Umweltschutz

Wie Fridays for Future in Corona-Zeiten zum Klimastreik aufruft

Anika Maldacker

Am Freitag plant Fridays for Future einen Netzstreik per einem Livestream und in Freiburg eine Plakat- und Banneraktion – mit Abstand und höchstens in Zweier-Gruppen. Im Interview erklärt Lukas Gress, wie die Aktion geplant ist.

Das Motto für den morgigen Streiktag ist #NetzstreikfürsKlima. Was habt ihr für den 24. April in Freiburg geplant?

Der Netzstreik findet deutschlandweit statt. Wir wollten in Freiburg allerdings nicht nur im Netz demonstrieren, sondern auch auf die Straße gehen. Wir werden Litfasssäulen mit Banner, Plakaten und Flugblättern dekorieren. Oder Böden mit Kreide bemalen. Fotos von der Aktion laden wir dann auf unsere Website freiburgforfuture.de hoch – dazu fordern wir auch alle anderen Teilnehmer auf. Wir haben uns noch einen zusätzlichen Spaß ausgedacht. Auch die Stuttgarter Fridays-for-Future-Ortsgruppe wird Plakate aufhängen und Fotos hochladen. Wir fordern sie heraus und gewonnen hat am Ende die Ortsgruppe, die am meisten Fotos hochgeladen hat.

Wie werdet ihr sicherstellen, dass die Hygieneregeln eingehalten werden?

Es wird keine gemeinsame Aktion geben. Wir von Fridays for Future ziehen alleine oder höchstens zu zweit los und plakatieren und verbreiten unsere Botschaft. Die Aktion wird den ganzen Freitag über gehen und mitmachen kann jeder, der will. Auf unserer Website kann jeder Teilnehmende auch Fotos vom Streik hochladen.

Welche Botschaft wollt ihr vermitteln?

Wir wollen klarstellen, dass die Klimakrise auch nach der Corona-Krise, die derzeit das aktuellste Thema ist, weiter wichtig sein muss. Wir sollten schon jetzt auf eine nachhaltigere Wirtschaft und Gesellschaft umstellen. Daher ist einer unserer Hashtags auch #FightEveryCrisis.
Lukas Gress, 17 Jahre alt, aus Freiburger besucht das Berthold-Gymnasium und engagiert sich seit Februar 2020 bei Fridays for Future Freiburg.

Wie viele Teilnehmer erwartet ihr?

In Freiburg haben sich schon rund 700 Teilnehmer auf der Streikkarte eingetragen. Beim deutschlandweiten Protest schon circa 10.000 Menschen. Von der Bundesgruppe von Fridays for Future wird es einen Livestream geben, der am Freitag um 12 Uhr beginnt und bei dem Prominente, Musikerinnen und Musiker und Aktivistinnen und Aktivisten mitmachen wie Clueso, Lena Meyer-Landrut oder Bosse.

Was hat sich für euch in der Organisation der Streiks in der Corona-Pandemie geändert?

Für uns war es natürlich sehr bitter, den Streik am 3. April abzusagen. Das wäre wieder ein großer internationaler Streiktag geworden. Die Entscheidung war aber die einzig richtige. Nun haben wir viel gebrainstormt und es sind viele gute Ideen zusammengekommen. Wir machen Webinare oder solche Aktionen wie die am Freitag. Viele von uns haben nun auch mehr Zeit für Fridays for Future, weil die Schule wegfällt.
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