Kunst

Wie war’s bei … der ersten Ausgabe der Art Fair Freiburg?

Jennifer Fuchs

Zum ersten Mal fand am Wochenende in der Messehalle die Kunstmesse "Freiburg Art Fair" statt. Rund 50 Künstlerinnen und Künstler präsentierten ihre Werke – die gut 1300 Besucher kauften für rund 58.000 Euro ein.

Der erste Eindruck

Eine große helle Halle und natürlich viel Kunst. Die meisten Werke, hauptsächlich Gemälde, sind an der Hallenwand auf Tischen ausgestellt. Skulpturen, wie zum Beispiel verschmolzene, weiße Plastikstühle oder ein Kreis mit schwarzen Steinfiguren wurden mehr im Raum platziert. Auffallend sind die großen, weißen Präsentationswände, die sich mehr mittig in der Halle befinden. Hier können die anwesenden Künstlerinnen und Künstler den Kaufinteressierten ihre Kunstwerke an der Wand nochmals einzeln präsentieren.

Coronabedingt dürfen nur eine bestimmte Anzahl von Kunstliebhabern mit einem Mund-Nasen-Schutz die Messe besuchen. Davor musste man sich im Internet mit seinen persönlichen Daten registrieren und es gibt auch nur eine bestimmte Anwesenheitszeit von zwei Stunden. Danach dürfen die nächsten Besucher in die Halle.

Die Kunstwerke

Die ausgestellten Arbeiten sind auf den ersten Blick sehr verschieden. Von abstrakter Malerei über farbenfrohe Porträts und verschiedenen Skulpturen ist für jeden Kunstgeschmack etwas dabei. Ich entschließe mich, der Reihe nach die Kunstwerke anzusehen. Interessant finde ich, dass die meisten Arbeiten nicht hängend präsentiert werden, sondern gestellt oder liegend auf einem Tisch. Daneben befindet sich ein Blatt mit Namen des Produzenten oder der Produzentin, Informationen zum Kunstwerk und der Verkaufspreis. Wie ich später in einem Gespräch mit der Künstlerin Hannah Kindler erfahre, dient dieser Zettel auch direkt als Kaufvertrag.

Das Konzept

Insgesamt sind 49 Freiburger Künstlerinnen und Künstler bei der Messe vertreten. Daher gibt es auch eine große Auswahl an verschiedenen Kunstwerken. Im Durchschnitt werden von jedem Kunstschaffenden drei Arbeiten gezeigt. Ist eine Arbeit verkauft, gibt es in der Halle noch ein Lager, aus dem ein weiteres Kunstwerk "nachrücken" kann. Das Besondere an der Art Fair Freiburg ist, dass es sich um eine reine Künstlermesse handelt – ohne die übliche Beteiligung von Galerien. So können die Kunstschaffenden ihre Arbeiten direkt vor Ort verkaufen. Zudem besteht die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch und man erfährt zum Beispiel viel Hintergrundwissen über die einzelnen Werke.

Der soziale Aspekt

Da die aktuelle Pandemie auch die Künstlerszene wirtschaftlich hart trifft, wollen die Veranstalter der Art Fair Freiburg ein gemeinschaftliches soziales Zeichen setzten. Von jedem verkauften Kunstwerk gibt der beziehungsweise die Künstlerin einen gewissen Prozentsatz des Gewinnes ab. Dieses gesammelte Geld wird am Ende gemeinschaftlich aufgeteilt. Somit wird die Art Fair Freiburg auch dafür genutzt, um als Kunstschaffende in diesen Zeiten füreinander einzustehen.

Fazit

Meiner Meinung nach hat die Art Fair Freiburg ein besonderes und interessantes Ausstellungskonzept, das ich von anderen Kunstmessen so nicht kannte. Den persönlichen Kontakt mit den Künstlern fand ich sehr spannend, weil man viel mehr Informationen über die Arbeiten erhält und gezielt Fragen stellen kann. Schön fand ich auch, dass ein bestimmter Prozentsatz des Gewinnes allen Ausstellenden zu Gute kommt.

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