Club der Freunde

Corona-Hilfe im Kleinen

Wie Freiburger Vermieter Händlern und Gastronomen durch Mietnachlässe helfen

Gastronomie und Handel leiden unter den pandemie-bedingten Schließungen. Doch es gibt auch Vermieter, die ihre Pächter mit Nachlässen unterstützen. Die BZ beschreibt fünf Freiburger Beispiele.

Im März 2020 mussten auch in Freiburg zum ersten Mal Läden und Gastronomien schließen, als eine der Maßnahmen, mit denen man hoffte, der Corona-Pandemie Herr zu werden. Für einige Unternehmungen gab es unter bestimmten Voraussetzungen Hilfen, um die Ausfälle zu mildern. Es gab und gibt seither aber auch Fälle unmittelbarer Unterstützung, wie zum Beispiel die Vermieter, die ihren Pächtern Teile der Miete erlassen. Fünf Freiburger Beispiele.
"Wenn er verliert, verlieren wir alle"
Spielzeugladen Holzpferd, Gerberau 24: Als Lucas Wisser und seine vier Geschwister in der Gerberau aufwuchsen, wuchsen sie auch mit Michael Hausers "Holzpferd" auf. "Für uns alle fünf wäre es undenkbar, dass wir diesen wirklich einzigartigen Laden im Haus verlieren", sagt Lucas Weisser. Er spricht für die Erbengemeinschaft – und er spricht von der Verantwortung, die er und seine Geschwister als Eigentümer empfinden. "Natürlich denken wir auch kaufmännisch", erklärt er, "aber trotzdem sind wir doch so erzogen worden, dass Geld nicht alles ist." Man habe folglich gleich von Beginn an beim ersten Lockdown Michael Hauser signalisiert, dass man die Miete beträchtlich kürzen würde, falls die Schließung seinem Laden zu sehr zusetzen würde.
Der kleine Laden mit dem riesigen, aber sehr ausgesuchten Sortiment lebt von der Vielfalt und von der fachkundigen Beratung im Geschäft. Ein Online-Shop kommt für Michael Hauser nach mehr als 35 Jahren "Live"-Verkauf nicht in Frage: "Das würde dem überhaupt nicht gerecht, was unseren Laden ausmacht", ist Hauser überzeugt, "das ist auch die Begegnung. Es wäre also völlig unsinnig, hier Bildschirmarbeitsplätze zu generieren und Menschen zum Päcklepacken abzustellen." Und es würde hier auch gar nicht funktionieren, führt sein Vermieter aus: "Hier gibt es ja nicht entfernt die Lagerkapazitäten, die man dafür bräuchte!" Aber ohnehin sieht auch er die unschlagbare Qualität dieses Fachgeschäfts in der unmittelbaren Anschauung und im Gespräch. Ein solcher Laden sei wie ein Schatz, den man hüten, ja, in Krisenzeiten eben auch beschützen müsse: "Wenn der Laden das nicht überstehen kann, wenn Michael Hauser verliert, dann verlieren wir alle, auch die Gerberau und letzten Endes auch Freiburg." Lucas Weisser hat die Erfahrung gemacht, dass Michael Hauser seinen Teil der Verantwortung ...

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