Prävention

Wie sich Freiburger Hochschulen auf eine mögliche Energiekrise vorbereiten

Anika Maldacker

Einen früheren Start des Wintersemesters plant die Universität Freiburg derzeit nicht. Wohl aber die Verlängerung der Winterpause um Energie zu sparen. Auch andere Freiburger Hochschulen bereiten sich vor.

Die Universität Freiburg hat sich entschieden, die Vorlesungszeit des Wintersemesters nicht wegen der Energiekrise vorzuziehen. Zu diesem Ergebnis kam eine der drei Arbeitsgruppen, die sich seit rund drei Wochen der Frage widmen, wie die Universität einer potentiellen Energiekrise im Winter begegnen kann. "Das Vorziehen hätte hohe Hürden bei der Machbarkeit beinhaltet", so Uni-Sprecher Bastian Strauch.

Allerdings soll die Winterpause für Präsenzveranstaltungen länger als üblich andauern, nämlich vom 23. Dezember bis 21. Januar – falls nötig sogar darüber hinaus. Darauf sollen sich die Fakultäten vorbereiten, wie aus einer internen Mail an Universitätsmitglieder hervorgeht. "Somit kann in einer kalten und heizintensiven Zeit Energie wirksam eingespart werden", so Strauch.

Im Winter könnten Pandemie und Energiekrise das Semester beeinflussen

Ziel der Universität sei es, die Präsenzlehre aufrecht zu erhalten. Sollte die Winterpause aber zusätzlich verlängert werden müssen, würden Veranstaltungen eventuell verschoben. Es wird, so Strauch, für Lehrende zudem die Möglichkeit geben, Seminare oder Vorlesungen digital zu halten. Die Universitätsleitung weist daraufhin, dass auch die Pandemie den Studienbetrieb im Herbst und Winter beeinflussen könnte.

Die Raumtemperatur will die Universität auf rund 20 Grad absenken, das ist die Mindesttemperatur beim Arbeiten im Sitzen, die das Arbeitsstättenrecht vorgibt. Außerdem sollen die Leistungen von Forschungsgeräten, Heizungen, Lüftungen oder Beleuchtungen reduziert werden. Beispielsweise der Bereich, in dem mit Gefahrstoffen gearbeitet wird. In Laboren und Praktikumsräumen muss die Raumluft zum Schutz der Mitarbeitenden und Studierenden rund achtfach pro Stunde vollständig gewechselt werden. "Dieser Luftwechsel kann, wenn niemand arbeitet oder in geringem Maße innerhalb der gesetzlichen Vorgaben, reduziert werden", so Strauch.Teils geschehe das schon. Zudem gebe es die Möglichkeit Soll-Temperaturen für Labore zu erhöhen, beziehungsweise im Winter zu reduzieren.

Des Weiteren will die Universität ältere Computer durch neuere, die deutlich weniger Energie verbrauchen, ersetzen und Server eher zentral oder virtuell betreiben, so Strauch. So könnten 80 bis 90 Prozent Energie eingespart werden. Im vergangenen Jahr seien bereits Kühlschränke in Laboren ausgetauscht worden oder effizientere Vakuumpumpen eingesetzt worden. Im Falle einer Energieknappheit will man Geräte nach einer Reihenfolge, die die Universität noch festlegen muss, abschalten. Für die Mitarbeitenden und Studierenden hat die Universität eine Website mit Tipps zum Energiesparen eingerichtet.

Auch Pädagogische und Katholische Hochschule wollen Energiesparen

Die Pädagogische Hochschule in Littenweiler plant bisher, das Wintersemester wie geplant im Oktober zu beginnen. "Die Winterpause wird für das Verwaltungspersonal um eine Woche verlängert", so Sprecherin Helga Epp. Die Studierenden könnten wie geplant am 9. Januar ihr Semester fortführen. Generell, so Epp, wolle man die Hochschule offen halten, damit Studierende sich dort aufhalten könnten und nicht daheim heizen müssten, da das die Kosten verlagern würde. Eine endgültige Entscheidung wolle man aber erst Ende September oder Anfang Oktober treffen, wenn die Lage besser abschätzbar sei.

Die Katholische Hochschule will regulär Anfang Oktober mit dem Wintersemester beginnen. Aber auch dort laufen Vorbereitungen, um Energie in allen Gebäuden einzusparen. "Dazu zählt wesentlich das Absenken der Raumtemperatur und die konsequente Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik", sagt Sprecherin Astrid Spüler. Über Weihnachten werden die Gebäude wie geplant geschlossen. Bisher plant die Hochschule, das Semester in Präsenzlehre abzuhalten. Je nachdem, wie sich die Pandemie und die Energiekrise entwickle, könnte die Lehre jedoch wieder ins Digitale verlegt werden, so Spüler. Zudem wolle man Mitarbeitende und Studierende für Energiesparen im Büro und im Privaten sensibilisieren.

Website: Möglichkeiten zum Energiesparen der Universität Freiburg