Freestyle-Battle

Wie war´s beim … Rap Anker im Artik?

Maxim Melzer

Ein Hauch von 8 Mile in Freiburg. Das funktioniert. Beim Rap Anker im Artik treten Rapper aus Freiburg und Region gegeneinander an. Die Veranstaltung hat alles, was ein gutes Rap-Battle braucht: Entspanntes Publikum, gute Beats und derbe Lines.

Das Publikum

Jung und studentisch. Ab und zu verirrt sich auch mal ein jung gebliebener Erwachsener in die Menge. Sonst aber fast nur 20- bis 30-Jährige. Was auffällt: Es sind gefühlt genauso viele weibliche Zuschauer wie männliche da – und das trotz der durchaus frauenfeindlichen Texten. Man muss halt differenzieren können. Das die Menschen HipHop im Blut haben, merkt man nicht zuletzt an der Mode. Hoodies und Bennies dominieren zusammen mit Merchandise von Rappern wie Travis Scott oder dem Wu-Tang Clan. Auch Jogginghosen sind beim Rap Anker kein Tabu.

Die Vorgruppe

Die Offenburger Vorgruppe "Highfive Crew" vertreten durch "Ivery" und "Drive-by", der im Rollstuhl sitzt, machen ihren Job perfekt. Rund 15 Minuten lang heizen sie das Publikum ein und das genau mit der Musik, die den Abend auch bestimmen soll: Rap. "Habt ihr Bock auf HipHop", schreit Drive-by in die Menge. Ein lautstarkes "Jaaaa" bekommt er zurück. Es kann los gehen.

Die Battles

Insgesamt acht Rapper "battlen" gegeneinander, immer je zwei zusammen auf der Bühne. Nach 4 Lines wird gewechselt. Die Beats kommen vom DJ hinter den beiden Duellierenden. Er legt – ganz altmodisch – noch Vinyls auf. Die Runden gehen jeweils drei, dann vier und das Finale fünf Minuten. Das Publikum entscheidet. Nach Ablauf der Zeit muss man per Handzeichen für einen der Beiden stimmen. Ab und zu unfair, da es schon einige Publikumslieblinge zu geben scheint. Trotzdem können sich schlussendlich alle auf den Sieger einigen: Kalibra23 gewinnt den elften Rap Anker. Er nimmt das Preisgeld von 80 Euro mit nach Hause.

Die Atmosphäre

Jeder ist willkommen. Man ist grundsätzlich erstmal freundlich und hilfsbereit. HipHop eben. Beim Einlass wird nicht lange rumgefragt. Langsam füllt es sich. Noch stehen alle draußen, von drinnen hört man erste Oldschool-Beats aus den Boxen. Die Luft riecht nach Gras und Rauch, mit einem Bier in der Hand unterhält man sich nett. So lässt es sich in den Abend starten. Irgendwann ruft einer, es würde los gehen. Langsam bewegt sich die Masse rein. Drinnen hat man genug Platz, trotzdem ist es voll. Die Vorgruppe "Highfive Crew" aus Offenburg stimmt mit bestem 90er-Jahre HipHop auf den Abend ein. Dann die Battles. Die Hände schwingen raptypisch mit. Was gut tut: Drinnen wird nicht geraucht. Und weil sich jeder daran hält, ist die Luft fast besser als draußen. Die Battles schreiten voran, bei besonders harten und politisch unkorrekten Lines wirds auch mal laut im Publikum. Sonst aber konzentriertes Zuhören. Dafür ist man ja schließlich gekommen. Jeder Künstler wird vor und nach der Show mit Applaus verabschiedet. Auch untereinander scheinen sich die Rapper zu verstehen. Kein böses Blut, trotz derber Beleidigungen im Battle. Man kann eben differenzieren. Zum Abschluss darf dann jeder, auch ohne Anmeldung auf die Bühne und seine Texte zum Besten geben. Ungefähr zehn Rapper nehmen das Angebot an. Ein gelungener Abschluss.

Fazit

Seit nun einem Jahr gibt es den Rap Anker. Das Publikum wachse von Mal zu Mal, meint Dennis Rappich, einer der Veranstalter. Und das ist verständlich. Wer HipHop und Rap liebt, der ist hier genau richtig. Und die Fans dürfen sich freuen: Im April soll ein Rap Anker-Mixtape erscheinen, auf dem jeder der elf Gewinner des Jahres 2019 einen Song rappen wird. Man plane das Format weiter zu machen, sagt Rappich. Die erste Show im neuen Jahr steht schon fest.