schon gemustert und hast dich für den Zivildienst entschieden? Frederik hat für zehn Tipps zusammengestellt, damit deine Zivi-Zeit super wird.



1. Auf der Suche

Selbst wenn du innerlich noch hoffst, ausgemustert zu werden, lohnt es sich, früh mit der Suche nach einer passenden Dienststelle anzufangen. Jetzt hast du noch Zeit, dir eine Dienststelle auszusuchen, bevor du irgendwohin zwangsversetzt wirst. Nutze die Chance! Nichts ist schlimmer, als eine Arbeit zu tun, die man gar nicht machen will.


Bei der Stellenbörse vom Bundesamt für den Zivildienst kannst du dir Zivildienstplätze anzeigen lassen, die nach Tätigkeitsschwerpunkten sortiert sind. Außerdem kannst du dort nach Stellen suchen, für die man keinen Führerschein braucht oder die eine Dienstunterkunft anbieten. Wühle dich also durch die Zivildienststellen-Börsen im Internet und pick’ dir was Gutes raus.

2. Stadt, Land, Zivi…

Da dir bei einer Zivi-Stelle mit einer größeren Entfernung zu deinem eigentlichen Wohnsitz eine Dienstunterkunft gestellt werden muss, such' dir doch eine Zivi-Stelle in einer anderen Stadt. Zum Beispiel eine Stadt, die du schon immer toll fandest, oder der Ort, an dem du später studieren möchtest. Mach einfach mal die Erfahrung, deinen eigenen Haushalt zu führen, ohne bemuttert zu werden.

3. Deine Zivi-Stelle

Such' dir eine Zivi-Stelle, die möglichst in der Nähe deiner Wohnung liegt, sofern du Einfluss darauf hast! So kannst du nach durchfeierten Nächten länger schlafen und musst dich nicht mit Bus und Straßenbahn zur Arbeit schleppen.

Außerdem sollte dir die Arbeit bequem erscheinen und zu dir passen. Die Wenigsten wissen, dass es nicht nur Zivi-Stellen im Pflegebereich oder in der Senioren- und Behindertenbetreuung gibt. Alternativen sind Jobs in Großküchen, in der Verwaltung, in technischen und hausmeisterlichen Bereichen oder im Umwelt- und Denkmalschutz.

Außerdem gibt es alternative Dienste, die als Ersatzwehrdienst anerkannt sind. Dazu gehören beispielsweise der andere Dienst im Ausland und das Freiwillige Soziale oder das Freiwillige Ökologische Jahr. Such’ dir auf keinen Fall eine Stelle, bei der du total vereinnahmt wirst und Stress garantiert ist. Wenn du schon zum Zivi gezwungen wirst, dann mach dir ’ne schöne entspannte Zeit draus.



4. Deine Aufgaben

Achte darauf, dass deine Dienststelle keine Zusatzverpflichtungen zum gewöhnlichen Zivildienst im Vertrag versteckt. Du bist zwar Zivi und kein richtiger Angestellter wie deine älteren Mitarbeiter, deshalb musst Du aber nicht all die Arbeiten erledigen, die die anderen nicht machen wollen. Auf Zivildienst.de findest Du eine Lieste Deiner Rechte und Pflichten als Zivi. Wenn du pflichtbewusst arbeitest, dann werden dir schnell auch wichtigere und komplexere Aufgaben zugeteilt. Zeige deinen Vorgesetzen und Mitarbeitern, dass du zuverlässig bist.

Schon bei der Stellensuche auch einmal an die Arbeitszeiten denken: Wochenenddienste oder Nachtschichten sind nervig. Zivis im Denkmalschutz, in der Verwaltung oder im Kindergarten müssen eher selten nachts arbeiten.

5. Deine neue Familie, die Mitarbeiter

Achte bei deinem Zivi-Vorstellungsgespräch, wie die Angestellten gelaunt sind. Bist du der Meinung, dass die Mitarbeiter locker drauf sind und das Arbeitsklima gut ist, schlag zu. Wird viel gelacht und getratscht, kann dein Zivildienst richtig lustig werden: bei guter Atmosphäre kann sogar stumpfsinnige Arbeit Spaß machen.


6.
Wo wohnen?

Wie oben schon erwähnt, gibt es Dienststellen, die dir eine eigene Unterkunft stellen. Wenn diese Wohnung neben einer Straßenbahnhaltestelle liegt, ist das schon mal ein guter Anfang. Unbedingt nachfragen!

7. Wie wohnen?

Versuche, in einer WG unterzukommen. Ein ganzes Zivi-Haus wäre optimal. Lerne für dich selbst zu sorgen. Das musst Du früher oder später ohnehin.



8. Überstunden und Urlaub

Wenn du das Unglück hast, Wochenenddienste übernehmen oder sonstige Überstunden machen zu müssen, dann bau' sie nicht gleich am nächsten Tag ab. Spare sie dir bis zum Schluss auf und lege dir eine Art Zeitkonto an, auf dem du Überstunden sammelst. Nimm im letzten Monat deinen Diensturlaub, der dir rechtmäßig zusteht, und verlängere ihn um deine vielen angehäuften Überstunden - dann ist Dein Zivildienst ist früher rum, als erwartet.

Was viele Zivis übersehen und leider nicht nutzen: Rüstzeiten und Werkwochen: Meist dauern diese Erholungs- und Weiterbildungsseminare eine Woche. Angeboten werden beispielsweise Meditation, Felsklettern oder Segeltörns in Holland. Gönn' dir doch mal 'ne Auszeit!

9. Money, Money, Money

Du bekommst ausreichend Sold. Es gibt aber noch andere Zusatzleistungen wie Dienstbrillen, Verpflegungsgeld, Kleidergeld und Mobilitätszuschläge. Prüfe gleich am Anfang, auf was du alles ein Anrecht hast. Mache deinen Anspruch bei deiner Zivildienststelle auch deutlich und frage nochmal nach, ob du besondere Leistungen zusätzlich zu deinen normalen Einkünftenbekommst.

Außerdem werden die Kosten von Weiter- und Fortbildungen teilweise oder sogar ganz übernommen. Wenn dich Deutschland schon geißelt, dann fühl Dich nicht schlecht dabei, wenn Du ein Maximum an Vorteilen für dich und deine berufliche Zukunft dabei herausholen willst.

10. Motivation

Gut, du hättest schon studieren, arbeiten oder eine Ausbildung machen können. Der Wehr- oder Ersatzdienst hat deinen Karrierestart verzögert. Dennoch gilt: Sei motiviert. Die Leute brauchen dich. Und sei vorsichtig, was den Umgang mit deinen Anvertrauten, deinen Mitarbeitern und deinen Vorgesetzten angeht: Du bekommst auf jeden Fall ein Arbeitszeugnis ausgestellt.

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[Bilder: dpa]