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Wie war's beim... queeren Stadtrundgang vom Regenbogenreferat?

Greta Zieger

Das Regenbogenreferat ist die studentische Interessenvertretung für die LGBTQ+-Community. Am Donnerstagabend fand ein Stadtrundgang zur queeren Geschichte statt, um vor allem die aktuelle queere Szene in Freiburg vorzustellen.

Die Gäste

Mehr als 30 Leute tummeln sich am Treffpunkt vor den Toren des AStA, die meisten kommen zu zweit oder treffen auf bekannte Gesichter. Jeder scheint mit der queeren Szene vertraut, ob hier in Freiburg oder generell. Viele Erstsemester schauen neugierig in die Runde. An die richte sich das Angebot auch im Besonderen, erklärt Ronja Rasser (24), stellvertretende Referentin des Regenbogenreferats: Der Stadtspaziergang findet zu Beginn jedes Semesters statt und diene vor allem Neuankömmlingen zum Kennenlernen der Szene und des Referats. Doch auch Ältere und Nicht-Studies sind dabei und herzlich willkommen.

Die Route

Etwa zwei Stunden dauert der Stadtrundgang. Er beschränkt sich auf den Kern der Innenstadt, doch ein paar Partys, die etwas weiter außerhalb stattfinden, werden auch empfohlen. Zum Großteil geht es darum, queere Treffpunkte, Initiativen und Partys vorzustellen, wo man Gleichgesinnte finden und sich vernetzen kann. So gehen wir an der SonderBar vorbei, einer Bar für Schwule, in der aber jeder Mensch willkommen ist, reden über die Schwule Filmwoche und die Lesbischen Filmtage und schauen zum Schluss beim Grether-Gelände vorbei, wo alle möglichen Initiativen und Projekte angesiedelt sind. Historisches aus der queeren Szene kommt deutlich kürzer, findet aber auch seinen Platz. Zum Beispiel war der Colombipark ehemals Treffpunkt für Schwule, vor allem, als das noch illegal war und die Polizei andere Sexualitäten verfolgte. Außerdem soll dort auch die letzte Klappe auf den öffentlichen Männer-Toiletten zu finden sein: eine Klappe in der Wand, durch die man seinen Nachbarn beglücken kann.

Das Highlight

Was nun auf das größte Interesse gestoßen ist – da ist sich keiner einig. Johannes Münch (28) formuliert es so: "Ein richtiges Highlight kann ich ja erst haben, wenn ich alle Veranstaltungen erlebt habe, die heute vorgestellt wurden. Aber ich freue mich sehr darauf, sie auszuprobieren!" Vor allem auf die Pink-Party wollen einige gehen, sollte sie trotz Corona bald wieder stattfinden.

Das Regenbogenreferat

… stellt Rasser, die sich seit Beginn des Jahres beim Referat engagiert, am Abend auch etwas vor. Sensibilisieren, Toleranz, Sichtbarkeit – so könnte man die Ziele des Referats zusammenfassen. Dafür organisiert das Team unter anderem Vorleseabende, Workshops und Vorträge, mit denen sie auch nicht-queere Menschen erreichen wollen. Unterstützung ist dabei immer willkommen. Die Mitglieder treffen sich jeden Montag um 20 Uhr.

Fazit

Der Stadtrundgang ist eine tolle Möglichkeit, um ins Gespräch zu kommen und Einblick in die queere Szene zu erhalten. Hat man aber nicht vor, die Partyszene zu entdecken und wünscht sich eher Fakten, ist man mit dem Audioguide "Que(e)r durch die Stadt" von der Soziologin Lisa Okroi vielleicht auch gut bedient.