Covid-19

Wie die Stadt Freiburg sich auf das Coronavirus vorbereitet

Jens Kitzler & Manuel Fritsch

Das Rathaus geht davon aus, dass das Coronavirus bald Freiburg erreichen wird. Stadtverwaltung und Kliniken sehen sich aber gut aufgestellt. In Apotheken wird derweil Desinfektionsmittel knapp.

Das Coronavirus kommt immer näher an Freiburg heran. Desinfektionsmittel werden Mangelware und die Uniklinik wird von Anfragen überhäuft. Eine Übersicht:

Stadtverwaltung

Die Verwaltung geht davon aus, dass das Virus "in kurzer Zeit auch Freiburg erreichen" wird. Die Stadt sei aber gut vorbereitet. Die Kliniken seien personell und organisatorisch gut gerüstet, das Amt für Brand- und Katastrophenschutz habe seinen Pandemieplan Anfang Februar überarbeitet. Eine Koordinierungsstelle aus verschiedenen Behörden stelle Abstimmung und Information sicher.

Apotheken

Die Freiburgerinnen und Freiburger bereiten sich indes auch auf das Virus vor. Mundschutze gibt es in Freiburgs Apotheken schon länger nicht mehr und am Mittwoch wurde Desinfektionsmittel knapp. "Masken werden alle zehn Minuten nachgefragt", heißt es in der Breisgau-Apotheke am Bahnhof. "Das Desinfektionsmittel ist fast weg und nachbestellen lässt es sich nicht." Für die Masken sei der nächste Liefertermin Mitte Mai, beim Desinfektionsmittel gebe es keinen Termin. Die Löwen Apotheke konnte gerade noch etwas nachbestellen, "Klassiker bekommen wir gerade aber auch nicht mehr", heißt es dort.

Josefskrankenhaus

Stephan Sorichter, Chefarzt in der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin des Josefskrankenhauses sieht das Haus gut vorbereitet. Ein Engpass an Schutzausrichtung sei zur Zeit nicht zu befürchten. "Die Schränke sind gefüllt", sagt er. Allerdings sei seit einer guten Woche durchaus zu spüren, dass mehr Menschen kämen, die fürchten, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. "Das Hauptproblem ist im Moment aber die ganz normale Grippe", sagt Sorichter.

Hausärzte

Wie sich die Praxen vorbereiten sollen, steht in einem Merkblatt, das die Freiburger Ärzte Anfang Februar im Briefkasten hatten. Es kommt von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und rät Ärzten bei Kontakt mit Verdachtsfällen zu Mund-Nasen-Maske, Schutzbrille und Schutzkleidung und dazu, den Patienten zu isolieren. "Man muss sich eine Strategie zurechtlegen", sagt Peter Hess, Allgemeinmediziner aus dem Rieselfeld. Aber ganz so einfach wie im Merkblatt sei es nicht. "Man braucht ja erstmal das ganze Equipment." Und die Möglichkeit, einen Patienten zu isolieren, gebe es nicht in jeder Praxis. Die verlangten Behälter zum Versenden von Proben habe er bestellt, erklärt Hess. Ein Schutzanzug sei auch schon da. "Den habe ich noch aus Zeiten der Schweinegrippe." Andreas von Zedtwitz, Arzt aus der Wiehre, sieht seine Praxis gerüstet. "Wichtig ist vor allem das Material, mit dem man Abstriche nimmt", sagt der Internist. Mögliche Verdachtsfälle wolle er, wie im Merkblatt geraten, sogleich ans Gesundheitsamt weitermelden. Im Praxisalltag, sagt von Zedtwitz, sei das Coronavirus bisher aber kaum Thema. "Da geht es viel mehr um die klassische Grippe".

Uniklinik

Ganz im Gegensatz zur Uniklinik. Bislang wurden dort 14 begründete Verdachtsfälle getestet – alle negativ. Die Zahl der Verdachtsfälle steige aber derzeit stark an. So sehr, dass das Klinikum leicht genervt feststellt: "Die teilweise völlig unbegründete Furcht vor dem Virus und die daraus resultierenden Anfragen führen zu einer deutlichen Mehrbelastung des Klinikpersonals und zu einer Verzögerung der Abläufe." Erste Anlaufstelle bei einem Verdacht sei der Hausarzt. Wichtig: Vorher immer erst anrufen, nicht einfach hingehen!

Landeserstaufnahme

In der Erstaufnahmestelle werden ankommende Geflüchtete derzeit in einem eigenen Gebäude untergebracht. Verpflichtet sei die Einrichtung dazu nicht, es sei aber "Ausdruck einer besonderen Fürsorge" gegenüber den anderen dort Anwesenden – Geflüchteten wie Mitarbeitern, heißt es am Regierungspräsidium. Schließlich kommen einige Geflüchtete über Italien.

Mehr zum Thema: