Selbstversuch

Wie es sich anfühlt, unter Einschränkungen in der UB zu arbeiten

Eyüp Ertan

Wo sonst kaum ein Platz zu finden ist, herrscht nun fast gähnende Leere: Die UB Freiburg hat wieder ihre Türen für Studierende der Universität geöffnet. fudder war vor Ort und hat sich angesehen, wie das Arbeiten unter Einhaltung von Corona-Maßnahmen funktioniert.

Der Zugang

Um in der UB zu arbeiten, braucht es eine Onlineanmeldung – diese wurde für das Ausleihen von Büchern nicht benötigt. Studierende können sich über das Veranstaltungsverzeichnis für den Tag, an dem sie arbeiten wollen, online anmelden. Zur Auswahl stehen hierbei zwei Zeitfenster: Entweder vormittags von 8 bis 12 Uhr, oder aber nachmittags von 13 bis 17 Uhr. Auch kurzfristige Anmeldungen sind möglich – dann muss aber an einem elektronischen Endgerät online der eigene Stundenplan gezeigt, und so die Onlineanmeldung nachgewiesen werden. Heißt aber auch: Die UB hat weiterhin nur für Studierende der Universität geöffnet.

Das Innere

Nach dem Vorzeigen der Unikarte bekommt man eine Platzkarte für die Lesesäle – diese muss man immer mitführen. Die Aufzüge funktionieren nicht; es stellt sich also die Frage, welche Regelungen für Studierende mit Behinderung gefunden werden könnten. Im Erdgeschoss sind – ähnlich wie im Supermarkt – Markierungen am Boden angebracht, um das Einhalten des Mindestabstandes zu gewährleisten. Benötigt werden sie aber momentan kaum oder gar nicht – dafür ist die Auslastung noch zu gering. Auch die jeweiligen Stockwerke wurden präpariert: Der Flügel der UB, der Richtung Belfortstraße zeigt und in dem normalerweise in Prüfungszeiten Jura- und Examensstudierende sitzen, ist gänzlich gesperrt. Ebenso gesperrt ist jeder zweite Arbeitsplatz, ebenfalls um den Mindestabstand zu gewährleisten.
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Die Auslastung

Momentan dürfen sich 80 Studierende gleichzeitig in der UB aufhalten – selbstverständlich muss hierbei ebenfalls auf den Mindestabstand geachtet werden. An der Anmeldung heißt es, dass geplant ist, die Zahlen sukzessive zu erhöhen. In den jeweiligen Lesesälen wiederum herrscht eine fast schon entspannte Atmosphäre – das angestrengte Arbeiten, das Kruschteln, das ansonsten zur UB-Lärmkulisse gehört, ist nun kaum wahrnehmbar. Am Mittwochmittag haben einige Studierende das Angebot wahrgenommen: Pro Stockwerk arbeiten jeweils ein gutes Dutzend Studierende.

Die Maske

Im Gebäude selbst muss die Maske getragen werden – außer am Arbeitsplatz selbst. Aus arbeitstechnischen Gründen eine sinnvolle Maßnahme, denn: Das Arbeiten mit der Mund- und Nasenbedeckung gerät schnell zur Tortur.

Fazit

Es erleichtert das Arbeiten als Student oder Studentin, dass die UB wieder offen hat. Nicht zwangsläufig, um im Gebäude selbst zu arbeiten – wofür weiterhin ein Pulli empfehlenswert ist; die Klimaanlage und das Belüftungssystem haben sich durch die Corona-Maßnahmen leider nicht verändert. Stattdessen aber haben Studierende wieder Zugang zu einem Teil der Präsenz-Literatur der Uni Freiburg, jenen Büchern also, die nicht ausgeliehen werden dürfen und ausschließlich in den Lesesälen vorzufinden sind. Alles in allem ein wenig Normalität im digitalen und oftmals asynchronen Corona-Semester.

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