fudders Running Club

Warum läufst du eigentlich, fudder-Redaktion?

Gina Kutkat & Anika Maldacker

Gewicht verlieren, ein besonderer Mensch oder purer Zufall: Jeder und jede hat seine eigene Laufgeschichte. Die fudder-Redakteurinnen erzählen euch, wieso sie laufen gehen und was joggen gehen ihnen gibt.

What keeps you running, Anika?

In der Schule fand ich laufen scheußlich. In meinen Albträumen muss ich Cooper-Test laufen. Lange fand ich den Sport langweilig. In meiner Familie hatte früher damit niemand etwas zu tun, wir sind immer wandern gegangen. Aber irgendwann habe ich mir mal Laufschuhe gekauft – da war ich sicher Mitte 20. Und dann hab ich es einfach ausprobiert. Und immer wieder schleifen lassen. Und wieder angefangen. Es gab Zeiten da bin ich gar nicht gelaufen, und andere, in denen es einfach lief. Den Jardin du Luxembourg in Paris kenne ich noch heute in- und auswendig, weil ich dort eine zeitlang wöchentlich mehrere Runden gedreht habe. An der Dreisam bin ich bis Ende 2016 auch gerne in der Dunkelheit laufen gegangen. Dann kam wieder eine Pause. In der Pandemie habe ich nun aber etwas geschafft, was ich vorher nie hingekriegt habe: das Laufen ist zu einer Gewohnheit geworden.

Wenn ich jetzt ein paar Tage nicht joggen war, merke ich, dass mir etwas fehlt. Dann kribbelt es in den Füßen und Beinen. Ich muss dann laufen gehen. Im Moment schaue ich, wie ich mit Wochen- und Monatszielen zurecht komme. Ich will mich nicht stressen, aber trotzdem spornt es mich an, ein Ziel zu haben. 100 Kilometer im Monat laufen? Das hätte mich früher total gestresst, aber jetzt spornt es mich an. Und wenn ich es nicht schaffe, so what?

Ich jogge aus verschiedenen Gründen. Ich liebe es, draußen zu sein, in der Natur, liebe es frische Luft einzuatmen. Einfach mal nicht auf den Bildschirm starren. In den letzten Monaten habe ich gemerkt, dass man bei fast jedem Wetter laufen gehen kann. Egal ob es nieselt, Schnee liegt oder eiskalt ist. Ich jogge, weil ich mich danach gut fühle. Ich mag die Anstrengung, mag es, mich zu pushen, es noch ein bisschen weiter zu schaffen. Ich erkunde gerne joggend neue Wege – und genieße es, mein eigenes Können zu erweitern. Aber: Ich laufe auch gerne zu zweit oder mit mehreren Freunden zusammen. Mit manchen schneller, mit anderen langsamer. Wir plaudern dabei oder spornen uns gegenseitig an. Egal ob wir uns unterhalten, lachen oder nicht – joggen ist auch als geselliges Erlebnis wichtig für mich.

What keeps you running, Gina?

Ich habe mich eigentlich nie als Läuferin gesehen, obwohl ich schon laufen ging, als ich noch ein Teenager war. Damals nahm mich meine Mutter mit zu ihren wöchentlichen Runden durch den Bürgerbusch, einem Stadtwald in meiner Heimat Oldenburg. Erst wurde gerannt, gepustet, geschwitzt. Ohne Trecking oder App – ich trabte meistens 20 Minuten, das war genug. Hinterher gab’s frische Brötchen. Ich glaube, dieser lockere Einstieg ins Joggen hilft mir noch heute, das Ganze entspannt zu sehen und somit nicht die Freude daran zu verlieren.

Das hier soll kein Text werden, der dir erzählt, wie gut dir Laufen tun würde. Wie gesund Bewegung in deinem Leben ist und dass es wichtig ist, ein bisschen Fitness in deinen Alltag zu integrieren. Auch möchte ich mit keinen Zeiten oder Strecken prahlen – da habe ich nämlich wenig vorzuweisen. Die Frage, warum ich überhaupt laufe, ist dagegen schnell erklärt: Weil es mich manchmal einfach nach draußen zieht und ich richtig Lust drauf habe. Und dann reicht kein Spaziergang, keine lockere Radtour, nein, dann möchte ich einfach die Laufschuhe anziehen und losrennen. Den Kopf frei kriegen, aus der Puste kommen, meine Beine und den Körper spüren, die frische Luft beißt in meinen Lungen – und ich fühle mich hinterher immer besser.

Es ist kein Wegrennen und hat auch nichts mit Selbstoptimierung zu tun. Es ist ein Freirennen: Wenn ich jogge, fühle ich mich befreit und gesund – und das tut wiederum meiner Seele gut. Auf die mussten wir alle in den vergangenen Monaten besonders gut acht geben. Und für mich war ein Lauf durch den Wald ein wichtiges Seelenfutter. Am liebsten noch an der Seite des Lieblingsmenschen. Man muss nur reinkommen ins Laufen, dann klappt eigentlich alles von ganz alleine. Das Tollste daran ist, dass jeder es machen kann, wie er will. Du kannst auf die Zeit achten oder nicht, mit anderen laufen oder nicht, direkt vor der Tür losrennen oder in den Kaiserstuhl fahren. Du brauchst nur Laufschuhe und dich. Du kannst auch Läufer sein und über die anderen lachen, die das Ganze viel zu verbissen angehen.

Du kannst mit Ziel laufen oder ohne – ich bin beispielsweise noch nie irgendwo mitgelaufen. Kein Halbmarathon, kein 10-Kilometer-Lauf. Vielleicht reizt es mich eines Tages, aber wer weiß das schon. Jahrelang rannte ich stets 5 Kilometer, in dem Glauben, ich könnte nicht weiter. Bis ich vor einem Jahr, schon mitten in der Pandemie, einfach mal 9 Kilometer lief. In langsamen Tempo – es lief einwandfrei und der Stolz hinterher war riesig. Ich machte weiter, lief mal wieder 5, dann 7, dann mal 10 Kilometer. Ich lief auch mal wochenlang gar nicht. Und das mag ich daran: Alles kann, nichts muss.
Und ihr so?

Wieso geht ihr joggen? Was spornt euch an? Wieso braucht ihr es? Oder wieso wollt ihr es gerne regelmäßiger machen? Schreibt uns an info@fudder.de was eure persönliche Laufgeschichte ist.