Comedy

Wie war’s bei … Kawus Kalanter im Vorderhaus?

Maxim Melzer

Kawus Kalanter ist bekannt für seine harten Witze und politisch unkorrekte Comedy. Am Donnerstag gastierte der Comedian aus Bremen im Freiburger Vorderhaus mit seiner Soloshow "Gut gemeint".

Der Künstler

Kawus Kalanter ist in Bremen geboren, mittlerweile lebt er in Berlin. Der 29-Jährige macht Stand-Up nach amerikanischem Vorbild: Politisch unkorrekt und ziemlich hart – aber super witzig. Momentan tourt er mit seiner ersten Soloshow "Gut Gemeint" und als Opener von Felix Lobrecht durch Deutschland. Kawus geht selbstironisch mit seinem "Prominentenstatus" um. Erzählt, dass er noch vor der Show die Flyer auf den Sitzen selbst ausgelegt hat. Und bemerkt: "War eigentlich unnötig, ihr kennt mich ja schon". Er ist authentisch, bedankt sich nach der Show mehrmals beim Publikum und macht gleichzeitig Werbung für seinen Podcast "Chips und Kaviar". Die Geschichten, die er erzählt, wirken, als hätte er sie selbst erlebt. Nach der Show gibt’s Fotos. Auch da ist Kawus wirklich freundlich.

Das Publikum

Typisch Freiburg, eher studentisch. Unter die vielen jungen Leute mischen sich auch ein paar ältere. Der Raum ist gut gefüllt. Es sind weder mehr Männer, noch mehr Frauen da. Die Stimmung ist super. Alle haben Bock zu lachen. Der Autor kommt etwas zu spät, ist aber überhaupt kein Problem. Das Publikum konzentriert sich komplett auf Kawus. Nach einem kurzen, ersten Teil gibt es eine 20-minütige Pause, gefolgt von einem langen zweiten Teil. Man merkt: Dabei hat sich der Comedian was gedacht – die lange Pause gefällt dem Publikum. Man kann ein, zwei Bier oder Cola trinken, eine rauchen oder aufs Klo gehen und muss sich dabei keine Sorgen machen zu spät zu kommen. In der zweiten Hälfte fallen, auch dem Comedian, ab und zu etwas nervige Lacher auf. Aber da kann er ja nix für. Seltsam bei dem gut gelaunten Publikum: Wenn er versucht mit den Leuten zu interagieren, bleibt es ruhig.

Die Stimmung

Die Allermeisten wissen, auf was sie sich einlassen: Derbe und politisch unkorrekte Witze. Man kennt den Comedian von seinem Kollegen Felix Lobrecht. Und wer Felix mag, dem wird auch Kawus gefallen. Deshalb stört sich auch niemand an den teils sehr harten Witzen. Man ist wegen derben Sprüchen und politisch unkorrekter Comedy gekommen, genau das bietet Kawus. So ist die Stimmung super. Ein Grundlachen ist fast immer da, der Comedian lässt nicht viel Zeit zwischen den Lachern und reagiert schlagfertig auf Reaktionen aus dem Publikum. Die lange Pause tut der guten Stimmung nichts. In der Pause läuft HipHop, währenddessen kann man sich gut unterhalten und hört trotzdem die Musik. Alle sind offen, man kann auch mit fremden Menschen schnell ins Gespräch kommen. Am Ende der Show bleiben viele noch da, Kawus kommt nach einem kurzen Aufenthalt im Backstage noch von der Bühne runter und macht Fotos.

Die Show

Es ist super lustig. Es macht einfach Spaß Kawus beim Reden zu zuhören. Die Witze zünden. Trotzdem wirkt es nie auswendig gelernt oder vorbereitet. Besonders lustig sind Kawus spontane Reaktionen: Bei einer Geschichte rund um Bahnhofschlägereien und der AfD bleibt es auffällig ruhig, dann fällt eine Flasche um. Daraus macht der Berliner einen superwitzigen Gag. Auch auf den, für einen in Berlin wohnenden, sicherlich komischen Namen "Dreisam" hat er spontan einen witzigen Spruch parat. Auf die Uhr schaut man nie, die Dichte an Lachern ist viel zu hoch um an etwas anderes zu denken. Die Show ist gut gelungen. Ein super witziger Comey-Abend.