Start-Up

Zwei 18-jährige Bad Krozinger führen ihr eigenes Marketing-Unternehmen

Maxim Melzer

Sie sind 18 – und Jungunternehmer: Tom Fischer und David Ahvlediani aus Bad Krozingen haben 2019 ihr eigenes Unternehmen Aris gegründet. Sie erstellen Marketing-Instrumente wie Videos und Logos für Firmen – und das klappt super, sagen sie.

Die Idee

"Es war schon immer meine Leidenschaft Videos zu machen, mit der Zeit wurde es immer professioneller", sagt Tom Fischer. Für seinen Traum hat er sogar das Abitur abgebrochen. Vor rund einem Jahr gründeten sein Freund David Ahvlediani und er und das Unternehmen Aris Media in Bad Krozingen. Mit diesem erarbeiten sie Marketingprodukte für Unternehmen. Die beiden kennen sich schon seit der Kindheit. "Man kann sagen, wir hatten die gleiche Lebensgeschichte", erzählt Tom. Sie wären zusammen schon durch dick und dünn gegangen. Kreatives filmen und Videos bearbeiten, diese Leidenschaft teilen beide schon lange. "Vor etwa fünf Jahren gab’s dann ein bisschen Geld für ein paar Videos", erzählt Tom. Das sei von Zeit zu Zeit immer mehr geworden. "Das Geld für unseren ersten Auftrag mussten wir uns sogar mehr oder weniger einklagen." 60 Euro seien das gewesen.

Den Gedanken ein Gewerbe anzumelden hatte Tom mit 16 Jahren. Ihm war klar, dass er dabei Hilfe brauchen würde: "Dann wurde mir schnell bewusst: Ich werde David fragen". Mittlerweile sind beide 18 Jahre alt. Offiziell angemeldet wurde das Unternehmen ein Tag nach Davids 18. Geburtstag am 22. Februar 2019. "Damals hatten wir noch gar kein Wissen in Sachen Geschäftsführung", erzählt David. Das hätten die Freunde sich alles selbst durch Online-Fortbildungen beigebracht. Die ersten Einnahmen haben sie komplett in ihre Fortbildung investiert. "Trotzdem lernt man im Praktischen viel mehr", sagt David: "Bildung bringt nichts, wenn du das Gelernte nicht umsetzt."

Das Konzept

"Wir produzieren den ganzen kreativen Auftritt unserer Auftraggeber", erzählt Tom: "Also das Logo oder Marketing-Videos, aber auch wie zum Beispiel welche Schriftart auf der jeweiligen Unternehmens-Website zu sehen ist. Der Weg dahin ist lang, denn der Kunde soll so viel wie möglich in den Entstehungsprozess mit eingebunden werden. Sie wollen die Unternehmen auf dem Weg zum perfekten Branding begleiten, die Verantwortlichen sollen selbst Spaß am Projekt haben, sagt David. Um das Erarbeitete bestmöglich an den Kunden zu bringen, arbeitet Aris mit Marketing- Unternehmen zusammenarbeiten, die dann herausfinden sollen, wo die Videos am besten auffallen. Die kooperierenden Firmen erstellen ein Unternehmensprofil und suchen beispielsweise geeignete Social-Media-Plattformen für die Zielgruppe des jeweiligen Unternehmens.

Die Philosophie

"Mittlerweile sind wir an einem Punkt, an dem wir uns unsere Aufträge aussuchen können. Wir machen nur Sachen, die zu uns passen und uns gefallen", sagt Tom. Man setze auf langfristige Aufträge, am Ende wolle man ein perfektes Produkt verkaufen. Für die Jungs heißt es "Qualität vor Quantität": Manchmal nehmen sie nur zwei Aufträge an, die dann aber langfristig und nachhaltig sind. Normalerweise schwanke die Anzahl der Projekte immer zwischen zwei und 20. "Viele Anfragen, die nicht ganz zu uns passen, vermitteln wir dann aber weiter an befreundete Kollegen" erzählt er.

Inzwischen haben sie einen festen Stamm an Freelancern. "Wir wollen nur noch führen und die besten Mitarbeiter an die perfekt passenden Kunden vermitteln." Beide wollen nur Mitarbeiter, die in ihrem Fachbereich besser sind als sie. Nur so komme der frische Stil, visuell sowie inhaltlich zustande. "Unser Ziel ist es Kreativität mit Business zu vereinen."

Ihre Projekte

Aris hat schon einige Projekte begleitet. Unter anderem produziert das Unternehmen die After-Show-Videos der"Vacation Beats"-Partyreihe in Freiburg. Zusammen mit dem Staatsministerium und der Hochrheinkomission haben die Jungs einen mehrmonatigen Demokratieworkshop für junge Erwachsene mit der Kamera begleitet. Die Teilnehmer versuchten in verschiedenen Arbeitsgruppen Lösungen für politische Probleme in Deutschland zu formulieren. Diese wurden im November in Stuttgart einigen Politikern vorgestellt. Außerdem produzierte Aris einen Businessblog der Macher des Youtube-Kanals "Simple Club", die millionenfach geklickte Lernvideos produzieren. Und für die Zukunft sei auch schon einiges geplant.

Ihre Vision

"Das Unternehmen soll weiterhin dynamisch wachsen", sagt Tom: "Und irgendwann wollen wir den "Aris-Park eröffnen". Das soll ein Park werden, in dem kreative Köpfe ihre eigenen Ideen umsetzen und dabei auf wichtiges Wissen anderer zugreifen können. "Also eine Art Europa-Park für Kreative. Wir wollen diese Menschen fördern, ihnen neue Möglichkeiten bieten", führt er aus. Um dies zu ermöglichen muss aber erstmal ein Arbeitsplatz her, bisher arbeiten die Jungs noch von zuhause. "Einen Laptop haben wir ja immer dabei, mehr brauchen wir nicht".

Finanzierung

"Aris" ist ein eingetragenes Unternehmen. "Anfangs haben uns unsere Eltern natürlich unterstützt, das ist inzwischen aber nicht mehr notwendig", meint David. Das Unternehmen trage sich selbst durch seine Gewinne. Die fallen hoch aus, denn Fixkosten entstehen so gut wie gar nicht, sagen die beiden. Die Jungs brauchen weder Geschäftsräume noch feste Mitarbeiter. Das meiste investieren sie in ihre eigene Weiterbildung oder neue Technik.
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