Club der Freunde

Interview

Was eine Freiburger Aktivistin mit dem Fall Mockridge zu tun hat

Auch Online-Aktivistinnen hatten dafür gesorgt, dass die unbewiesenen Vergewaltigungsvorwürfe gegen Comedian Luke Mockridge publik wurden. Ein Gespräch mit der Freiburger Aktivistin Jorinde Wiese, die eine zentrale Rolle gespielt hat.

Seit dem Frühjahr kursierten im Netz Gerüchte, Comedian Luke Mockridge (32) habe seine ehemalige Freundin Ines Anioli vergewaltigt, zuerst wurde sein Namen nicht genannt, dann plötzlich doch. Die Sache ging viral, erst langsam, dann so richtig. Mockridges Haussender ProSieben/Sat1 verwehrte sich gegen die Gerüchte und sprach von Lynchjustiz. Im August nahm ein erschüttert wirkender Luke Mockridge Stellung und kündigte eine Pause für den Rest des Jahres an. Bis der "Spiegel" Ende September einen langen, intensiv recherchierten Artikel veröffentlichte, in dem kein gutes Bild von Mockridge gezeichnet wurde. Zahlreiche andere Frauen berichteten dem Magazin über Begegnungen und Erfahrungen mit Mockridge. Doch was von all dem ist wahr und belegt und wasserdicht? Was ist pures Gerücht und was höchstwahrscheinlich so passiert? Frank Zimmermann sprach mit der Freiburger Aktivistin, Bloggerin und Studentin Jorinde Wiese (27), die in der Sache selbst eine zentrale Rolle im Netz gespielt und deswegen auch Morddrohungen erhalten hat.
Wann haben Sie selbst zum ersten Mal vom Vergewaltigungsvorwurf gegen Luke Mockridge erfahren?
Wiese: Es gab einen Tweet von Lilly Blaudszun, einer SPD-Politikerin, im Februar. Sie hat als Erste den Podcast von Ines Anioli [der WDR-Podcast "Danke, gut", in dem Anioli ohne Nennung des Partners über eine frühere toxische Beziehung spricht, die Red.] über Twitter verlinkt und gefragt, wieso das eigentlich nie zu Konsequenzen geführt habe. Blaudszun sagte, dass alle wüssten, dass es sich um den Ex-Freund Luke Mockridge handle. Ich selbst kannte weder ihn – außer aus dem Fernsehen - noch Ines Anioli. Mit dieser Vorinformation von Lilly Blaudszun habe ich dann den WDR-Podcast und auch noch einen anderen auf Aniolis eigener Plattform zum Thema toxische Beziehungen mit den beschriebenen Gewalterfahrungen angehört. Das war der ausschlaggebende Punkt für mich, aktiv zu werden. Ich habe mich natürlich gefragt, ob es auf den Podcast irgendwelche Reaktionen gab. Aber es war nichts zu finden im Netz, das hat mich total gestört, ich habe das nicht verstanden.
Haben Sie eine Erklärung dafür, warum vor Lilly Blaudszun niemand die Verbindung von Anioli zu Mockridge gezogen hat?
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