Stilfrage

Was ist dein Stil, Juri?

Alexander Schneider

"Was ist Dein Stil?" Diese Frage stellen wir regelmäßig jungen Leuten aus Südbaden. Heute: Juri, 27 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Freiburg und lebt jetzt in Berlin. Er ist Musik- und Kulturjournalist und mag auch Accessoires.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Mein Stil ist relativ locker. Wenn ich ihn zusammen fassen müsste: Ein Mix aus Streetwear und Vintage-Sachen. Meistens bin ich einfarbig und relativ schlicht unterwegs. Manchmal toppe ich das mit einem etwas auffälligerem Teil, wie meine rote Jacke. Außerdem trage ich viel Merchandise von Künstlern.

Hast du Favoriten unter deinem Merchandise?

Ich finde das Merchandise von Mac Millers letztem Album echt gut – Rest in Peace an dieser Stelle. Ich kaufe mir aber nicht nur Merchandise, weil ich den Künstler gut finde, es sollte mir einfach gefallen. Im Optimalfall passt beides.

Wirst du auf deinen Stil angesprochen?

Ab und zu bekomme ich Komplimente für einzelne Kleidungsteile. Meistens für Sneaker und Jacken. Ich wurde schon öfter auf meine rote Jacke angesprochen - die habe ich von meinem Vater bekommen.

Wie wählst du deine Kleidung am Morgen aus?

Ich habe relativ viele Klamotten zur Auswahl, davon trage ich tatsächlich aber nur ein Viertel. Ich achte darauf, das es irgendwie zusammenpasst und schaue, dass ich mich darin wohl fühle.

Was hältst du von Accessoires?

Ich finde Accessoires bei Männern und bei Frauen echt cool. Ich trage sehr gerne selbst welche, ganz besonders Goldschmuck. Man sollte sich von diesem Rollendenken distanzieren, dass nur Frauen Schmuck tragen dürfen. Aber inzwischen akzeptieren das die meisten.

Was hältst du von Trends?

Als ich jung war, bin ich Trends eine Zeit lang hinterher gelaufen. Dann habe ich mich komplett dagegen gewehrt. Das gehört wahrscheinlich zur Pubertät, immer gegen den Strom schwimmen zu wollen. Inzwischen habe ich meinen Frieden mit Trends geschlossen. Ich renne ihnen nicht hinterher, wenn mir aber etwas gefällt, dann trage ich das gerne. Sachen nur zu tragen, weil sie im Trend sind, sieht nicht authentisch aus. Ich finde man sieht, ob sich jemand in seinen Klamotten wohl fühlt. Es kommt nicht nur drauf an, was du trägst, sondern auch, wie du es trägst.

Gibt es für dich No-Gos?

Ich will niemandem vorschreiben, was er tragen soll. Die Person soll sich darin wohl fühlen. Aber persönlich finde ich Ballerinas bei Frauen schrecklich. Für mich ist auch unverständlich, warum man diese Balenciagas, Plateauschuhe mit dicken Sohlen, trägt.

Achtest du auf Nachhaltigkeit?

Wenn ich ehrlich bin, achte ich zu wenig darauf. Ich habe zu viele Klamotten, die ich nicht mehr trage. Ich versuche Fast-Fashion Hersteller zu meiden. Wahrscheinlich produzieren die ganzen großen Hersteller unter ähnlich schlechten Bedingungen, was oft nicht angesprochen wird. Ich behalte das immer im Hinterkopf, kann mich aber nicht von meiner Schuld frei sprechen. Ich versuche in anderen Bereichen nachhaltiger zu sein – jeder kann auf seine Art beitragen.

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