Hoch "Ilonka"

Viel Sonne im Südwesten – und so schnell ist kein Ende in Sicht

dpa

Auf die Kältewelle folgen vorgezogene Frühlingsgefühle: Ein Hoch über dem Balkanraum beschert dem Südwesten milde, trockene Subtropikluft - und viel Sonnenschein. Viele zieht es nach draußen.

Mit milden Temperaturen und viel Sonne gibt das Wetter den Menschen in Baden-Württemberg einen Vorgeschmack auf den nahenden Frühling. Am Wochenende stiegen die Temperaturen auf annähernd 20 Grad Celsius, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. Und so schnell ist kein Ende in Sicht: Die milden Temperaturen sollen sich laut DWD mindestens bis zur Wochenmitte halten - und könnten bis dahin sogar noch etwas steigen.

Kuchen und Getränke zum Mitnehmen

Am Wochenende waren im Schwarzwald bereits erste Cabriofahrer unterwegs, Spaziergänger strömten zu den Triberger Wasserfällen und Mountainbiker machten die Hänge rund um Freiburg unsicher. Am Ufer des Bodensees in Langenargen genossen am Sonntag Hunderte Menschen den Sonnenschein; Kinder fütterten Schwäne und Enten. Cafés boten Kuchen und Getränke zum Mitnehmen an. Erste Segler fuhren in ihren Booten hinaus. Entlang des Tettnanger Hopfenpfads breiteten Spaziergänger ihre Picknickdecken aus.

Das Stelldichein mit dem Frühling verdankt der Südwesten dem Hoch "Ilonka" über dem Balkanraum, wie der DWD mitteilte. Dadurch ströme milde und trockene Subtropikluft Luft nach Baden-Württemberg.

Nachts kann es dennoch empfindlich kühl werden, vereinzelt war für die Nacht zu Montag leichter Frost angesagt. Örtlich könne sich zudem Nebel bilden, vor allem in den Niederungen und Flusstälern. Dort würden dann auch tagsüber die Temperaturen niedriger ausfallen.

Ohne Corona-Abstand und in Gruppen

Angesichts vieler Tagesausflügler sah sich die Polizei mancherorts gefordert, die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren - etwa im Ostseebad Boltenhagen in Mecklenburg-Vorpommern: Dort fielen der Polizei nach eigenen Angaben etliche Autos aus benachbarten Bundesländern auf, so dass man an den Ortseingängen Kontrollstellen eingerichtet habe. Allein am Samstag seien dort 65 Menschen aus 28 Fahrzeugen abgewiesen und zur Rückreise aufgefordert worden, teilte die Polizei in Rostock mit.

In Bayern wurde wegen des großen Andrangs bei sonnigem Wetter die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf gesperrt. Viele Menschen hätten dort am Samstag keine Masken getragen und keinen Corona-Abstand gehalten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Sie sprach zudem von einem "wahren Verkehrschaos". Anwohner hatten sich über Falschparker beschwert.

Auch anderswo wurde es bei milden Temperaturen und viel Sonnenschein eng auf Straßen, Plätzen und in Grünanlagen. Aus Mainz berichtete die Polizei am Wochenende, Gruppen hätten zusammengestanden, Spaziergänger und Radfahrer hätten sich die zu eng gewordenen Wege geteilt, an Getränkeständen habe es teils lange Schlangen gegeben.

Wer Sonne tanken will, hat dazu in den nächsten Tagen noch gute Chancen: Nach Auflösung einzelner Nebelfelder, die sich vor allem in Süddeutschland nachts ausbilden, scheint die Sonne häufig etwa zehn Stunden am Tag, hieß es in der DWD-Vorhersage. Allerdings gelange Saharastaub zu uns, so dass der Himmel sich teilweise etwas milchig zeige und das Sonnenlicht einen rötlichen Touch annehme. Das wiederum verspreche sehenswerte Sonnenauf- und -untergänge.

Auch die Temperaturen bleiben mild. "Meist liegen sie zwischen 12 und 18 Grad", kündigte der DWD an. An den Nordrändern der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge sowie am Oberrhein seien auch Spitzenwerte um oder knapp über 20 Grad möglich. Die Nächte könnten noch leicht frostig sein, insbesondere im Süden.