Eishockey

Wölfe verlieren trotz einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung mit 3:6

Toni Nachbar

Viel sprach dafür, dass der EHC Freiburg im Playoff-Viertelfinale mit 2:0 nach Spielen in Führung gehen würde. Nach 30 Minuten lagen die Wölfe in Kaufbeuren mit 3:1 in Front. Dann kippte das Spiel.

Die Gastgeber feierten einen 6:3 (1:2, 2:1, 3:0)-Erfolg und glichen in der Best-of-five-Serie zum 1:1 aus, nachdem der EHC das erste Match am Freitagabend daheim mit 6:4 gewonnen hatte.

EHC-Trainer Peter Russell nahm gelassen Stellung zu einer Partie, die seinem Team regelrecht aus den Händen geglitten war: "Wir haben gegen eine mental sehr starke Mannschaft verloren. Wir müssen jetzt zusammenrücken und positiv bleiben." Das dritte Spiel zwischen den Wölfen und den Bayern steigt am Dienstag (19.30 Uhr/live auf SpradeTV) in der Freiburger Echte-Helden-Arena.

Billich nutzte das erste Freiburger Powerplay

Ohne Peter Spornberger, Jordan George, Gregory Saakyan und Luca Trinkberger sowie den fünften ausländischen Kontingentspieler Cam Spiro traten die Wölfe im Allgäu an. Trotzdem dominierten lange die drei Freiburger Angriffsreihen das Geschehen in Kaufbeuren – und nach dem ersten Drittel hätten die Gäste deutlicher als nur mit 2:1 in Führung liegen können. Doch Andrée Hult, Patrick Kurz und Christoph Kiefersauer versäumten es, den Vorsprung des EHC auszubauen, nachdem Chris Billich bereits nach drei Minuten die 1:0-Führung gelungen war.

Der Wölfe-Stürmer hatte das erste Freiburger Powerplay sowie eine kluge Vorlage seines Angriffspartners Scott Allen eiskalt genutzt. Nach einer zehnminütigen Überlegenheit leisteten sich die Wölfe eine Schwächephase und Zeitstrafen, die den 1:1-Ausgleich der Kaufbeurer brachten. In Drei-gegen-vier-Unterzahl ging der EHC erneut in Führung, als Kapitän Simon Danner einen schweren Patzer des ESV-Verteidigers Julian Eichinger bestrafte.

Danner ging blutend in die Kabine

Das zweite Drittel begann mit zwei schweren Verletzungen. Zuerst musste der Verteidiger der Gastgeber, Sören Sturm, nach einem Zusammenprall an der Bande vom Eis getragen werden, danach ging der Freiburger Danner blutend in die Kabine. Er war Opfer eines Ellbogenchecks des Kaufbeurers Fabian Koziol geworden, der mit einer Matchstrafe belegt wurde. Sieben Minuten spielte der EHC in Überzahl, doch mehr als der Treffer zum 3:1 durch Allen sprang für die Wölfe nicht heraus.

Personell somit noch mehr dezimiert, zog sich das Russell-Team in die Defensive zurück. Die gewährte Drangphase verwerteten die Gastgeber mit Toren durch Sami Blomqvist und Max Lukes zum 2:3 und 3:3. "Das war die Wende im Spiel", sagte anschließend der Kaufbeurer Routinier Daniel Oppolzer. Den Wölfen gelang es nicht mehr, das Spiel zu bestimmen.

Dafür setzte sich diesmal die Kampfkraft der ESV-Profis durch. Als es 3:5 stand, nahm Russell schon in der 56. Minute Torhüter Ben Meisner vom Eis, doch eine mögliche Freiburger Schlussoffensive zerstörte EHC-Angreifer Chad Bassen mit einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe. Das 3:6 kassierte Freiburg ins leere Tor.

Die Aufstellung des EHC

Tor: Meisner

Verteidigung: Pageau/Kurz; Mosey/Brückmann; Kaisler/Neher

Sturm: Billich/Hult/Allen; Danner/Ustorf/Wittfoth; Bassen/Linsenmaier/Kiefersauer; Tschwanow.
Statistik

Tore:

0:1 Billich (3. – Allen, Pageau)

1:1 Wörle (14. – Krauß, Ketterer)

1:2 Danner (18.)

1:3 Allen (29.. Pageau, Billich)

2:3 Blomqvist (33. – Gracel)

3:3 Lukes (37. – Eichinger, Thomas)

4:3 Lammers (49. – Eichinger, Blomqvist)

5:3 Oppolzer (52. – Lammers, Eichinger)

6:3 Lewis (60. – Pfaffengut).

Schuss-Statistik: 28:30 (14:9, 7:13, 7:8).
Strafminuten: 13 (plus Spieldauerdisziplinarstrafe für Fabian Koziol) – 12.