Wir woll'n den Clueso sehn!

Maik Frantsche

Klüso, wie der schusselige Inschpektor” kündigte Festival-Chef Alexander Heisler die Jungs aus Erfurt an und versprach, elektrisiert vom Gewinn gegen Argentinien, allen, die ihre "Clueso"-Eintrittskarte zum Halbfinalspiel Deutschland-Italien aufs ZMF mitbrächten ein ordentliches Freibier. Überhaupt war das Konzert ein wenig fußballvorbelastet. Die Fans skandierten nicht einfache “Clueso! Clueso!”-Rufe, um ihren Star zu Konzertbeginn auf die Bühne zu holen, sondern kramten tief in der Schlachtrufkiste und formulierten fußballerisch: “Wir wolln den Clueso sehn!” und “Cluesooo he oh heee ooooh!”



Das Publikum verteilte sich etwas anders als bei Los de Abajo zwei Tage vorher. Nicht nur, dass das Durchschnittsalter erheblich auf die “Unter 20” sank, nein, auch die Anordnung war eine andere. So standen die Mädels (selbstverständlich in numerischer Überzahl gegenüber den Jungs) dichtgedrängt vor der Bühne, wobei das Alter von Vorne nach Hinten langsam etwas zunahm. Und obwohl die ganzen Foto-Handys der Mädchen in der ersten Reihe mehr Akku als meine eigene Kamera hatten, langte es dennoch für einige Galeriebilder.

Clueso und seine Band gastierten auf dem Freiburger Festival, um ihr neues Album “Weit weg” zu präsentieren und zeigten dabei ihren ganz eigenen Musikstil: Groovy, jazzy, poppig und immer wieder ein wenig hiphoppig ? mal ganz leise, mal ganz laut. Ich würde es als Autofahrmusik beschreiben, was durchaus nicht negativ gemeint ist und hüpfen kann man im Auto schließlich auch irgendwie. Im Grunde genommen war es nicht das “Wuschibuschischnulliding”, das ich erwartet hatte, sondern guter - auch mal sanfter - Pop mit Niveau und hohem Mitsingfaktor, was mich die Mädels (und auch Jungs) des Öfteren wissen ließen.

Clueso und seine Jungs sind eine “voll sympathische Band”, nett und könnten bestimmt auch mancherorts als Lieblingsschwiegersöhne durchgehen, was bestimmt auch der Wunsch einiger Mädels in den ersten Reihen war. Als Clueso alias Thomas Hübner sich eine zweisongsdauernde Auszeit nahm und sogar der Merchandising-Mensch, der selbst beim gleichen Label singend tätig ist, sich für einen Zwischensong nicht zu schade war, ließ er die Mädchenträume nicht ganz verblassen und entgegnete beim Wiederauftritt auf “Ich will ein Kind von dir!”-Rufe mit einem abwartenden aber bestimmten “JETZT NICHT!”.

Als Zugabe gab es diesmal eine kleine Jam-Session mit allen sich hinter der Bühne befindlichen Künstlern inklusive dem querflötespielenden Alexander Heisler und natürlich der neuen Single “Chicago”. Nett!



Web: Clueso

Galerie:

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