Öffentliches Leben

Wie Freiburgs Einsatzkräfte und VAG bei vielen Coronavirus-Fällen den Betrieb sichern wollen

Simone Höhl

Wo es Corona-Fälle gibt, können schnell viele Menschen in Quarantäne gelangen. Was würden Freiburger Verkehrsbetriebe, Polizei und Rotkreuz tun, wenn viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausfielen?

Was wäre wenn? Wenn sich innerhalb kurzer Zeit viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstecken und zuhause bleiben müssen. Im Freiburger Gewerbegebiet Haid hatte die Firma Thermo Fisher vergangenen Donnerstag wegen Corona-Infektionen geschlossen. Bei drei Mitarbeitern hatte sich der Verdacht bestätigt, 250 waren daheim. Die Biotech-Firma konnte am Montag wieder öffnen.


Aber was tun Betriebe, welche die Stadt am Laufen halten, wie die Verkehrs-AG, oder Behörden wie die Polizei? Für Freiburg noch eine hypothetische Frage, aber auch eine wichtige, angesichts schneller Entwicklungen andernorts. Im Kreis Heinsberg im Raum Köln zum Beispiel befanden sich nach Ausbruch von Covid-19 vergangene Woche bereits rund 1000 Menschen in häuslicher Quarantäne.

Die VAG würde den Fahrplan ausdünnen

Die Freiburger Verkehrs-AG hat derzeit keinen personellen Engpass. Vor ein bis zwei Wochen gab es eine leichte Grippewelle, sagt VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. "Da melden sich bis zu 40 Fahrerinnen und Fahrer krank, aber das kriegen wir gestemmt." Grundsätzlich ist die VAG personell derzeit gut aufgestellt.
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Sie hat das Fahrpersonal mit Verhaltenshinweisen in Sachen Coronavirus informiert. Wenn es zu extrem vielen Ausfällen käme, würden die städtischen Verkehrsbetriebe den Fahrplan ausdünnen. "Wir würden auf den Sonntags-Fahrplan umstellen", erklärt Hildebrandt. Die Busse und Bahnen fahren sonntags seltener, was weniger Personal erfordert. Zudem ist der Fahrplan fix und fertig im System hinterlegt.

Verhaltensregeln zum Schutz von Polizisten

Auch bei Freiburgs Polizei gab es Infos für die Beamten zum Schutz im Dienst und die Ausrüstung wurde ergänzt, so Sprecher Jerry Clark. "Wobei wir schon vor Corona Mundschutz im Streifenwagen hatten." Zudem bereitete man sich für den Fall vor, zu einem Einsatz mit einem Corona-Patienten gerufen zu werden.

Für personelle Engpässe gibt es Notfallpläne. Eine extreme Krankheitswelle wäre laut Clark vergleichbar mit einem Katastrophenfall, bei dem plötzlich viel Personal benötig würde. Das bundesweite Konzept sei abgestuft und reiche bis dahin, Leute aus dem Urlaub zu rufen. Einige Arbeitsbereiche könnten von zu Hause aus erledigt werden, sagt der Pressesprecher: in Administration und Backoffice. "Aber Einheiten, die operativ tätig sind, müssen im Streifenwagen sitzen." Diese Bereiche können priorisiert werden und der Beamte für Betrug auf Streife gehen.

Kernaufgaben wie Rettungsdienst gehen vor

Das Deutsche Rote Kreuz richtet in Fällen wie einer möglichen Pandemie einen Einsatzstab ein, erklärt Jochen Hilpert, der Vorstand des Freiburger Kreisverbands. Pandemiepläne – auf Basis von Gesetzen und Empfehlungen zum Beispiel des Robert-Koch-Institutes – gebe es auf allen Ebenen des DRK. In den Plänen sind Vorkehrungen und Schutzmaßnahmen enthalten.

Zudem legen sie auch fest, welche Kernbereiche und Kernaufgaben in jedem Fall aufrechtzuerhalten sind, erklärt DRK-Chef Hilpert: Dazu gehören unbedingt die Integrierte Leitstelle, der Rettungsdienst, Bevölkerungsschutz und Pflegeheime sowie die eigene Verwaltung.
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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Hygienetipps

Zum Schutz gegen das Coronavirus rät das Gesundheitsamt deshalb:
  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife
  • In ein Papiertaschentuch niesen oder husten und danach entsorgen. Wieder Hände waschen. Wer kein Taschentuch hat: die Armbeuge nehmen
  • Bei Grippesymptomen zu Hause bleiben, um Ansteckungen zu vermeiden
Infos des Gesundheitsamts zum Virus: mehr.bz/corona-fr-info

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