Digitalien

Wie war's beim… Clubhouse-Talk mit Martin Horn und Nils Petersen?

Lisa Discher

Ganz privat mit dem Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn und SC-Spieler Nils Petersen quatschen, als säße man auf der Couch? Das gab's am Donnerstagabend in der Audio-App Clubhouse.

Der erste Eindruck

Gemütlich mit dem Handy auf dem Sofa, in der Straßenbahn oder beim Bügeln: Auf dem Smartphone taucht ein Gesicht nach dem anderen auf. Um zwei Minuten vor halb sieben tönt dann die Stimme von Philipp Reinartz – gebürtiger Freiburger und jetzt Wahl-Berliner, Kreativer, Schriftsteller und Journalist – in die Kopfhörer von etwa hundert Hörerinnen und Hörer. Es soll um die Stadt, Politik und Fußball gehen, in diesem allerersten Freiburger Clubhouse-Talk. Jeder darf auf's virtuelle Podium und mitquatschen, man ist gespannt.

Der Plausch

Oberbürgermeister Martin Horn und SC-Spieler Nils Petersen plaudern an diesem verregneten Abend über ihre Leben, Socken auf Instagram und Politik. Der OB ist glücklich darüber, dass niemand Corona erwähnt. "Dadurch, dass es jetzt die Mutation gab, war mein heutiger Tag einfach nur irre und umso mehr freue ich mich auf diesen Plausch heute Abend", sagt Horn. Er klingt erschöpft, beantwortet aber trotzdem ausführlich alle Fragen, die ihm gestellt werden.

Ob er nochmal acht Jahre den Job des Bürgermeisters in Freiburg machen wolle oder wo er sich in naher Zukunft sähe: Kommunalpolitik oder etwa doch Europa? Die Hörerinnen und Hörer erahnen ein Schmunzeln am anderen Ende der Leitung, als Martin Horn antwortet, dass seine nahe Zukunft erstmal der Kreißsaal sei. Der OB erwartet nämlich bald wieder Nachwuchs.

Ob Petersen wisse in welcher Position er beim SC später einmal tätig sein werde? Das konnte der Fußballer nicht beantworten. "Ich bekomme die Frage echt oft gestellt und manchmal ist es mir auch unangenehm zu sagen: Ich hab' noch nichts, ich weiß es noch nicht." Wenn man den Mehrwert als Fußballer mal nicht mehr habe, krähe leider kein Hahn mehr nach einem. Auch wenn es Versagensängste gäbe, existiere ein Leben außerhalb des quadratischen Grüns, so Petersen.

Großes Thema auch: die Kritik der Freien Wähler Freiburgs an Horns Umgang mit Social Media. Diese teilten vergangene Woche mit, eine "inhaltliche und intellektuelle Verflachung der öffentlichen Wahrnehmung der Stadt und ihrer Repräsentanten" zu fürchten. Auf diese Kritik reagierte Horn und auch die Zuhörerinnen und Zuhörer auf Clubhouse mit Unverständnis. Mehrere junge Menschen meldeten sich zu Wort und lobten den Freiburger OB für die Art und Weise, wie er Kommunalpolitik durch seine Auftritte in sozialen Medien nahbar machte.

Was sagt der OB zur App?

Für Horn sei die Exklusivität der App das K.O Kriterium schlechthin, die Tatsache, dass man nur mit Apple Zugang habe sei schwach. Er selbst besäße nicht einmal ein iPhone, gibt er zu. Für den Talk habe er sich extra um eins kümmern müssen. Dennoch ist auch er begeistert. "Ich finde es passt einfach perfekt zu dieser krassen Corona Zeit."