Hinrunden-Abschluss

"Wir wollen mehr": Streich gibt sich vor dem Schalke-Match offensiv

David Weigend

Der SC Freiburg will nach der Null-Punkte-Ausbeute gegen Hertha BSC und Bayern bei Schalke 04 punkten. Christian Streich findet zum Jahresabschluss erstaunlich forsche Worte.

Christian Streich hat nun schon 302 Pflichtspiele als Trainer der SC-Profis absolviert. An die allermeisten Begegnungen erinnert er sich ziemlich gut. Wenn man ihn zum Beispiel auf den 15. Dezember 2012 anspricht – der Sportclub gewann damals mit 3:1 auf Schalke – schließt Streich kurz die Augen und sagt: "Jan Rosenthal hat zwei wahnsinnige Tore geschossen. Und der Flummi (Johannes Flum, Anm.d.Red.) hat Innenverteidiger gekickt." Dass ein gewisser Daniel Caligiuri damals noch Freiburger Farben trug, weiß Streich sicher auch, lässt es aber unerwähnt.


Der SC wird alles daran setzen, heute in Gelsenkirchen ein ähnliches Ergebnis zu erzielen. Nicht nur, um die außergewöhnlich gute Hinrunde gebührend abzuschließen: "Wir wollen mehr. Uns reicht das nicht. Und wir ärgern uns extrem darüber, dass wir aus den letzten beiden Spielen keine Punkte holen konnten. Denn es entspricht nicht unserer Leistung."



Ärger und Enttäuschung waren Streich nach der unglücklichen 1:3-Niederlage gegen Bayern anzumerken. Diesen Groll in positive Energie umzuwandeln, wird die Herausforderung des Trainerteams sein. Denn die Schalker schlägt man nicht en passant. "Ich hatte bei einem Trainerkongress die Möglichkeit, mit David Wagner mal 20 Minuten zu sprechen. Seitdem ist mir klar, warum bei Schalke jetzt soviel Feuer drin ist."

Ein Feuer, das die Knappen auf einen Europa-League-Platz befördert hat. "Sie sind sehr stabil und arbeiten alles ab. Dadurch haben sie viele enge Spiele für sich entschieden", sagte Streich. Sein Team müsse genauso engagiert agieren wie am Mittwoch, andernfalls sei im Ruhrgebiet nichts zu holen. "Wir werden uns auf keinen Fall hinten rein stellen." Die Fähigkeit, sich aus Drucksituationen zu befreien, könnte auch heute gefordert sein.



Gegen Leipzig und den FC Bayern hat der SC diese Eigenschaft bewiesen. Reguläres Training habe keines stattgefunden seit dem kräftezehrenden Spiel am Mittwoch. Allerdings hat man sich viele Gedanken über Taktik gemacht. "Darüber sprechen wir auch mit bestimmten Spielern. Wir machen unsere Abwägung auch davon abhängig, wie ihr Gefühl ist. Sie schauen sich das Spiel vom Gegner ja auch an und sind taktisch gut geschult."

Das dritte Tor gegen Schalke im Dezember 2012 schoss übrigens Jonathan Schmid. Ob er am Samstag spielen kann, ist allerdings noch ungewiss.