1. Mai

Was es mit dem Maibaum der Menschenrechte auf sich hat

Anna Castro Kösel

Am 1. Mai plant die Seebrücke Freiburg eine Aktion, um auf die fehlende Schutzmaßnahmen gegen das Covid-19 Virus in den Lagern aufmerksam zu machen. fudder hat mit einem Mitorganisator über die Aktion gesprochen.

Was habt ihr für den 1. Mai in Freiburg geplant?

Henri: Da am 1. Mai auch der Gedanke der Solidarität im Vordergrund steht und die demokratischen Grundrechte des Demonstrierens auf der Straße wieder möglich sind, haben wir uns entschlossen, die Aktion zu machen.

Wir möchten zwei Maibäume aufstellen. An dem einen wollen wir Menschen die Möglichkeit geben, ihre Gedanken und Sprüche zur Situation in den Lagern aufzuhängen. An den zweiten Baum sollen "lost objects" gehängt werden, Dinge die man wirklich gefunden hat oder andere Gegenstände, die die Flucht symbolisieren.

Es soll Redebeiträge geben und wir werden auch Masken zur Verfügung stellen, sodass Menschen spontan zuhören können. Natürlich werden wir alle Corona-Maßnahmen berücksichtigen und darauf achten, dass Abstand gehalten wird. Ab 12 Uhr kann man vorbeikommen und an der Veranstaltung teilnehmen.

Was spielt sich gerade in den Lagern weltweit während Corona ab?

Es wird viel über die Lager auf den griechischen Inseln gesprochen, vor allem über das Camp Moria. Dieses Lager ist eigentlich ein Symbol. Viele Camps sind überlastet: Das Camp Moria ist zum Beispiel nur für 2.000 bis 3.000 Menschen ausgelegt, jetzt leben 25.000 Menschen dort. Es ist viel zu eng, nur wenige Stunden am Tag fließt Wasser. Das bedeutet, dass die Flüchtlinge die Hygienemaßnahmen gar nicht einhalten können und dem Virus schutzlos ausgeliefert bin.

Was fordert ihr von der Bundesregierung?

Wir fordern, dass die Möglichkeiten ausgeschöpft werden, geflüchtete Menschen nach Deutschland zu holen. Die Bundesregierung sollte nicht auf eine europäische Lösung warten, sondern ihrer humanitäre Pflicht nachkommen. Wenn nach und nach europäische Länder wie Portugal 50 Flüchtlingskinder aufnehmen, freut mich zwar sehr für die Kinder, aber es löst das Problem in keinster Weise. Außerdem fordern wir, dass deutsche Bundesländer sich an einem Rechtsgutachten orientieren, dass besagt, dass durch Aufnahmeprogramme Länder ohne einen Beschluss der Bundesregierung selbstständig Geflüchtete aufnehmen können.
Was: Demo: Maibaum der Menschenrechte
Wann: Freitag, 1. Mai, 12 bis 14 Uhr

Wo: Platz der Alten Synagoge

Facebook-Veranstaltung: Demo: Maibaum der Menschenrechte

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