Wiedereröffnung: Das Cabaña ist zurück

Martin Herceg

Seit Anfang des Monats hat die legendäre Tapas-Bar Cabaña in der Fischerau wieder geöffnet. Nach fünf Jahren Stillstand ist Marc Voß zurück in seinem ersten Laden - und hat mit Matthias Winkler einen Partner an seiner Seite, der mindestes genauso am Cabaña und an Spanien hängt, wie er. Was neu ist am Laden und warum alles auf "Möchtegern" getrimmt wurde:



Vor fünf Jahren schloß Marc Voß die legendäre Tapas-Bar in der Fischerau. Seitdem stand das Lokal mit Kultcharakter größtenteils leer. Der Grund für die Schlussstrich war damals, laut Voß eine überdimensional große Erhöhung der Pacht: "Ich wollte den Laden damals nicht abgeben, aber aus wirtschaftlichen Gründen blieb mir nichts anderes übrig, als nach etwas Neuem zu suchen", sagt Voß, während er an einem kleinen Knopf im Sicherungskasten hinter der Bar das Licht im Lokal dimmt.

In der Nägelestraße in der Wiehre wurde Voß fündig und blieb mit dem Restaurant Castillo, das er auch weiterhin betreiben wird, der spanischen Küche treu. "Als diesen Sommer der alte Verpächter verstarb, war der Weg zurück in die Fischerau für uns frei", sagt Matthias Winkler, der nicht lange wartete, als ihn sein Kumpel Voß fragte, ob er Lust hätte miteinzusteigen.

Der Hamburger Werbetexter Winkler war bereits vor elf Jahren Stammgast im alten Cabaña, das auf eine gastronomische Vergangenheit bis in die 1960er Jahre zurückblicken kann. "Damals habe ich Marc genau hier kennengelernt. Seither sind wir gute Freunde", sagt Winkler und deutet dabei auf den steinernen Tresen am Ende des langgestreckten Raumes.

Das gute Miteinander und die Liebe für die urige Bar ist den beiden in jeder Geste anzusehen. Bewusst haben sie sich dafür entschieden, den alten Namen und die Einrichtung größtenteils zu behalten. "Wir wollen damit den Charme und den privaten Charakter, den das Cabaña hat, konservieren. Außerdem ist der Name nach wie vor vielen Freiburgern ein Begriff." Sagt Voß. "Wir haben aber den Subtitel Möchtegernspanier hinzugefügt", sagt Winkler. "Wir können ja selber keine Spanier sein."

Tapas mit Möchtegerncharakter

Das neue selbstironische Möchtegern-Motto ist neben dem Ladenschild über der Eingangstür, das aus Möchtegern-Mahagoni besteht, auch auf vielen privaten Kinderbildern von Winkler und Voß an den Natursteinwänden des Lokals wiederzufinden. Neben einem "Möchtegern Cowboy" (Winkler) und einem "Möchtegern Aufreißer" (Voß) soll demnächst auch eine ganze Wand mit Möchtegernbildern von Gästen entstehen, die im Rahmen eines Fotowettbewerbs über die Cabaña-Facebookseite gesammelt werden. "Die Gewinner bekommen dann ein Gratis-Essen bei uns, und können sich jedes mal über ihr Bild freuen, wenn sie zu Gast bei uns sind", erklärt Winkler.

Die Karte des neuen Cabaña ist klein geblieben. Es gibt 13 verschieden Tapas-Gerichte von denen fünf auch den vegetarischen Gaumen verwöhnen sollen. Zubereitet wird alles frisch und weitestgehend mit Produkten aus der Region und nach Saison. Auf Zusatzstoffe im Essen verzichtet das Cabaña, laut Voß, komplett. Die Preise bewegen sich sowohl für Speisen als auch für Getränke im unteren Freiburger Niveau. Der gemischte Teller mit Serrano-Schinken, Manchengo und Chorizo ist mit 6 Euro das teuerste Gericht auf der Karte. Zwei Deziliter Bio-Rotwein aus La Mancha gibt es für 4,10 Euro und die Apfelsaftschorle für 2,60 Euro. Der Espresso nach dem Essen ist für 1,80 Euro zu haben.

"Zwei spanische Biersorten, die man bislang in Freiburg nirgendwo sonst bekommt"

"Neben der großen Auswahl von Weinen haben wir auch zwei spanische Biersorten im Angebot, die man bislang in Freiburg nirgendwo sonst bekommt", sagt Winkler und holt zwei 0,33 Liter Flaschen aus dem Kühlschrank hinter dem Tresen, auf denen zum einen Alhambra und zum anderen Estrella da Galicia abzulesen ist.

Bedient wird man im Cabaña von den beiden Chefs höchstpersönlich, die im Wechsel sowohl den Service als auch die Theke als One-Man-Show übernehmen und dabei den Gästen, je nach Tagesform, auch ein gelungenes Unterhaltungsprogramm bieten. "Wichtig ist uns, dass hier eine kommunikative Stimmung entsteht, und die Gäste miteinander und mit uns ins Gespräch kommen", sagt Winkler, während er die Karten auf den Tischen und an der Bar verteilt.

"Wir wollen eine Bar von Erwachsenen für Erwachsene sein", fügt Voß am Ende des Gesprächs hinzu. "Außerdem wollen wir nicht so ein möchtegern Schicki-Micki-Laden sein. Davon gibt es in der Innenstadt schon so viele!", ergänzt Winkler und muss am Ende bei seiner Wortwahl laut lachen.


 

Cabaña Möchtegernspanier

Fischerau 30
79098 Freiburg
Facebook:Möchtegernspanier

 

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Samstag
ab 18 Uhr

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