Freiburg

Wie war’s beim… Online-Stadtrundgang des Regenbogenreferats

Jennifer Fuchs

Freiburg aus queerer Sicht erleben? Im Moment sind Stadtrundgänge schwierig, aber digital funktionieren sie. Das Regenbogenreferat der Uni Freiburg hat genau das angeboten.

Der erste Eindruck

Pünktlich um 20.15 Uhr sitze ich entspannt mit einem warmen Tee vor meinem Laptop und logge mich in das Zoom Meeting ein. Die erforderlichen Daten zur Anmeldung wurden zuvor auf der Website der Veranstalter veröffentlicht. Wir sind schon um die 20 Teilnehmer. Auf einem der kleinen Bildschirme sieht man eine sympathische junge Frau mit rotem Lippenstift und Brille. Es ist Lena vom Regenbogenreferat, die uns lächelnd begrüßt und die queere studentische Interessenvertretung vorstellt. Einige Teilnehmer haben ihre Kamera ausgeschaltet. Wahrscheinlich geht es ihnen ähnlich wie mir und sie sitzen auch gemütlich mit Jogginghose, ungeschminkt und nicht zurecht gemacht vor ihrem Laptop. Ja, diese Online-Veranstaltungen haben tatsächlich auch ihre Vorteile.

Der Ablauf

Nun loggt sich auch Charly ein. Sie ist für die technischen Abläufe der Veranstaltung zuständig und erklärt uns, zusammen mit Lena, das vorgesehene Programm des queeren Freiburg-Rundgangs. So gibt es einmal eine Stadtkarte, wo wichtige Cafés, Bars, Kinos und Clubs gekennzeichnet sind. Aber auch Einrichtungen, wie die Rosa Hilfe oder das Feministische Zentrum, wo sich regelmäßig die queere Szene trifft. Des Weiteren haben die Mitglieder des Regenbogenreferats ein Video gedreht, wo einige Orte, wie zum Beispiel die Mensa oder das Jazzhaus gezeigt werden. Wichtige Infos zu den einzelnen Stationen gibt es noch zusätzlich von Lena und Charly per Zoom.

Die Stationen

Die gezeigten Orte sind bunt durchmischt. Vom queeren Partyleben, wie zum Beispiel die "Pink Partys", die übrigens auch vom Regenbogenreferat veranstaltet werden, über queere Literatur die es in der Jo’s Fritz Bücherei gibt, über die schwule Filmwoche im Kandelhof Kino bis hin zur queeren Radiosendung bei Radio Dreyeckland ist alles vertreten. Natürlich dürfen auch Einrichtungen wie die Rosa Hilfe und das Feministische Zentrum, aber auch Veranstaltungen wie das "Café für Queerdenker" und der berühmte CSD nicht fehlen. Besonders cool finde ich die interessanten Informationen und Tipps von Lena und Charly, die zum Beispiel erzählen, welche trashige Musik auf den Partys läuft und welche queeren Veranstaltungen sie selbst gerne besuchen. Aufmerksam höre ich zu. Selbst als nicht queere Frau finde ich es spannend einen so persönlichen Einblick in die Szene zu bekommen.

Fazit

Nachdem inzwischen schon Yoga-Stunden per Zoom abgehalten werden, warum nicht auch einen Freiburger Stadtrundgang digital auf die Beine stellen? Ehrlich gesagt, es hat schon was Gemütliches mit Jogginghose, eingekuschelt in meine Lieblingsdecke und einem warmen Tee in der Hand, einen digitalen Freiburger Stadtrundgang mitzumachen. Natürlich fehlen die "echten" Begegnungen mit den Orten und Menschen und natürlich ist es für die Studienanfänger nicht das gleiche Erlebnis, wie vor Corona. Aber die Mitglieder des Regenbogenreferats haben keine Mühe gescheut und sich viel einfallen lassen um den Erstis einen Eindruck von der Freiburger Szene zu vermitteln.