Finanzen

Worauf junge Menschen beim Investieren achten müssen

Eric Bastian

Das Thema Kapitalmarkt rückt nicht nur bei vielen Erwachsenen zunehmend in den Fokus, auch viele Minderjährige interessieren sich immer mehr dafür. Wir wollen erklären, welche Möglichkeiten Minderjährige am Kapitalmarkt haben.

Laut dem Deutschen Aktieninstitut investierten im Jahr 2020 so viele Deutsche in Aktien wie zuletzt vor 20 Jahren. Auch bei vielen Minderjährigen steigt das Interesse am Kapitalmarkt. Allerdings wird dies oft als die Suche nach dem schnellen Geld abgetan. Aber es geht nicht nur um das schnelle Geld. Auch Interesse an Unternehmen und der Wirtschaft können eine Rolle spielen, oder der Wunsch fürs Studium oder spätere Anschaffungen etwas auf der Seite zu haben. "Ich nutze mein Investment als Absicherung für die Zukunft", so der siebzehnjährige Benedikt Bauch.

Doch für Minderjährige, die investieren wollen, gibt es rechtliche Hürden. Da Minderjährige besonders Schutzbefohlene sind, sind sie auch noch nicht vollständig geschäftsfähig und somit erst einmal vom Kapitalmarkt ausgeschlossen. Trotzdem gibt es auch für Minderjährige Möglichkeiten früh Erfahrungen am Kapitalmarkt zu sammeln.

"Welcher Anlegertyp bin ich, oder welche Geldanlage passt zu mir?", eine einfache Recherche im Internet bringt oftmals schon etwas mehr Klarheit. Meist wird man bei solchen Suchanfragen auf Selbsttest verwiesen, welche mit wenigen Klicks das vermeintlich perfekte Produkt heraussuchen. Dabei ist besondere Vorsicht geboten. Das perfekte Produkt gibt es am Kapitalmarkt nicht. Meistens möchte euch die Website nur ihr eigenes Produkt oder ein Partnerprodukt verkaufen. Dennoch könnt ihr solche Tests zur ersten Orientierung nutzen, um herauszufinden, welche Produkte es überhaupt gibt. Welcher Anlegertyp ihr seid, werdet ihr früher oder später selbst rausfinden.

Die Möglichkeiten für junge Investoren

Sogenannte Juniordepots sind eine gute erste Möglichkeit, um Investieren zu erproben. Juniordepots können von den Eltern bei verschiedenen Banken eingerichtet werden. Dabei können Minderjährige zusammen mit ihren Eltern investieren, allerdings haben die Eltern bis zum 18. Geburtstag die volle Kontrolle über das Depot. Was als lästig erscheint, ist ein sehr wichtiges Kontrollmedium. Der Kapitalmarkt kann gerade für Anfänger sehr gefährlich sein, da kann schnell auch mal das Geld für den Führerschein verloren gehen.

Wem dieses Risiko zu hoch ist, kann auch ein sogenanntes Musterdepot eröffnen. Dieses wird von sehr vielen unterschiedlichen Banken und Brokern (Erklärung: Ein Broker vermittelt die Handelsobjekte an Anleger) angeboten. In der Regel sind diese Depots unverbindlich und können auch ohne die Eltern eröffnet werden. Musterdepots stellen dem Nutzer fiktives Geld zur Verfügung, das am Aktienmarkt investiert werden kann. Dabei kann man völlig risikofrei Erfahrung sammeln.

Information ist das A und O

Wer grundsätzlich etwas Geldsparen will und das nicht mit herkömmlichen Wegen wie Sparbuch und Sparschwein tun möchte, der sollte sich Fondssparpläne anschauen. Fonds sammeln Geld bei vielen Anlegern ein und legen dieses sehr divers an. Ein Fond investiert meist nicht nur in Aktien, sondern auch in Währungen, Immobilien und Rohstoffe. Diese Anlagestrategie ist oftmals deutlich sicherer und defensiver als einzelne Aktientitel, da sich der Verlust einer Aktie durch zum Beispiel einen erhöhten Goldpreis ausgleichen könnte. Für Fondsanteile muss man grundsätzlich kein großes Vermögen haben, die meisten Fonds bieten sogenannte Sparpläne an. Man kann zum Beispiel monatlich eine kleine Summe einzahlen.

Egal wie man startet, es ist jedem zu empfehlen, sich ausgiebig zu informieren. Neben Büchern und Zeitschriften, gibt es auch die Möglichkeit, sich über Social-Media-Kanäle, Podcasts und YouTube zu informieren, besonders prominente Kanäle sind hier "Finanzfluss" und "Talerbox", die ausgiebig und meist sehr verständlich den kompletten Kapitalmarkt, aufgeschlüsselt in kleine Themen, erklären.

Grundsätzlich gibt es auch für Minderjährige viele Möglichkeiten, um schon früh Erfahrungen am Kapitalmarkt zu sammeln. Diese variieren von etwas riskanteren Juniordepots, bis hin zu den risikofreien Musterdepots. Egal wie risikoreich man investiert, zwei Dinge sollte man immer beachten: mit Gier kommt man an der Börse nicht weit und setzt immer nur so viel ein, wie ihr entbehren könnt.

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