Club der Freunde

fudder-Interview

Was hat sich eigentlich durch #Aufschrei und #metoo verändert, Anne Wizorek?

Als Twitter-Userin wurde sie vor sechs Jahren bekannt, als sie mit dem Hashtag #Aufschrei eine Debatte über Alltagssexismus und sexualisierter Gewalt initiierte: Anne Wizorek.

Heute arbeitet sie als Referentin und Beraterin zu Themen wie feministischer Aktivismus online und offline. Was hat sich aus der Sicht der #Aufschrei-Initiatorin seither verändert? Beweist die durch #Metoo ausgelöste Debatte, dass das Thema Sexismus inzwischen ernster behandelt wird?

Anne, was würdest Du mit Deiner Erfahrung Menschen, die sich für ein Thema engagieren wollen, raten?
Bildet Banden! Es hilft, sich mit Gleichgesinnten zusammenzusetzen und gemeinsam zu überlegen, was es zu tun gibt und wie man sich engagieren kann. Dabei sollte man sich vielleicht erst mal auf ein einzelnes Problem konzentrieren und dann zum Beispiel Kampagnen dazu entwickeln. Ein sehr wichtiger Punkt ist auch, aufeinander aufzupassen und immer genügend Pausen zu machen. Wir müssen unsere Kräfte gut einteilen, besonders in diesen Zeiten wo Menschen, die sich feministisch, anti-rassistisch oder für Umweltschutz engagieren, heftige Angriffe von rechts erfahren. Da ist es wichtig, auch mal durchatmen können.

"Manche Dinge haben sich verbessert, andere enorm verschlechtert. "
Bist Du an persönliche Grenzen gestoßen, als die #Aufschrei-Kampagne so viel Aufmerksamkeit erlangte?
Ja. Ich habe in den ersten sieben Tagen erst verstanden, auf wie vielen Kanälen ich erreichbar war. Das kam alles ungefiltert bei mir an und ich hatte noch die Haltung verinnerlicht, dass ich alle Reaktionen aushalten müsste. Ich dachte mir: Ich habe mich in der Öffentlichkeit feministisch geäußert, daher muss ich aushalten, wenn dann auch frauenfeindlicher Kram kommt. Das muss ich natürlich nicht. Zum Glück haben da Freundinnen und Freunde auf mich aufgepasst.

War das für Dich ein schwieriger Prozess, sich das ...

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