Theater

Wie war’s bei… der Premiere von "Galway Girls" im Artik

Jennifer Fuchs

Ein Frauenbündnis mit viel schwarzem Humor verspricht das Theaterstück "Galway Girls - ein Gefallen für Henry". fudder-Autorin Jennifer Fuchs hat die Premiere am Wochenende besucht.

Der erste Eindruck

Die Theaterpremiere findet im großen Raum des Artiks statt. Das Licht ist gedimmt, die Bühne ist noch komplett dunkel. Doch verschwommene Schatten lassen das Bühnenbild erahnen. Für das Publikum sind versetzt immer zwei Stühle aufgestellt, um den Sicherheitsabstand einzuhalten.

Das Publikum

Nach und nach füllt sich der Raum. Immer mehr Zuschauer mit medizinischen Masken nehmen ihre Plätze ein. Eine erwartungsvolle Stimmung herrscht im Raum. An manchen Sitzplätzen hört man die Menschen tuscheln. Vor mir sitzt ein Pärchen mittleren Alters, neben mir zwei junge Frauen. Der Altersdurchschnitt im Publikum ist gemischt.

Die erste Szene

Endlich gehen die Scheinwerfer auf der Bühne an. Laute irische Musik ertönt. Das Bühnenbild ist eher minimalistisch gehalten. Es gibt lediglich zwei braune Sitzreihen, die ein Zugabteil darstellen sollen. Die zwei Hauptdarstellerinnen Marie Wuilléme und Joséphine Esskuche bewegen sich zur Musik in schnellen Bewegungen, ähnlich wie in einem schwarzweiß Stummfilm. Dann beginnt die erste Szene.

Das Theaterstück

Die Geschichte handelt von den zwei unterschiedlichen Frauen Florence und Anna, die sich auf einer Zugfahrt nach Galway befinden. Die kühle Florence ist eine schicke Französin mit schwarzen Spitzenhandschuhen, die redselige Anna dagegen eine herzliche Erzieherin. In ihrem Gepäck befindet sich die Urne ihres ehemaligen Exmanns beziehungsweise Exfreund Henry. Sein letzter Wunsch war es, dass die beiden zusammen seine Asche in Galway an der Küste verstreuen. Zuerst sehen sich die beiden als Rivalinnen, doch nach und nach kommen immer mehr dunkle Wahrheiten über Henry und ihre Beziehung mit ihm ans Licht. Nach und nach merken Anna und Florence, dass sie doch mehr gemeinsam haben, als sie anfangs dachten. Es entwickelt sich eine immer stärker werdende Frauensolidarität zwischen den beiden.

Fazit

Das Theaterstück greift mit der häuslichen Gewalt eine schwere Thematik auf. Dennoch haben die beiden Autorinnen Marie Wuilléme und Joséphine Esskuche es geschafft mit einer Prise schwarzem Humor der Dramaturgie etwas Leichtigkeit zu verpassen. Es gibt immer wieder lustige Szenen und irische Musikeinlagen. Das Bühnenbild ist einfach gehalten, was aber nicht negativ wahrgenommen wird. Dafür kommen die Schauspielleistung der beiden und die lustigen Diskussionen besser zu Geltung.
Weitere Aufführungen: 30.10.2021, 31.10.2021, 01.11.2021