Zwischenbilanz

Wie liefen die ersten sechs Wochen Streaming, United We Stream Upper Rhine?

fudder-Redaktion

Vergangenes Wochenende ging das Streaming-Projekt "United We Stream Upper Rhine" in die sechste Woche. Zeit für eine erste Bilanz des Projekts, das Clubs und Bars aus der Region durch die schwere Zeit bringen soll.

fudder unterstützt "United We Stream Upper Rhine"- durch Artikel und durch Crosspostings der Streams auf Facebook. Jede Woche gibt’s einen Rückblick und eine Vorschau – und heute eine Zwischenbilanz. Schaltet weiterhin ein!

Das Projekt "United We Stream Upper Rhine" wurde Anfang Mai mit dem Anspruch initiiert, aus Clubs von Karlsruhe bis Basel zu streamen und die Clubkultur der Region sichtbar zu machen. Das ist weitestgehend gelungen. Der Schwerpunkt der Veranstaltungen hat sich in Freiburg abgespielt, da der Großteil des Teams hier lebt. Nichtsdestotrotz gab es Streams aus Kehl, Offenburg und Karlsruhe.

Die Locations

Insgesamt wurden aus elf unterschiedlichen Locations zwölf Streams gesendet. Dazu gehören in Freiburg: Slow Club, Artik, Café Pow, Bar am Funkeneck, MensaBar, eine Secret Location sowie die Bretterbude. Bereits geplant sind Streams aus The Great Räng Teng Teng, Café Atlantik, einer Werkstatt, dem Kulturaggregat und dem Still ill.
In Offenburg wurde aus dem Circle Club gestreamt und in Kehl aus dem Kulturhaus. In Karlsruhe waren es das Zentrum für Medien und Kultur und der Gotec Club.

Geplant sind weitere Streams aus dem Kulturhaus Kehl, dem Jazzclub Karlsruhe und einem Outdoorstream ebenfalls aus Karlsruhe.
United We Stream Upper Rhein: Website & Facebook

Die Künstlerinnen und Künstler

Zwei Bands, zwei Liedermacher*innen, drei Live Noisemusikerinnen und -musiker, 36 DJs und DJ- Teams und fünf visuelle Künstlerinnen und Künstler. Es freut uns besonders, dass wir auch die Labelnight mit Compost Records aus dem ZKM Karlsruhe in Kooperation mit Arte Concerts hosten durften.

Geplant sind bereits jetzt eine Vielzahl an weiteren Streams. Größtenteils kommen und kamen die Auftretenden aus der Region. Vereinzelt waren auch bereits Acts aus Berlin, Wien, Mannheim, Lübeck, Frankfurt oder München dabei.

Die Quotierung

Den Anspruch mindestens 50 Prozent der Streams von Künstlerinnen bespielen zu lassen, hat das Projekt trotz großer Bemühungen nicht erreicht. Von den insgesamt 61 beteiligen Kunstschaffenden waren bisher nur insgesamt elf Frauen. "Obwohl wir viel versucht haben, um das Ziel zu erreichen, ist das Ergebnis ernüchternd", sagt Savana Bonfig. "Wir hoffen bis zu unserer geplanten Sommerpause diese Quote von knapp 1/5 noch zu verbessern und werden uns nochmals intensiv mit dieser Thematik öffentlich auseinandersetzen."

Die Spenden

Spenden sind insgesamt 985 Euro eingenommen worden. Das heißt, im Schnitt pro Stream 82 Euro. Hier liegen die Verantwortlichen deutlich hinter ihren Erwartungen zurück. Dazu Jule Landenberger aus dem Presseteam: "Die sich abzeichnende unsichere wirtschaftliche Situation vieler schlägt sich, im Vergleich zum Beginn der Pandemie, nun auch in der Spendenbereitschaft, beziehungsweise -möglichkeit ab".

Das Netzwerk

Was gut funktioniert: Die Vernetzung der verschiedenen Akteure aus den unterschiedlichen Städten und die damit gelebte Solidarität des Crosspostingnetzwerkes mit einzelnen Clubs aus der Region wie auch weiteren United We Stream-Standorten.

Dieses Netzwerk sorgt dafür, dass pro Stream tausende Zugriffszahlen aus der Region auf den verschiedenen Plattformen verzeichnet werden. Auch im Nachgang werden die Streams gerne angeschaut. "Die Stimmung im Team und mit den Locations und auftretenden Musikschaffenden ist super", so Savana Bonfig. "Wir haben das Gefühl, dass wir hier als Nachtlebensakteure zusammenwachsen und von der Synergie und Vernetzung auch in Zukunft profitieren werden."

Die Partner

Das Team dankt den Medienpartnern fudder.de, dem Subculture Magazin und dem Chilli Magazin sowie den Streamingpartnern Kranz Vilm Freiburg, Langmatt Filmproduktion aus Offenburg, Heiko aus Kehl, Moritz Bross Medien und Felix Groteloh aus Freiburg.

Der Ausblick

Geplant sind weitere Streams bis Mitte Juli, dann wird es eine Sommerpause geben. Der überregionale Zusammenschluss soll jedoch nicht enden. Denn die Spielstätten, Clubs und Nachtgastronomen der Region sind von der Pandemie nach wie vor stark betroffen und kämpfen mit dem wirtschaftlichen Überleben. Ob die bisherigen Hilfen von Bund, Land und Kommunen ausreichen, um das in der Region schon vor der Pandemie grassierende Spielstättensterben nicht zu beschleunigen ist unsicher.
"Wir wollen uns auch als organisierter Fürsprecher der regionalen Clubs und Spielstätten weiter engagieren, unabhängig von den Streams", so Jule Landenberger. "Wir streben einen landesweiten Zusammenschluss auch mit United We Stream Rhein Neckar uns Stuttgart an, um auf kommunaler und Landesebene gemeinsam für die Belange und Förderung des Nachtlebens einzutreten".

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