Nachbericht

Wie war's bei... der Eröffnung der Asphalt Sessions im E-Werk?

Stefan Mertlik

Mit den "Asphalt Sessions" weiht das E-Werk den "Bier Garden" ein. Der Auftakt am Donnerstag stand im Zeichen von "Black Lives Matter". Weil es regnete, fand die Veranstaltung unter strengen Corona-Regeln im Saal statt.

Wie kann Kunst trotz Corona stattfinden? Das fragt sich das E-Werk im Rahmen der "Asphalt Sessions 2020". Der Freiburger Künstler Jürgen Oschwald hat hierfür eine begehbare Skulptur auf dem Parkplatz des Kulturzentrums errichtet. Diese soll als Biergarten genutzt werden. Noch bis Sonntag feiert das E-Werk das neue gastronomische Angebot mit einem umfangreichen Open-Air-Programm.

Der erste Abend

Regen durchkreuzt die Pläne. Statt den Biergarten einzuweihen, treten Performance-Künstlerin Jasmin Tutum und Hip-Hop-Tänzer Natural Orlando am Donnerstagabend im Saal des E-Werks auf. Die Darbietung steht im Zeichen der "Black Lives Matter"-Bewegung. Ausschnitte aus ihrem abendfüllenden Programm vermischen Tutum und Orlando mit Kurzfilmen und Musikvideos von Arthur Jafa, John Akomfrah und Joyner Lucas. Die audiovisuelle Collage dreht sich um den Kampf gegen rassistische Vorurteile und für menschliche Würde.

Das Hygienekonzept

"Wir lernen wieder zu gehen", sagt Jürgen Eick, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des E-Werks, bei seiner Eröffnungsrede. An Konzertabende wie vor vier Monaten ist noch nicht zu denken. Um die Abstände einhalten zu können, dürfen gerade einmal 62 Besucherinnen und Besucher in den Saal. "Aus wirtschaftlicher Sicht lohnen sich Konzerte unter diesen Umständen nicht", bestätigt Barbara Ottmann, stellvertretende Leiterin für Personal und Finanzen, auf Nachfrage.

Das E-Werk gibt sich trotzdem Mühe mit seinem Hygienekonzept. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren freundlich, aber bestimmt über die Regeln. Wer den Saal betritt, muss seine Kontaktdaten angeben. Nur auf dem Sitzplatz ist ein Ablegen der Maske erlaubt. Für das Verlassen des Saals müssen die Gäste einen separaten Ausgang nutzen. Jede zweite Stuhlreihe fehlt. Stühle, die als Puffer dienen, sind mit Klebeband abgesperrt.

Der Biergarten

"Der Parkplatz ist nicht nur für Autos da", sagt Jürgen Eick. Bereits im Rahmen von "Freiburg stimmt ein" verwandelten sich die Laderampe zur Bühne und die Stell- zu Tanzflächen. Mit dem sogenannten "Bier Garden" treibt es das E-Werk nun auf die Spitze. Aus Europaletten und PVC-Bannern hat der bildende Künstler Jürgen Oschwald einen der außergewöhnlichsten Biergärten Freiburgs geschaffen. Das Restaurant Fluxus wird das Freiluftlokal bis Mitte September betreuen.

Das restliche Programm

"Wir können uns auf ein spannendes Programm freuen", verspricht der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach in seiner Ansprache. 5000 Euro hat die Stadt zur Einweihungsfeier beigesteuert. Bis Sonntagabend bietet das E-Werk ein kostenloses Programm. Unter anderem tritt am Freitag die Tanzgruppe "Dance aWay" auf, am Samstag spielt das Jazzquartett "Jonas Sisters" und am Sonntag singt der Popchor Twäng und das Cargo-Theater zeigt die Kinderoper "Tranquilla Trampeltreu". Auch in den kommenden Monaten schließt das E-Werk spontane Kunstaktionen im "Bier Garden" nicht aus.

Kurzfilme aus dem Programm von Jasmin Tutum und Natural Orlando:

"Love is the message, the message is death" von Arthur Jafa



"Peripeteia" von John Akomfrah



"I'm not racist" von Joyner Lucas

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