Festival-Absage in Freiburg

ZMF-Chef: "Wir sind zuversichtlich, dass es 2022 ein ZMF gibt"

Peter Disch

Zum zweiten Mal in Folge fällt das ZMF aus – und damit der Coronapandemie zum Opfer. Die geplanten Konzerte sollen 2022 nachgeholt werden. Bis dahin gibt es aber noch einige offene Fragen.

Das dann 38. ZMF soll vom 13. bis 31. Juli stattfinden. Für die bereits von 2020 nach 2021 verlegten Konzerte werden nun Termine für 2022 gebucht, teilen die Veranstalter mit. Alle Tickets für die verlegten Konzerte behalten demnach ihre Gültigkeit. Weitere Informationen sollen folgen.
"Die Sicherheit und Gesundheit" des Publikums könne "aus heutiger Sicht auch im Sommer nicht garantiert werden", schreiben die Veranstalter. "Konzerte mit Masken, Sicherheitsabstand, Tanzverbot und weiteren Einschränkungen würden dem Festival zudem den ganzen Charakter nehmen. Damit ist auch die Planbarkeit, die für die Organisation des Festivals vonnöten ist, nicht gegeben und das damit verbundene finanzielle Risiko nicht tragbar."
BZ-Talk: Wie ist die Lage bei den zwei großen Freiburger Festivals – Sea You und ZMF? Welche Konzepte gibt es für Freiburgs Kulturszene und was sagt die Stadt dazu? Das wird ab 18.30 Uhr diskutiert.

"Wir sind zuversichtlich, dass es 2022 ein ZMF geben wird, aber mit Bestimmtheit können wir es erst sagen, wenn wir wissen, wie sich Dinge entwickeln, die wir nicht beeinflussen können", sagt Geschäftsführer Dieter Pfaff. Es müsse sicher sein, dass das ZMF 2022 finanziell durch die Monate vor dem eigentlichen Festival komme. Zu den offenen Fragen zählt zum Beispiel, ob die Kurzarbeitsgeldregelung, die bis Dezember gilt, im neuen Jahr fortgeführt wird. Zwei Mitarbeiterinnen halten derzeit auf dieser Basis den Minimalbetrieb aufrecht – planerische und organisatorische Aufgaben fallen ja auch an, wenn es kein Festival gibt. Andere wie Andreas Schnitzler, Anwalt und ZMF-Mitglied, arbeiten unentgeltlich. "Das ist dieser besondere ZMF-Spirit", sagt Pfaff. Der habe das Festival auch in der Vergangenheit durch alle Wellentäler getragen.

Helfen könnte dem ZMF der Corona-Hilfsfonds für Kultur, auf den sich der Freiburger Gemeinderat Anfang der Woche bei der zweiten Lesung des Doppelhaushalts 2021/22 geeinigt hat. Der Fördertopf ist mit 300000 Euro gefüllt. Er ist offenbar vor allem für Antragssteller gedacht, die im finalen Etat, der Ende April verabschiedet wird, keinen direkten Zuschuss erhalten werden.

Mit der Absage vollzieht das ZMF denselben Schritt wie die großen überregionalen Festivals "Southside" im Landkreis Tuttlingen und seine Schwester, das "Hurricane" in Niedersachsen oder das Zwillingsfestival "Rock am Ring" und "Rock im Park", das parallel am Nürburgring und in Nürnberg stattfindet. Das Stimmen-Festival in Lörrach plant eine verkleinerte Ausgabe. Zwischen dem 1. und dem 25. Juli sollen neun Konzerte im Kulturzentrum Burghof stattfinden.

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