Sommer

Was ging bei … der Eröffnung des Strandbads unter Corona-Bedingungen?

Anika Maldacker & Gina Kutkat

Endlich hat in Freiburg ein Schwimmbad nach dem Corona-Lockdown eröffnet: Seit Mittwoch kann man ins Strandbad im Stadtteil Waldsee gehen – wenn man online reserviert. fudder hat den Test gemacht.

Der frühe Vogel

Strandbad in der Pandemie? Das ist doch bescheuert. Lohnt sich das? Ich geh’ lieber an den See. Es gibt genug skeptische Gedanken, die man angesichts des Freibadbesuchs unter den aktuellen Bedingungen haben kann. An denen kann man natürlich festhalten – oder es einfach mal ausprobieren. Gesagt, getan: Zwei Tage vorher reservieren wir online zwei Tickets für den ersten Tag, laden den QR-Code aufs Handy und schon haben wir unseren Zeitslot von 8 bis 10 Uhr am Mittwochmorgen gebucht. Wir wollen natürlich mit zu den Ersten gehören, die bei der Wiedereröffnung ins Wasser springen. Okay, das schaffen wir nicht ganz, aber irgendwann zwischen 8 und 8.30 trudelt auch die fudder-Redaktion im Schwimmbi ein. Aus rein beruflichem Interesse, versteht sich.

Der erste Eindruck

Abstandsmarkierungen vor dem Eingang, Hygienespender an der Wand, Schilder, die zum Maskentragen auffordern und aufgeregte Schwimmbad-Mitarbeitende: Es liegt schon noch ein bisschen Unsicherheit in der Luft. Die verfliegt allerdings schnell, schließlich haben wir alle in den vergangenen Monaten gelernt, wie das geht mit den Regeln. Und eine ganz besondere Kombination wirft jegliche Skepsis über Bord: Die Erleichterung nach der monatelangen Wartezeit, die Vorfreude aufs Wasser und das perfekte Sommerwetter für einen ersten Freibad-Tag. Strandbad, here we go.

"Die Stimmung ist ausgelassen und glücklich – alle eint die Freude über die Schwimmbadöffnung."

Der Einlass

Ein bisschen Planung gehört zum Freibadbesuch nun dazu: Online ein Zeitfenster auswählen (8-10 Uhr, 10.30 Uhr bis 15 Uhr oder 15.30 Uhr bis 20 Uhr), als Neukunde registrieren oder einloggen, reservieren und den QR-Code im Smartphone speichern. Das war’s schon. Vor Ort ist es dann noch entspannter: Vermisst irgendjemand die langen Schlangen aus der Vor-Corona-Zeit? Bitte einmal hinten anstellen. Dank Online-Ticket sind wir innerhalb von zwei Minuten im Bad.

Ab ins Becken

Auf 7 Bahnen können die Gäste im Schwimmerbecken ihre Runden drehen. Es gibt 3 Bahnen für gemächliche Schwimmer und 4 für die schnellen Wasserratten. Insgesamt sind 70 Leute im Becken erlaubt, zehn pro Bahn. Überholen ist verboten. Sind zu viele Schwimmer im Becken, erinnern die Bademeisterinnen und Bademeister an die Regeln. Aber alles läuft ziemlich unkompliziert.

Die Crowd

Frühschwimmer trifft auf fitte Seniorin trifft auf Leistungssportler trifft auf Genuss-Bader: Eigentlich ist es wie zu normalen Morgenzeiten im Strandbad. Minus springende Teenies vom Beckenrand und minus anstrengende Möchtegern-Profis, die wasserspritzend an einem vorbeihetzen. Die Stimmung ist ausgelassen und glücklich – alle eint die Freude über die Schwimmbadöffnung und so kommt man noch leichter mit anderen Menschen am Beckenrand ins Gespräch.
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Duschfaktor

Die Sammelduschen sind zwar erst am Donnerstag offen, aber duschen geht auch so kurz unter den Brausen vor den Becken. Ansonsten auch zu empfehlen: die Brausen im Nichtschwimmer-Becken oder eine Abkühlung über die Rutschen.

Flirtalarm

Im Strandbad ist der Flirtfaktor an diesem sonnigen Mittwochmorgen hoch, denn alle scheinen so glücklich über die Öffnung, dass sie nur grinsen und lächeln können. Es ist auffällig, wie gut die Stimmung ist. Jede und jeder schmunzelt vor sich hin und ins Gesicht des Gegenübers.

Pauschalurteil

Klar, die Spontaneität ist weg. Mal eben schnell ins Schwimmbad hopsen, das fällt diesen Sommer wohl flach. Und nicht jeder möchte für zwei Stunden Bad 4,50 Euro Eintritt zahlen. Aber zum Glück gibt es ja auch größere Zeitslots und zum Glück haben wir alle in den letzten Monaten gelernt, mit Einschränkungen zu leben. Es ist auszuhalten und es ist sicher: Nichts ist schöner, als ein Sprung ins kalte Wasser.

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