Interview

Wieso zwei Abenteuerlustige seit neun Jahren um die Welt reisen

Maxima Früh

Doreen Kröber und Andreas Zmuda leben bereits seit mehr als neun Jahren als fliegende Nomaden. Das dokumentieren sie mit ihrem Film "vogelFREI". Am Dienstag stellen sie ihn im Freiburger Friedrichsbau vor. fudder hat mit ihnen gesprochen.

Ist das Fliegen im Trike, dem "Motorrad der Lüfte", bereits zur Normalität in Ihrem Leben geworden oder ist es weiterhin etwas Besonderes?

Andreas Zmuda: Es ist schon etwas Besonderes frei wie ein Vogel dort oben zu fliegen und ohne Windschutz und Kabine einfach durch die Lüfte zu schweben. Das ist immer etwas Besonderes, obwohl es für uns keine Reise mehr ist. Wir leben seit mehr als neun Jahren als fliegende Nomaden ohne festen Wohnsitz. Im Moment touren wir durch Deutschland, um unseren Film, der die Amerikareise von 2012 bis 2016 zeigt, vorzustellen.

Wie würden Sie Ihre Reise in einem Wort beschreiben?

Doreen Kröber: Vogelfrei.

Gab es einen Moment, in dem Sie es bereuten, die Reise angetreten zu haben?

Zmuda: Nein, nicht eine Sekunde.
Zur Person:

Andreas Zmuda wurde vor 59 Jahren in West-Berlin geboren. Die letzten 22 Jahre vor der Reise arbeitete er als Reiseleiter und Organisator von Abenteuer-Touren in Süd- und Mittelamerika.

Doreen Kröber ist 48 Jahre alt und kommt aus Halle (Saale). Vor der Reise arbeitete sie sechs Jahre im Projektmanagement und als Koordinatorin im Teilprojekt Hochbau am Bauprojekt des neuen Großraum Flughafens Berlin Brandenburg (BER).

Trotz Planung ist eine solche Reise immer voller Überraschungen. Was war der überraschendste Moment Ihrer Reise?

Zmuda: Die größte Überraschung waren die Menschen, die wir unterwegs trafen. Egal in welchem Land wir waren, welche Sprache dort gesprochen wurde und welche Hautfarbe die Menschen hatten, die Leute sind uns mit einer riesigen Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft begegnet. Das war ein Gegensatz zu dem, was wir täglich in den Nachrichten hörten. Es war eine wirklich ganz andere Welt, die wir kennengelernt haben.

Was erhoffen Sie sich von dem Film?

Zmuda: Wir möchten den Menschen mit herrlichen Flugaufnahmen von oben und spannenden Geschichten von unten zeigen, dass die Welt wunderschön ist. Außerdem möchten wir ihnen auch ein bisschen Mut machen aus dem normalen Alltag auszubrechen und seine Träume zu verwirklichen. Schließlich bereut man meistens mehr die Dinge, die man nicht gemacht hat, als die Dinge, die man gemacht hat.

Wenn Sie an die ersten vier Jahre der Reise, die auch im Film zu sehen sind, zurückdenken fällt Ihnen dann zuerst ein besonderer Moment ein?

Zmuda: Mein 50. Geburtstag, der 21. Juli 2012. Der Tag, an dem wir abgeflogen sind. Es war ein unheimlich befreiendes Gefühl dort von Florida abzuheben und in ein neues, selbstbestimmteres Leben abzuheben.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Zmuda: Weiterfliegen bis wir irgendwann einmal in Australien angekommen sind. Dabei möchten wir viele spannende Geschichten mitnehmen und die Welt von oben und von unten auf eine ganz besondere Art und Weise kennenlernen.
Was: Filmgespräch und Filmvorführung "vogelFREI"
Wann: Dienstag, 31. August, 20.30 Uhr, weitere Filmvorstellungen: Donnerstag, 2. September, Samstag, 4. September, Montag, 6. September
Wo: Friedrichsbau Freiburg
Eintritt: 8,50 Euro/ Mehr Infos auf der Website des Friedrichsbaus