"Ho, ho, ho – das war knapp"

Weihnachtsgrüße statt Knöllchen für Falschparker in Freiburg

Joachim Röderer

Der Gemeindevollzugsdienst in Freiburg zeigt sich an Heiligabend ausgesprochen milde gestimmt: Statt einem Strafzettel klemmten bei Falschparkern Weihnachtsgrüße unterm Scheibenwischer.

Auch an Heiligabend waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes in der Stadt unterwegs, um parkende Autos zu kontrollieren. Doch die GVD-Frau- und Mannschaft war an diesem Tag ausgesprochen weihnachtlich milde gestimmt. Sie verteilten nämlich frohe Botschaften: "Ho, ho, ho – das war knapp", stand unter dem Zettel, der unter den Scheibenwischern klemmte. Auch in der Weihnachtszeit gelte die Straßenverkehrsordnung. "Sie haben bestimmt nicht dran gedacht, und ihr Kfz nicht entsprechend der StVO abgestellt." Und dann die Überraschung: Statt einem Knöllchen gab es an Heiligabend einfach nur freundliche Weihnachtsgrüße.

"Eine schöne Geste in einem herausfordernden Jahr." OB Horn
Die Aktion löste in den sozialen Medien große Begeisterung aus – die Daumen gingen hundertfach nach oben. Lob für den GVD gab es auch vom Chef: "Eine schöne Geste in einem herausfordernden Jahr", kommentierte Oberbürgermeister Martin Horn.

Die Kritik teilt Horn nicht

Während die Stadt von der großen Mehrheit im Netz Zustimmung bekam, gab es aber auch Kritik. Vor allem vom offiziellen Social-Media-Account des Fußgänger- und Radentscheids: "Wir wundern uns sehr über ihr Rechts- und Demokratieverständnis", hieß es da ausgesprochen unfroh und unentspannt als Reaktion auf den GVD-Beitrag auf Instagram von Martin Horn.

40.000 Unterschriften hätten den Schutz von Fuß- und Radverkehr in Freiburg gefordert, der Gemeinderat habe auf die Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung gepocht. "Und was machen Sie?" Der OB entgegnete, dass die Aktion lediglich für einen einzigen Tag gelte: "Das widerspricht nicht dem Kurs Richtung nachhaltige Mobilität."Er teile die Kritik nicht, schrieb der OB. Und wünschte dann noch frohe Weihnachten.

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