Wölfe gewinnen vor 3600 feiernden Zuschauern

Dirk Philippi & Benedict Glockner

Petr Mares (Foto) war beim 5:3-Heimsieg der Wölfe Freiburg über die Hannover Indians wohl der berühmteste unter den 3600 Fans in der Franz-Siegel-Halle. Nach Spielende tauschte der Oberliga-Top-Skorer seine Kufen gegen Turnschuhe und Megaphon, um in der Nordkurve zusammen mit den Fans den hart erkämpften Sieg seines Teams zu feiern. fudder hat Audio-Interviews für Euch mitgebracht – unter anderem mit "Spielerfan" Mares- sowie eine große Fan-Fotogalerie.



Auch wenn es letztlich nicht ganz zu den erträumten 4000 Zuschauern reichte, so war der gestrige Abend in vielerlei Hinsicht ein sowohl gelungener, als auch aufschlussreicher Abend. Schon lange vor Spielbeginn war ein großes Hallo in der Eishalle, Wunderkerzen funkelten, Cheerleaderinnen tanzten auf Autos und die dicht gedrängt stehenden Fans stimmten sich ein für ein Spitzenspiel, das dem Drumherum und der Tabellenkonstellation (Zweiter Nord gegen Zweiter Süd) lediglich in spielerischer Hinsicht nicht gerecht werden sollte.

Die Hannover Indians, die verletzungsbedingt nur mit 14 Feldspielern angereist waren, legten los wie ausgehungerte Skorpione und die Wölfe (mit dem angeschlagenen Kapitän Patrick Vozar) benötigten 20 Minuten und einen verbalen Arschtritt in der Pause, um den schnöden Fight endlich anzunehmen. Ein Schönheitspreis war gegen die wacker kämpfenden Indianer nicht zu gewinnen, und doch versuchten Tomas Kucharchik und Co. zu lange allein mit spielerischen Mitteln dem aggressiven und spielzerstörerischen Auftreten der Gäste beizukommen.



Gut, dachten danach alle, dass auch die jüngsten Wölfe einspringen können, wenn es bei den erfahrenen Recken einmal nicht so gut läuft wie zuletzt, und so hielt die dritte Sturmreihe um Doppeltorschütze Milan Liebsch und Markus Zappe sowie Tobias Kunz die Breisgauer im Rennen. Im Mitteldrittel wurde gestochert, gecheckt und gefoult, sodass kein schönes, wohl aber ein intensives und spannendes Spiel dabei herauskam. Hannover und Freiburg kämpften um jeden Puck und oftmals verpufften die Offensiv-Bemühungen bereits in der neutralen Zone. Gut war dies für die Freiburger, da einem bei der unfassbar hohen Fehlerquote des Kontingentverteidigers (!) Turo Virta regelmäßig angst und bange wurde. Schlecht war es allerdings für die Wölfe, da der Indians-Schlussmann Sandro Agricola alles andere als eine sichere Figur machte.

So feierten und zitterten sich die Fans zusammen mit ihren Teams bei einem Spielstand von 3:3 ins letzte Drittel, in welchem eine einzige wunderschöne Idee vom lange blass bleibenden Petr Mares genügte, um das Spiel zu gewinnen. In Überzahl spielte Mares den Puck blitzgescheit durch den Slot auf den frei stehenden Antii Karhula, der die Scheibe zum frenetisch gefeierten 4:3-Gamewinning-Goal einnetzte und sich von den Kollegen die Haarpracht kraulen lassen durfte. Das 5:3, erneut nach einem tollen Pass von Petr Mares, erzielte Christian Billich zwar aus stärkstens Abseits gefährdeter Position, was allerdings die nun tanzenden und Fäuste reckenden Fans natürlich wenig scherte. Auf der anschließenden Ehrenrunde fehlte Petr Mares dann. Er stand in Turnschuhen in der Nordkurve und ließ zusammen mit 3600 Fans seine Mannschaft, die mit Raupenwettrennen, Eislokomotiven und Sprintkreiseln ausgelassen feierte, verdienterweise hoch leben.



Neben drei wichtigen Punkten gegen einen potentiellen Playoff-Gegner offenbarte das Spiel vor allen Dingen eines: Eishockey in Freiburg elektrisiert noch immer Tausende von Interessierten und ist unabhängig von der Ligenzugehörigkeit der ungekrönte Kronprinz der Stadt in Sachen Sport.

Multimedia-Files inkl. Foto-Galerie, Audio-Interviews und Prees Homevideo von der Siegesfeier: