Öffentlicher Raum

Zwei Wochen lang bringt "Open Art" Kunst in den Freiburger Alltag

Emilia Gänsler

Das Open-Art-Festival ist zum vierten Mal in Freiburg. In der ganzen Stadt stellen 66 Freiburger Künstlerinnen und Künstler für zwei Wochen an öffentlichen Orten wie der Blauen Brücke oder im Café Joris ihre Kunst aus.

Ob beim Schlendern durch den Stadtgarten oder beim Kaffee trinken – in Freiburg wird man die nächsten Tage immer wieder mit Kunstwerken verschiedenster Art konfrontiert sein. Am Samstag, den siebten Mai, startete das vierte Mal das Open Art Festival in Freiburg. 66 Künstlerinnen aus dem Raum Freiburg bieten bis zum 22. Mai ihre Kunst zum Besten, und das an vorerst ungewöhnlichen Orten: Alle Ausstellungsorte wie Lebensmittelläden oder Restaurants sind in das alltägliche Leben eingebunden und für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Hinter diesem Konzept steckt die Idee, Kunst direkt zu den Menschen zu bringen und einen künstlerischen Dialog einzugehen. Gezeigt werden unter anderem Gemälde, Skulpturen, Performances, Vorträge und Flashmobs. Enden wird das Festival mit einer Preisverleihung im Stadtgarten am 22. Mai um 16 Uhr.

fudder-Reporterin Emilia hat mit zwei am Open Art Festival ausstellenden Künstlerinnen gesprochen.

Rebecca Speth, 27
Rebecca Speth studiert seit 2019 Kunst mit Schwerpunkt Bildhauerei in Freiburg und wird in dem Möbelladen "Holzladen" Holzskulpturen und Wandwerke ausstellen. Die Studentin konnte ihren Ausstellungsort in Freiburg frei wählen und erklärt: "Die Bedingung für Open Art war natürlich, dass man etwas in Verbindung mit dem Ort kreiert. Bei mir war direkt klar, dass der Ort etwas mit Holz zu tun haben muss." Ihre Skulpturen fertigt sie aus Fundstücken und lässt sich später beim Anfertigen von der Natur inspirieren. Angefangen hat sie ursprünglich mit Malerei, hat dann aber irgendwann bemerkt, dass sie "voll auf Strukturen abfährt." Auf das Open Art Festival aufmerksam wurde sie durch eine Kommilitonin und auch der Slogan des Festivals hat sie direkt überzeugt: "Kunst im Dialog mit dem Alltäglichen - Alltag im Dialog mit der Kunst".
Korona Stejke, 44
Seit 22 Jahren lebt Korona Stejke in Freiburg: mit Kunst hatte sie allerdings schon von klein auf viel zu tun: "Mit meiner Geburt bin ich zur Kunst gekommen.", erzählt sie leidenschaftlich. Als sie dann vor kurzem von einer Kunstkollegin auf das Open Art Festival hingewiesen wurde, war ihr klar, dass dieses genau für sie gemacht sei. Auf der Blauen Brücke mitten in Freiburg stellt sie im Zuge des Festivals 13 fiktive Wahlplakate aus – jedes mit anderem Motiv und anderem Wahlslogan. "Ich bin ein großer Fan von Kunst im öffentlichen Raum und ich finde Kunst sollte für jeden zugänglich sein und in unserem Alltag stattfinden.", meint Korona Stejke, "Ganz viele Menschen waren noch nie auf einer Vernissage." Sie erachtet es als schwer, in der Öffentlichkeit auszustellen und sieht das Festival als eine ganz neue Möglichkeit an, einen künstlerischen Raum zu schaffen. Auf die Frage, was Kunst für sie bedeutet, antwortet die 44-jährige Künstlerin: "Ich bin in der DDR groß geworden und in meinem sozialen Umfeld ging es nicht immer so frei zu. Man ist immer wieder auf Grenzen gestoßen, aber die Kunst war für mich immer ein großer freiheitlicher Raum."
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