Nachbericht

Wie war’s bei... RasgaRasga auf dem Mini-ZMF?

Martha Martin-Humpert

Die Band RasgaRasga spielte im Rahmen des Mini-ZMF am Samstag auf dem Gelände Tecstage. Das Publikum genießt den Balkan-World Mix ausgerüstet mit Regenjacke und guter Laune.

Atmosphäre

Industriegebiet Nord, nicht ganz so schön wie die romantischen Hügel des ZMF-Geländes am Mundenhof. Aber mit Lichterketten ist das Gelände der Tecstage, wo heute Abend das Konzert von RasgaRasga stattfindet, schon ein kleiner Blickfang in der sonst eher grauen Umgebung. Wie es sich für eine ZMF-Veranstaltung gehört, regnet es. "Eigentlich fast wie immer, da konnte man früher schon die Uhr nach stellen", sagt jemand am Eingang. Doch egal, zum Ausgleich gibt es heute Abend gratis Flammkuchen, da kann man sich die nassen Hände dran wärmen. Für das Event wurde eine originale ZMF-Bühne aufgebaut. "Da fühlt man sich gleich ganz vertraut", so einer der Veranstalter. Das Konzert ist bestuhlt, jeder Platz hat sogar einen eigenen kleinen Tisch – komfortabel und praktisch, so was schätzt man ja auch irgendwann.

Das Publikum

Menschen in Regenjacken aller Couleur. Von Freiburg sei bekannt, dass man für jegliche Wetterlagen ausgerüstet sei, erlaubt sich ein Bandmitglied zu scherzen. Und ja, mancher steht wirklich komplett mit Regenhose und Cape vor der Bühne. Erst, als die Witterung ein wenig besser wird, schälen sich die Besucher aus ihren Goretex-Outfits und lassen sich so optisch einordnen. Ziemlich homogene Mischung aus Freundesgruppen und Pärchen, irgendwie ein guter Durchschnitt des mittel-gehobenen Freiburgs. Vielleicht Wiehre, vielleicht Herdern, eher Ü30 und angenehm unaufgeregt. Aber dafür ziemlich in Tanzlaune.

Der Sound

Für die Tanzlaune sorgt das Sextett RasgaRasga liebend gerne. Man merkt der Band die Spielfreude an, wenn sie ihren Sound in die Manege schicken. Fünf Herren in Flatterhemden begleiten die seit einem Jahr neu dazugekommene Sängerin. Von Tuten und Blasen hat die Gruppe jede Menge Ahnung, denn da wird wild zwischen Tuba, Trompete und Posaune gewechselt. Und auch zwischen den Sprachen und Stilen: mal etwas getragener fast wie spanische Folklore, Bann wieder Balkanbrass, der sich in die Herzen der Hörer wummert. Das klingt nach Zaz, Shantel, ein bisschen Klezmer und zieht einen direkt mit. Die Hochphase der Balkanpartys ist schon seit einigen Jahren vorbei, doch wenn man die Ausgelassenheit und unverfälschte Freude beim Publikum bemerkt, fragt man sich, warum eigentlich? Von der ersten Minute an ist die Stimmung bestens und steigert sich im Verlaufe des Konzertes immer weiter. Entscheidender Punkt: Die Band weist darauf hin, dass am Platz durchaus getanzt werden darf. Die Aufforderung wird ernst genommen und bald stampft und klatscht die Arena, dass die Balken wackeln.

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